wäre es längst zerstört, wenn die Mönche dem übermüthigenStolze der Jslcimiten nicht den Bau einer kleinen Moschee, diegegenwärtig noch zu sehen ist, innerhalb ihrer Mauern zugestcm«den hätten.
An dem rauhen Fußpfade, der zum Gipfel deö Sinai em-porführt, sieht man mehrere zertrümmerte Kapellen, Ueberbleibselvon Zellen, die einst von heiligen Einsiedlern bewohnt waren.Neben diesen Clciusen befanden sich einst von Cypressen und Ocl-bäumen beschattete Gärten, und jetzt noch, da ihre Pfleger längstdahin sind, cvntiastircn diese immergrünen Bäume anmuthig mitden die GcbirgSmcisscn des Horeb und Sinai bildenden öden Fels-wänden. Hier auf Sinai war es, wo den Menschen vciS Gesetzauf steinernen Tafeln gegeben wurde: und nun weiß der Ortselbst, wo einst Gott in Blitzes-Flammen jenes Gesetz gab,nichts mehr von ihm!" (Paß. k. Kirchenztg.)
VondcrWupper, im März. Neues über die hiesi-gen kirchlichen Zustände Ihnen zu schreiben ist kaum möglich,da die unsinnigen Wühlereien der „Elberfelder Zeitung" und ihrerApostel nach wie vor in gewohnter Weise fortdauern und derKatholik allgemach dieses Nabcngekrächze gewohnt werden muß.Die von 17 Namen-Katholiken ausgespielte Komövie ü la Schneide-mühl wird fortgesetzt, über die zu acceptirenden Dogmen undSacramcnte ist abballotirt (5 Sacramcnte haben schwarze Kugelnbekommen), die ncnc Gemeine unter dem Namen „deutsch-evau-gclisch-apostolisch-katholisch" permanent erklärt, und die Werbungneuer Glieder von Aufgang und Niedergang ausgeschrieben. Außerzweien suSpendnten Geistlichen (deren currieulum vitao für dieVermehrung der Gemeinen ein geistiges Prognostikon ist) ent-hält die Schncidcmühler Societät auch noch suspendirte Laien,und scheint durch die wirklich künstliche Mischung der verschieden-artigsten Geister in der That etwas Allgemeines zu versprechenund der Schaar der Denk-, Vernunft- und Ungläubigen aus allenZonen ein bequemes Asyl zu bereiten. Auch der nervu8 rerumim Wuppcrthalc — Geld — strömt aus mildthätigen protestan-tischen Händen aus der Nähe und Ferne im Uebermaß zusammen.Doch, was Manchem sonderbar vorkommen und besonders denWächtern des Protestantismus im Thale verdächtig dünken will:die Katholiken halten sich von der Komödie zurück;die da bauen an der neuen viclnamigen Kirche mit Wort undThat, Geld und Rath, sind Protestanten; sie sammeln allent-halben die Brocken und predigen für die neue Sache das Wort.Zu den Versammlungen dieser „deutsch-cvangelisch-apostolisch-Katho-lischcn" kommen nun auch Damen, die mit ihrem Strickstrumpfund gesellschaftlichen Talent in die stereotypen Formen Variationenbringen. Nur fehlt noch das geistliche Haupt. Von den beiden„apostolischen Geistlichen" ist der Eine ein gar zu siveler Bruder, derseine Missionen gerne durch Bier- und Schnapskneipen einschlägt,und der Andere ein eigensinniger alter Starrkopf. Der MessiasWird daher noch erwartet; man hofft, Ehrcn-Nonge werdeihn von der Spree mitbringen. Sie jehen, daß sich die Sachemehr spaßig als ernst gestaltet; aber sie hat doch ihre ernste Seite, jDie anhaltenden Schmähungen gegen die Katholiken als Ultra-'mont.iue, Nömlingc, Jesuiten ic. ?c. haben hier einen ungeheurenBrennstoff aufgehäuft. Die Katholiken werden, ihres vollen Rech-^tcö hier zu existiren und zu gelten sich bewußt, von Tag zu Tag
wärmer und fester in ihrem Glauben. Andrerseits kann der höchstauf-gcregte Zustand nicht lange halten und wirkt in alle Lcbcnsvcrhältnissehöchst störend ein. Und da nicht die entfernteste Aussicht da ist,daß diese Handvoll Abtrünniger oder besser (da sie nie thatsächlichzur Kirche hielten) Pseudo-Katholiken auch nur einige Prosclytenaus den katholischen Gemeinden des WupperthalS machen werde,so wird der ganze Spectakel endlich entweder in eine protestantischeFraction überschlagen (was bei dem total protestantischen Charakterder Schncidemühler eigentlich jetzt schon der Fall ist) oder wie alleSccmdale in leeren Rauch aufgehen. Die nichts weniger alsrationalistisch seyn wollenden Prediger des Thales, durch Heng-stenberg in Berlin aufgeweckt, wissen kaum mehr, wie sie sichdiesem Anfangs mit Jubel begrüßten wilden Treiben gegenüber gc-berden sollen. Die für diese neumodische Kirche unter den Prote-stanten auftauchenden Sympathien kommen ihnen zur unrechtenStunde, und das reichlich dazu gespendete protestantische Geld,wozu sie Anfangs selbst aufgefordert, könnte (nach Auslauf dieserelenden Komödie) statt Dank ihnen Spott und Aergcr in Füllebereiten. Habs-mt sidi! (Katholik.)
In den katholischen Blättern aus Tirol liest man:„Rom , Ende Jan. Die Kirche Sant' Andrea delle Fratte, woRatisbonne, ein Hasser der christlichen Kirche, durch eine wunder-bare Erscheinung der seligsten Jungfrau plötzlich umgewandelt vomkalten Indifferentsten ein begeisterter Verehrer und Bckenner deSkatholischen Glaubens geworden ist, hat seitdem in Rom eine be-sondere Berühmtheit erlangt, und man trifft die Capelle, in wel-cher Ratisbonne die Erscheinung der seligsten Jungfrau hatte, zukeiner Stunde des Tages ohne andächtige Beter vor dem Altare,auf dem seither das Bild Mariens, so wie sie dem jungen Manneerschienen, aufgestellt ist. Zur Jahresfeier dieses wunderbarenSieges der Gnade wurde auch Heuer ein feierliches Trivuum ge-halten. Die Kirche war zu viesem Zwecke schön geschmückt.P. Ventura hielt durch alle drei Tage Abends die Predigt. Mitjedem Tage nahm die Anzahl des Volkes zu. Vornehme undGemeine, Katholiken und Protestanten drängten sich zu dieser Feier.Der Prediger ging die Geschichte der Bekehrung durch, und be-arbeitete den Verstanv und das Herz der Zuhörer auf eine sehrpassende und segenvolle Weise. Die gespannteste Ausmcrksamkcitvon mehrern Tausenden, die religiöse Stille (nur hie und da durchSchluchzen unterbrochen), die vielen Thränen, die sich Männer undFrauen von den Augen trockneten, waren Beweis genug, daß derGeist deS Herrn in der andächtigen Versammlung weilte undwirkte. Den Segen mit dem allerhciligsten Sacramcnte gabtäglich eincr von den Herren Cardinälen. Der Schluß der An-dacht war am Id. Jan., als am eigentlichen Jahrestage der wun-derbaren Bekehrung, wo um Mittag zur nämlichen Stunde, mder Ratisbonne die wunderbare Erscheinung hatte, eine Predigtgehalten, und das heiligste Sacrament ausgesetzt wurde.
In der nämlichen Woche empfingen zwei Juden, Beide Dome-stiken in vornehmen Häusern, die heil. Taufe in der HauscapelleSr. Eminenz des Cardinals Mezzofanti aus. den Händen diesesfrommen Kirchcnfürsten. Der Herr Cardinal hielt nach vollendeterFunetion eine schöne und rührende Anrede in deutscher Sprache andie beiden Täuflinge, welche beide der deutschen Nation angehören,und schon als Juven einen tadellosen Wandel führten."
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