Ausgabe 
5 (13.4.1845) 15
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AugSburger

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Erste Jahreshälfte.

Nachtgedanken.

In feierlicher Stille

Die Nacht am Himmel thront,Nnd ohne Wolkenhülle

Strahlt mild und klar der Mond.

Die gold'nen Sterne glühen ,Am blauen Himmelsplan,

Und seit Aeonen ziehenSie friedlich ihre Bahn.

Im Busch, auf grünen ZweigenSchläft still der Vögel Brüt,

Versenkt in tiefes SchweigenDie ganze Schöpfung ruht.

Mit leisen Schritten gehetDer Friede sanft und mild,

Sein süßes Hauchen wehetIm schlammcrnden Gcsild.

O Nacht! wie senke dein FriedenSo tief sich in mein Herz,

Als wär' von mir geschiedenAuf ewig aller Schmerz.

Ich fühlen Gottes Nähe

Umwehen mich so süß,Als senkt' sich aus der Höhe

Herab das Paradies.

Nnd wahrlich, es hat wieder

Herunter sich gesenkt,Der brachte es hernieder

Der uns sein Blut geschenkt.

Nnd jenes süße Wehen

Im Feld, im grünen StrauchIii wohl aus Himmclshöhcn

Des Mittlers Liebeshauch.

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PpftzeLtung.

KZ. April 5845.

Ja! seit er hingegeben

Sich hat zum Kreuzestod,Da schwand von allem Leben

Die bitt're TodcSnoth.

Das Herz, das einst der Thränen

Des Schmerzes viel geweint,Das weint nun Licbesihränen

Mir seinem Gott vereint.

Doch ach, von Gram zerrissen

Die Brust voll Weh und Qual,Noch Viele irren müssen

In diesem Erdenthal.

Sie hauchen in Gesängen

Den Schmerz der Seele aus,Aus wilden Saitcnklängcn

Tönt all ihr Gram heraus.

Sie wollen Trost gewinnenAus ihrer Wissenschaft,Doch ach, es fehlet ihnen. Die wahre Wissenschaft.

Sie suchen nichr Genesung

Wo uns ihr Brunnen quilltIn Chiisli Wclrcrlosung,

Die alle Schmerzen stillt.

O! daß ihr doch erkenntet

Daß eure Seele todt,O! daß ihr glauben könntet:

Nur Eines sey euch Noth!

Zum Kreuz, zum Kreuze gehet

Da wird euch Trost zu Theil,Im Kreuz, das ihr verschmähetIm Kreuze nur ist Heil.München , 4. April. Fr. Xav. Schumacher.