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AugSburger
Pyftzeitttng.
Erste Iahreshälft-.
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ÄV. April R845
gehalten von den hochwürdigen Vätern Nedempto-risten im Monat Februar 1845.
(Sion.)
In Holland gibt es eine Haide, die sowohl in Hinsicht ihrerLage, als ihrer Bewohner und der Begebenheiten, die sich da zu-getragen, wahrhaft merkwürdig ist. Dieß ist das kleine Heike(Haidchen), gelegen zwischen dem Markisate Berg-op-zoom und derFrciherrschaft von Breda. Schon seit Jahrhunderten ist dieserOrt allbekannt durch die Räuber und Diebc, die hier und dazerstreut in Höhlen, oder selbst frei zusammen in seiner Mittehaus'ten. Keine von den beiden Herrschaften hatte ihn je alseinen Theil ihrer Besitzungen anerkennen wollen. Ueberall berüch-tigt wegen der Plünderungen und Todtschlägc, die da verübt wur-den, war er der Schrecken der ganzen Umgegend, so daß meh-rere Stunden weit und breit Niemand sich sicher glauben konnte.Umsonst versuchten die Franzosen, welche Herren der Niederlande geworden waren, dieses halbwilde Volk zu zähmen und zu bilden.Selbst Napoleon , der alle Hauptanführer auf einmal hinrichtenließ, hatte an ihren fast barbarischen Sitten auch nicht das min-deste bessern können. Eben so fruchtlos blieben alle seither ge-machten Bersuche ihre Anmaßungen und Grausamkeiten zu bändigenund einzuhalten. Noch sind keine zwanzig Jahre verflossen, alssich die Gerichtsbchörde mit einem fürchterlichen Hinrichtungsappa-rate dahin begab, und daselbst, um Allen Schrecken einzujagenund ihnen zugleich ein warnendes Beispiel vor Augen zu stellen,Viele dieser Unglücklichen auf eine schaudererregende Weise züchtigte.Auch geschah es höchst selten, daß einer aus ihnen ruhig aufseinem Bette starb; gewöhnlich wurden sie entweder auf öffentlichemPlatze hingerichtet, oder sie endeten ihr Leben im Kerker, oder sieermordeten sich selbst un'tcr einander in blutigem Gemetzel, dassie leider nur zu oft unter sich anstellten. So war dieses Volkvor der letzten Staatsumwälzung Belgiens im Jahre 1830 be-schaffen. Damals trugen die Truppen, welche in diese Gegendenverlegt waren, nicht wenig dazu bei, ihre gänzliche Verwilderungzu vollenden. Die Haide wurde in dieser Epoche nur noch be-rüchtigter durch Unzuchtshäuser, nächtliche Tänze und andere ab-scheuliche Unordnungen, die allda ungestraft getrieben wurden.
" Bei Allem dem war es zum Erstaunen, daß dieses in Sitten ganzverkommene Volk im Grunde noch immer Glauben und Religionbeibehielt; Alle waren da getauft und bekannten sich zur katholischenReligion; es schien also, daß der Mangel an geistlicher Hilfe,und die allzu große Unabhängigkeit, worin sie sich in religiöserBeziehung befanden, die Hauptursachen ihrer groben Unwissenheitund Sittcnlosigkcit waren. Der fromme Bischof in partiliuZ,der hvchw. Herr I. van Hooydonk, apostolischer Administrator desVicariates Breda, seufzte schon seit vielen Jahren über ihreu be-dauernswürdigen Zustand, und er sann auf Mittel demselben abzu-helfen. Erst im Jahre 1840 konnte er seinem Eifer in etwasGenüge leisten, indem er eine Kirche auf diesem wüsten und ver-lassenen Boden aufführen ließ und einen Seelsorger dahin beschicv,der sich ganz dem schönen Werke weihte, diese zerstreuten undhirtenloscn Schafe aufzusuchen. Unterstützt durch die milde Bei-steuer der Negierung und die freiwilligen Spenden seiner Diöcesa-nen, baute er außer der Kirche noch ein anständiges Pfarrhausund eine Wohnung für vier Klosterfrauen, die mit dem Unterrichteder Mädchen dieser neuen Psarrci beauftragt wurden, indeß dieNegierung auf eigene Kosten einen katholischen Schullchrcr für dieKnaben bestellte. Auf solche Weise wurden ungefähr 425 Com--municanten versammelt, welche die Pfarrgemeinde zum hl. Willi-,brord, Apostel Hollands und gewählter Schutzpatron dieser Ort-schaft, ausmachten. Bald darauf bildete sich ein Verein frommerund begüterter Leute, die es übernahmen, diesem hilfsbedürftigenVolke Arbeit zu verschaffen und ihm so den Weg zu einem recht-schaffenen und ehrlichen Leben vorzuzcichncn. Auf diese Art gelanges, in Zeit von weniger als vier Jahren einer so verwildertenMenschenrasse einen Anstrich von Civilisation zu geben. Doch da-mit war bei weitem noch nicht Alles gethan. Dem eifrigen Pfar-rer, Herrn Koes, dessen großmüthige Hingebung allgemein aner-kannt ist, blieb noch eine höchst schwierige Aufgabe zu erfüllen.Derselbe bot Alles auf, um sich das Zutrauen seiner Psarrkinderzu erwerben, und sie in den Pflichten der Religion und der Ge-sellschaft zu unterrichten. Nach vielen Anstrengungen, die übrigensmit dem glücklichsten Erfolge gekrönt wurden, bemerkte er doch,daß, um dieß schöne Werk zu vollenden, es noch der BeihilfeAnderer bedürfe. Er war schon ost Zeuge gewesen von dem vie-len Guten, das dk Missionen überall bewirkten. Deßhalb säumte