Ausgabe 
5 (1.6.1845) 22
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AugSvurger

Pystzeitung.

Erste Jahreshälfte.

M.

K Juni 1845.

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* Vor einem Marienbild.

Mein Aug', o Jungfrau, gleitetNicht ab von Deinem Bild,Das sich im Schauen weitetZum herrlichsten Gefild.Da wogt vor meinen BlickenGrün Saalland, grünes Meer,Und Berg ' und Thal, und BrückenOb wilden Strömen her.

Darüber blinkt und blauetDein reiches Sterngewand;Aus seinem Schimmer thauetDein Segen auf das Land.Du bist es, die am MorgenMit Sonnenpracht ersteht,Und lauschet, wo verborgenAufduftet ein Gebet.

Da gehest Du verkleidet,Jungfräuliche Gestalt,Und wo die Menschheit leidet,Da hilfst Du mannichsalt.Du stehst in armer KammerUnd gibst den Kindern Brod,Indeß der Mutter JaniirerIm Kirchlein klagt die Noth.

Dann sicht imin Aug', wie sinnigDie Herzen Du beschirmst,Und Mauern, tausendzinnig,Zum Schutz der Unschuld thürmst;Siebt, wie Du Frevler schreckestDurch reiner Wangcn Glühn,Wie Schwachheit, die Du deckest,Zur Riesin wird und kühn!

Sicht, wie Du licht auf MeerenUmwandelst in dcr Nacht,Nachhilfe zu bcscheerenGen Sturm und Wellenmacht;Sicht, wie die SchlachtstandartcnDes Guten siegreich weh'n,Wenn die darum-GeschaartenUm Deine Hilfe fleh'n!

O Königin, nicht endetDcr Wunder Prachtgefilv;DaS Auge, unverwendet,Erschaut es in Deinem Bild'!So breitet sich mein LebenVor meinen innern Sinn,Und durch das Ganze wcbcnSich Deine Wundcr hin.

Des Schwachen, dcr erlegen,Gedachtest Du beim Herrn,Und warst nun allerwegenMir Licht und Rettungöslern.Du hast mich «»fgcrichlct,War ich zum Fall verirrt,Du hast das Netz geschlichtet,In daS ich mich verwirrt.

Auf wundersamen SteigenFührst Tu mich himmelwärts!So nimm es denn zu eigenDieß gnadbcthaute Herz;Mit BlüthcnhuldigungenUmdust' es Deine Brust:Du hast es abgerungenDer Welt und ihrer Lust!