Ausgabe 
5 (8.6.1845) 23
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" Ppstzeitung.

Erste Jahreshälfte.

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8. Juni 1845.

* Ave Maria.

Leiser im AbendwindWispert da» Laubgewind:Früh sank die Sonn' hinab,Dämm'ruvg umwibt ihr Grab.

Drüben vom FelsgesteinNagt die Capcll' allein,Nagt in den DämmerflorSterbender Gluth empor.

Einsam ein Stern erglimmt,Ueber dem Ktrchlein schwimmt;Driiin' mit dem Sohne mildSteht das Marienbild.

Horch da! den EngclSgrußLäutet der Slberguß!Kniccnd und andachtsvollBet' ich hinüber wohl:

Mutter, ich grüße Dich!Heilige, bitt' für mich!Bitte, Der Dich verklärt,Mutter, der Herr gewährt!

Mild, wie des Sternes Strahl,Leuchte uns allzumalMüden den Frieden zu,Sterbenden sel'ge Ruh!"

Carl Thuma.

Rech ensch aftsbericht

des Vereins zur Verbreitung des Glaubens für daSJahr 1844.

Wenn fromme Menschen zu einem LicbcSwcrkc sich vereinigen,so gehen zweierlei Dinge daraus hervor: das Gute nämlich, wel-ches sie Anderen erweisen wollen, und jenes, welches sie dadurchsich selbst erweisen. Solche Wohlthäter sehen im ersten Augen-blicke nur die Armen, die Kranken, die Betrübten und Sünder,denen Hilfe gebracht werden muß, allein auf einmal g> wahren sieauch, daß Gott selbst mit ihnen ist, und sie fühlen es an derZunahme des Lichtes und der Wärme, die in ihren Seelen sichausdehnt. Es ist darum nicht ohne Interesse, einen Blick aufDas zu werfen, was der Verein zur Verbreitung des Glaubensin unserem eigenen Innern wirkt und wir wollen dabeiweniger das Werk selbst loben, als unsern Eifer neu zu erwär-men suchen.

Der Glaube ist das erste Bedürfniß der Seele und da cSkeine Tugend gibt, die nothwendiger wäre als er, so ist auchkeine mehr bekämpft worden, als eben er. Nicht nur in dergegenwärtigen Zeit, sondern von jeher war cS schwer und hatMühe und Anstrengung erfordert, Das zu glauben, was denSinnen nicht schmeichelt und Entbehrungen und Opfer erfordert.Deßhalb hat denn auch die Vorsehung zu allen Zeiten Kirchen-lehrer erweckt, um den Glauben in den Schulen und auf denKanzeln zu vertheidigen. Nicht allein aber das, sondern sie hatauch noch für die große Mehrzahl der Menschen einen so zu sagenhandgreiflichen Beweis der Wahrheit, der einen noch tiefern Ein-vruck macht, den Beweis durch Thatsachen und Beispiele aufgestellt.Den Lesern der Jahrbücher der Verbreitung des Glaubens tretenin dieser Beziehung zwei verschiedenartige, sehr belehrende Erschei-nungen entgegen. Einerseits sehen wir den Irrthum inallen seinen Abstufungen, in seiner gcsammten vollständigen Ent-wickelung bei jenen großen Völkern, wo er ungestört und unvcr-hüllt auftreten konnte. So sehen wir die Ketzerei in jenen zahl-reich bevölkerten Städten der vereinigten Staaten, wo jede Secte,Episkopalen, Presbhtcrianer, Quäker, Wiedertäufer u. f. v.

") ^nnsles cke la propgAütion cle Is loi. Xr. 100.Uebertragung des Katholiken.

Nach der

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