katholische Kirche, — die römisch-katholische , — die als welche Predigt für ihn! Hat er an Gottesfurcht, an Tugend, a«
ihr Oberhaupt den Nachfolger des heiligen Petrus, dermalenGregor XVI. anerkennt und verehrt; die jener Sccte beigetrctencnKatholiken gehören nicht mehr zur katholischen Kirchengemeinschaft,obgleich sie sich den katholischen Namen cmmaaßen. Sie selbst habensich von der wahren Kirche Christi losgesagt und getrennt und sindals solche, deren Lehren schon vor 3l)0 Jahren von der allgemei-nen Kirche im Concil zu Trient verworfen worden, mit demgrößer» Kirchcnbanne belegt und von aller Theilnahme anden HcilSmitteln und geistlichen Gütern der katholischen Kirche ausgeschlossen. Wir schließen sie deßhalb nicht aus von unsererLiebe, die wir ja Allen schuldig sind, und die um so inniger sichihnen zuwenden muß, je mehr sie als Irrende ihrer bedürfen.Lasset uns darum, geliebte Diöcesancn, für sie zum Vater derBarmherzigkeit beten, damit ihrem Herzen die Sonne des Glau-bens wieder aufgehe, und sie bald reuig in die Arme der vonihnen verlassenen Mutter zurückkehren. Lasset uns aber auch wachen,auf daß wir nicht selbst in Versuchung fallen. Bleiben wir festim Glauben, in der Eintracht und Liebe. Leiden, dulden undertragen wir als treue Jünger des Herrn, damit wir würdig be-funden werden seiner Glorie; „denn der Jünger, sagt Christus,ist ja nicht über den Meister, und haben sie mich verfolgt, sowerden sie auch euch verfolgen." Joh. 15, 20. Wie aber auchdie Wolken über unserem Haupte sich sammeln, wanken wir nie-mals im Vertrauen zu Dem, der auch dem Sturme gebietet undzu der drohenden Brandung spricht: .Bis hichcr sollst du kommenund nicht weiter gehen und hier deine angeschwollenen Wogen zerschellen." Job. 38, 11. Hildesheim den 18. Mai 1845.
1- Jacob Joseph, Bischof von Hildeöhnm.
In Münster ist die Krankenpflege in der Strafanstalt denbarmherzigen Schwestern übergeben. Ueber die erfreulichen Erfolgedieser Maaßregel äußert sich ein Bericht des Anstaltsseelsorgers(im Münst. S.-Bl.) an die Negierung unter andcrm:
„Mußte ich im vorigen Jahre noch schreiben, daß meinschwerster Gang der Gang zu den Kranken gewesen, so kann ichjetzt sagen: daß cS mein liebster war. Es hat die Erwartung,welche ich von der Pflege der barmherzigen Schwestern hatte, sichherrlich bewährt. Ueber die Ordnung und Reinlichkeit auf denLazarcthcn, über die liebevolle und zarte Pflege in Behandlung derKranken nach den ärztlichen Vorschriften, darüber werden die Her-ren Dir»ctor Polmann nnd Mcdicincilrath Tourtual berichtet haben;ich will versuchen, das, was sie der kranken Seele gethan, die
aufopfernde Liebe nicht geglaubt, da sieht er sie vor sich, sie wirdihm im Beispiele gepredigt; vertraute er nicht der Macht der Re-ligion über die Seele; da sieht er ihre wunderähnliche Wirkungin schwachen Wesen vor Augen gestellt; will er an Gottes Liebeund Barmherzigkeit verzweifeln; — das Beispiel der Schwesternnist ihm zu: Vermögen Menschen von der Liebe Gottes geleitet,also zu lieben, wie viel erbarmungsvoller und liebreicher muß derÄllerbarmcnde seyn. Wie gern hört er diese Versicherungen ausihrem Munde: wie stark trifft ihn ihre von allem Eigennütze, vonjeder persönlichen Rücksicht freie Warnung, ihre Bitte, sein Heilvor Gott sicher zu stellen. Es war in einer Nacht, wo ich zueinem Sterbenden gerufen wurde, der in den Armen einer Schwe-ster gehalten wurde, während die andere, d-n Todesschweiß vonseiner Stirn trocknend, ihm sansten Trost zusprach, daß diese Ge-danken mir recht klar vor die Seele traten. Wie leicht findetdann der Zuspruch des Geistlichen den Weg zum Herzen des Sün-ders, wie vorbereitet ist er dadurch. Von den sieben Gefangenen,die in diesem Jahre in ihren Armen gestorben sind, würde keinermit solcher Ruhe, Zuversicht und Vertrauen, vielleicht der eine oderandere ohne alle Herzensbckehrung gestorben seyn. Wenn die barm-herzigen Schwestern nichts Anderes, als diese Beihilfe den Ster-benden geleistet hätten, so würde durch die Einführung derselbeneine Königl. hohe Regierung sich gewiß den Dank aller Menschen-freunde nnd ein großes Verdienst erworben haben. Aber nichtminder segensreich war ihre geistige Wirksamkeit aus die Krankenüberhaupt, vornämlich auf die langwierigen Kranken. Da liegtvoll Schmerz und gelähmt ein alter Räuber, dessen Mitschuldiger voretwa 2 V2 Jahre unier Fluchen und Murren verschieden: kein Klage-laut kommt aus seinem Munde; das Gebet ist sein Trost, diestille Aufopferung seiner Leiden sein Tagewerk geworden: die Schwe-stern haben ihn dieses gelehrt. Da liegen zwei junge Leute,verwildert, verkommen, unzufrieden nnd voller Groll gegen sichund gegen Alles, waren sie auf das Lazarett) gekommen: sie warenschon lange Zeit, schon öfter im Hause, keine Strafe, keine ernst-liche Warnung, keine dringliche Ermahnung des Seelsorgers hattesie bessern können: sie sind jetzt gute Menschen geworden, sie habendie Gnadenmittel der Kirche mit Ernst, mit Reue und Zerknir-schung gebraucht, sie sind nun ruhig und gottergeben, ihr ganzesWesen, selbst ihre veränderten Gesichtszüge beweisen es: das Bei-spiel, die frommen Ermunterungen, vielleicht auch das anhaltendeGebet, das die Schwestern zum Vater aller Gnaden für sie zumHimmel gesendet, haben das gethan; da liegt der arme krankeJude, freut sich seiner Pflege und preist die Religion Jesu: meineFrau und meine Tochter, sagt er, könnten wahrlich nicht mehrthun, als die Schwestern an mir thun. Eine alte Verbrccherin,
schlimmeren Wunden der Sünde, die sie geheilt haben, anzugeben
ES ist stets ein sicherer Erfolg der aufopfernden und unermüdlich! die ihr Leben zwischen Zuchthaus und Diebstahl getheilt hatte,liebreichen Lcibcopflcgc der Schwestern, daß sich ihnen das Herz list da erst zur Erkenntniß der Tugend, zur Liebe Gottes, vielleichtdes Gefangenen so leicht öffnet, daß sein Zutrauen in vorzüglich! zum ersten Mal in ihrem Leben, gekommen: sie hat sich bekehrt,hohem Grade sich ihnen zuwendet. Liegt da der Sünder, noch > ich habe nach ihrer Entlassung Erkundignngen über sie eingezogen,harten und verstockten Herzens, mit dem schweren Gedanken, daß sie bleibt gut. Es ist noch Keiner von der Krankenstube entlassen,seine Sünden ihm AllcS, sein Glück auf Erden, die Ruhe seines «der nickt einen guten Eindruck mitgenommen hätte; ich habe oftGewissens, die Hoffnung und Zuversicht in die Ewigkeit geraubt,! Gelegenheit gehabt, das in der seelsorglichen Behandlung der Ge-ist er der Verzweiflung nahe, und schreckt ihn der bange Zweifel, j fangencn zu erfahren. Und wenn die Kranken auf der Genesungob seine Seele noch Gnade vor dem Richterstuhlc GotteS finden^sind, so ist eS eine Lust zu sehen, wie die Schwestern bald ihrekann: sieht er dann an seinem Bette sitzen die barmherzige Schwe-! schwachen Kräfte zu kleinen Arbeiten zu benutzen wissen, z. B. beister, die auch Alles verloren, aber freiwillig Alles aufgeopfert hatten Frauen: Da haben sie eine Arbeit für das HauS oder dieum Gottes und der Tugend willen, und ihm zu helfen, die jeden! Kirche unter Händen, etwas zu nähen oder zu stricken. SetzenAugenblick bereit ist, jede seiner Mienen und Geberdcn bewacht, ^sie sich damit neben die Kranken und sagen: Es ist so schön,ob sie ihm nickt eine Erleichterung , einen Trost spenden könne: etwas zum Nutzen des Hauses, das sie pflegt, oder für die Ehre