denkcr begünstigt und von der ko'nigl. preuß. StaatSrcgierung nichtgehindert, schufen sie eine neue Sccte, und stellten ein Glaubens-bekenntnis; auf, das von allen übrigen der Christenheit abweicht,des Sohnes Gottes und seiner heiligenden Gnade entbehrt, seineGöttlichkeit und Erlösung ausschließt, und alle Heilemittel undUntcrschcidungölchrcn unserer heil. Kirche verwirst, die ihren Mitte.'punct in ihrem Oberhaupte zu Rom hat, von dem Jene sichtzend und schmähend losgesagt haben; eigentlich nur glaubend, daßman uns verhindern müsse, zu glauben. So arbeiten die Verblen-deten an der Errichtung eines Winkclkirchlciriö, das auf Sandgebaut und von allen Seiten jedem Sturme offen, und von derVerneinung lebend, bald wieder verschwinden wird, um sich mitden Fluche» größerer Seelen zu vereinen und den Triumph derkatholischen Kirche zu erhöhen, an deren nicht von Menschen, son-dern von Gott selbst gegründetem Felscnbau schon achtzehnhundertJahre vorübergegangen, ohne sie zu überwältigen. Die hl. Schriftnach Willkür auslegend und verstümmelnd, die apostolische Ueber-lieferung, die Zeugnisse der Vater, des Alterthums und der Ge-schichte verschmähend, nur ihrer natürlichen schwachen Einsicht ver-trauend, oder von ihren Befreundeten sich angeben und rathenlassend, was man glauben solle oder wolle, gehören jene Abtrün-nigen zu der jungen irdisch gesinnten und hochmüthigcn Welt, dieim Streite liegt mit dem Christenthum, die seinem Lichte ihreFinsternisse, seinem Frieden ihre Verwirrung, seiner Kraft ihreHilflosigkeit, seiner Wahrheit ihre Zweifel entgegenstellt, und Nichtshat, um den von Gott abgewandten Geist und das ihm untreugewordene Herz wieder zu versöhnen, und die Tröstungen undTugcndmittcl zu ersetzen, welche die katholische Kirche , vom heil.Geiste geleitet und unterstützt, den armen Sterblichen darbietet.Wir sind überzeugt, daß Sie als wohlunterrichtete und eifrigeSeelsorger Ihre Pfariuntergcbcncn in den Gefahren dieser Zeit aufalles dieses und auf die Fallstricke der Verführung, zu welchenauch die Lügen und Verleumdungen so vieler Tagesblätter, unddie boshaften Lästerungen unserer Kirche und ihrer Oberen gehören,aufmerksam gemacht und da?or gewarnt haben. Da indeß, wieSie zu Unserem großen Leidwesen UnS berichtet h^bcn, mehrerederselben, theilwcise auch wohl durch Geld oder den arglistiggebrauchten Namen verlockt, zu d,r neuen Sccte übergetreten sind,so gebe ich Ihnen auf, Ihren Psarrangchörigcn in meinem Namenvon der Kanzel öffentlich zu verkündigen: daß jene der früherenMitglieder derselben, die sich der sogenannten dcutschkatholischenKirche zugewendet haben, als welche der römisch-katholischen Kirche in Lehre, Gottesdienst und Verfassung wesentlich widerspricht, ebenhierdurch nach den Aussprüchcn des Conciliums von Tri-nt dieAusschließung von dieser Einen römisch-katholischen, auf kein ein-zelnes Land beschränkten Kirche und von ihren geistlichen Gemein-gütern verwirkt haben, und wir dics.lbcn hiermit als wirklich aus-geschlossen erklären, so wie alle diejenigen, die etwa dieses ärger-liche Beispiel nachahmen und jener heillosen Secte bcitretcn werden,die sich den Namen der katholischen Ki che fälschlich beilegt, undneben ihrem Katholckcrchasse mit der Auflösung und Zertrümmerungdes Christenthums beschäftigt ist. Lasset uns übrigens solchenVerhörten die christliche Liebe nicht versagen, die wir allen Mur-schcn schuldig sind, aber auch bei dem Hinblick auf die traurigenFolgen ihrcs Schrittes in unserem Glauben, der einig, heilig,apostolisch und allgemein ist, befestigt werden, und zu Gott flehen,daß wir standhast und tugendrcich darin verharren, Jene aber zurErkenntniß ihres Irrthums gelangen, »nd rcumüthig in die Arme
dcr Mutter zurückkehren, die sie verlassen haben. Gegeben zu Fulda am 15. August 1845. (gez.) -j- Johann Leonard, Bischofvon Fulda ."
Bekehrungen.
Vor vier Monaten entschloß sich ein junger Engländer ausVorwitz zur Reise nach Argcntcuil. Bei seiner Ankunft wurde ebendie neuntägige Andacht zu Ehren der hier aufbewahrten Reliquienmit großer Feierlichkeit angefangen; der Prediger wies nach, wiedie katholische Kirche die Völker aufkläre und belehre, weil nursie allein alle jene Wahrheiten bewahrt, welche die Menschen inden Himmel führen und auf Erden den Sieg des Kreuzes voll-bringen. Das Wort fiel dem jungen Künstler aus's Herz, er ließsich weiter unterrichten und trat zu Argcntcuil durch Abschwörungdcö Protestantismus in die katholische Kirche über. Diese Feier-lichkeit erbaute das zahlreich in dieser Wallfahrtskirche anwesendeVolk. — In der Gegend von Vunzl'u sind drei lutherischePersonen katholisch geworden. Eine derselben gab als Grund an:Der lutherische Glaube befriedigt richt, läßt das Herz leer; dieneue Sccte (Ron^ethum) glaubt, wie ich höre, noch weniger;darum will ich meiner HerzenSmigung folgen und katholisch wer-den. — Sonntags den 14. dicß ließen sich in dcr Neophytcn-capclle zu Paris zwei junge Jsracliten taufen. Selbst der Präsi-dent deS israelitischen Consistoriums zu Paris soll seine Stelleniedergelegt haben, um seine Kinder katholisch erziehen zu können.Schon sein Vorgänger hatte das Gleiche cruö gleichen Gründengethan. 116 Juden wurden der Erzbruvcrschaft angelegentlich insGebet empfohlen, von denen mehrere sich schon unterrichten lassen,darunter ein Greis von 7t) Jahren. — Aur 6. August legteim Kreise zahlreicher Freunde eine junge protestantische Dame inder Augustincrkirchc zu Arras daS katholische Glaubcncbckenntnißab, mit solchem Ausdruck dcr Innigkeit daß die Umstehendengerührt wurden. — Sonntags den 17. August toustc zu Paris Abb« Rcrtisbonne eine israelitische Wittwe, die schon vier Kindervorher zur Taufe geführt hatte. Unter den vielen anwesendenNeophytcn bemerkte man den kürzlich gctaustcn 80jährige» Rabbi-ner, dcr mit größler Erbauung zur Messe diente. — Zu Salz-burg legten im Juli zwei Protestanten in dcr Pfarrkirche St.Andreas das katholische Glaubcnebckenntniß ab, in der Lyccalkirchcgeschah der Ueberlritt eines Militärs, am 16. Juli empfingen alledrei von dem Erzblschvf die heil. Firmung. — Am 24. Julilegte zu Mayennc in Frankreich ein junger Unterofficier das katho-lische GlaubcnSbekcnntniß ab. Man hatte die Sache geheim hal-ten wollen, sie wurde jedoch bekannt und zog eine große Mengeth-ilnehmenden Volkes an. Am meisten halte ihn die Wahrneh-mung erschüttert, daß die Protestanten unter einander so sehr ent-zweit , in keinem Lchrpunct einig seyen. Dcr häufige Umgang miteinem protestantischen Geistlichen halte eben so zur Bekehrung bei-getragen. Als er vollends diesem seine Zw-ifcl eröffnete, gab dcrGeistliche nur ausweichende Antwort. Dcr Act des Uebertritteswar schr ergreifend und erbauend. — In Nordamerika war dieVerfolgung der Katholiken nie größer als jetzt, dafür sind die Fort,schritte des Katholicismus jetzt reißender als je, namentlich im ver-folgungssüchtigen Philadelphia sind unter den Bekehrten sehr ein-flußreiche Männer, zu Boston dcr reichste Handelsmann Shaw undder sclbstständigstc Denker der Stadt, Hr. Brownson.
Verantwortlicher Redacteur: L. Schönchen.
Verlags-Inhaber : F. C. Krem er.