Ausgabe 
20 (15.1.1860) 3
Seite
17
 
Einzelbild herunterladen

AGbilM SmkllgMM.

Hir. A. 15. Januar 1860.

Das Augsburger Sonntagsblatt (SonntagS-Beiblatt zur Augsburger Post»Zeitung XX. Jahrgang) erscheint regelmäßig alle Sonntage. Der vierteljährigeAbonnementsprcis ist 2V kr., wofür es durch aste k. bayer. Postämter und alle Buchhand-lungen bezogen werden kann.

Lebens-Regel.

Ruf an dein Gott,

Halt sein Gebot,

Leid Geduld in Noth,Gib den Armen Brod,Schweig, trag und leid.Die Unzucht meid,

Frag nicht nach Neid,Hab Acht der Zeit,

Auf Freund nicht bau,Nicht Allen trau,

Auf dich selbst schau,Sei nicht zu genau,

Pfleg dein Gesund,Negier dein Mund,

Treib nicht bös Find,Hüt dich vor Sünd,

Die Alten verehr,

Dein Haus ernähr.

Die Jugend lehr,

Des Zorns dich erwehr,Halt dich fein rein,Mach dich nicht gemein,Bleib gern daheim,Getreu ich's mein.

Der Einfluß der katholischen Religion auf die verschiedenenGewerbe in materieller Beziehung.

Welchen wohlthätigen Einfluß die katholische Religion auf die schonen Künsteund Wissenschaften ausgeübt habe und noch stets ausübe, ist schon oft von den ge-lehrtesten Männern jedes Jahrhunderts hervorgehoben worden; ja dafür sprechen dieWerke der Kunst selbst, die mir dem Gefühle religiöser Begeisterung aufgefaßt unddem betrachtenden Auge vorgestellt, nuwillkürlich tiefe Rührung im Herzen des Beob-achters hervorrufen, in welcher der schaffende Geist drö Künstlers mit seinen Fittigender Glaubenskraft und innigen Frömmigkeit nnS umweht. Wir dürfen nur denkenan jene bisher unerreichten Gebilde der christlichen Baukunst, der schöpferischen Maler-und Bildhauerkunst, um »»getheilten Herzens mit einzustimmen in den Ruf begei-sterter Kunstfreunde: Wahrlich, so was vermag nur der von, heiligsten Glauben durch-drungene Geist hervorzubringen. Und wirklich, wahre, ächte, gediegene Kunst findetKch nur im Bereiche der katholischen Kirche. Die herrlichen Tempel, welche der ka-tholische Glaube erbaut, bald in ungeheuern Wölbungen im edelsten Geschmacke zuerhabener Höhe mächtig sich erhebend, bald in tausendfältigen Spitzbögen in verschie-denartigster Nerzweignng vereint, als eben so viele Zeiger zum Himmel weisend;die Schöpfung der bildenden Kunst, die bald mit ihrem Zanberpinsel nnS sichtbar dieBewohner des Himmels in ihrer Seligkeit zeigt, bald mit ihrem Meißel selbst demtodten Steine Leben gibt, reißen nicht nur den für Kunst Empfänglichen, sondernjeden Menschen insgemein zu», Staunen, zur Bewunderung hin, er fühlt es, erbefinde sich vor einem Werke, das von Geistern höherer Art Leben und Dasein er-halten hat.