Der Orden des heil. Benedictus in Nordamerika .
Es ist längst bekannt, wie groß und drückend in Amerika, zumal in den Ver-einigten Staaten , der Mangel au Priestern ist; wie viele Seelen deßhalb schon ver-loren gegangen sind, wie viele andere bloß aus diesem Grunde nicht der Kirchegewonnen werden konnten. Doch der Herr, scheint es, will sich auch hier erbarmen,und besonders durch den Orden des heil. Benedictus Großes vollbringen.
Mit einigen Studenten und einer Schaar anderer junger Männer landete imHerbste 1846 — also vor 13 Jahren — 1*. BonifaciuS Wimmer ans dem SiifteMetten an der Küste von Amerika , und schon blüht heute dieser älteste und ehr-würdigste unter allen Orden des Abendlandes in zehn verschiedenen Diöcescn Amerika's !V. BonifaciuS ist iufulirter Abt deS StammklosterS St. Vincent im BiSthum Pilts-burg*), und hat außerdem bereiiS Filialen (meistens Priorate) zu Butler und Car-rollton in derselben Diöcese; zu Marienstadt, MorraiS (St. Sevcrin) und Eric imBisihum Erie, zn Bellefonte im BiSthnm Philadelphia, zu Newaek und Covingtonin den Diiiccsen gleichen Namens, zn St. Clond (eigentlich 3 Stationen: St. Cloud und St. Joseph, St. Paul von Shacopie mit 8 Priestern) im Bislhum St. Paul (Minnesota), zu Doniphan im apost. Vicariate KansaS (Douiphan und Leavenworth),zu Omaha-Ci>y im apost. Vicariate Nebraska und endlich zn 8:>n loso im BisthumGalveston (Teras) gegründet. Neberdieß hat das Kloster Einsiedeln in der Schweiz seit etlichen Jahren eine Filiale (Priorat) zu St. Meinrad im Bisthum VinccuneS(Jndiana).
In der Abtei St. Vincent ist außer dem Noviziat und der theologischen Lehr-anstalt für Candidaten des Ordens- wie des WclipriesterstandcS noch ein vollstän-diges Kollegium oder Knabenseminär mit wenigstens 100 Zöglingen, die theils fürden geistlichen Stand bestimmt, theils aus Barmherz'gkeit aufgenommen sind. Selbstder hochwüldigstc Bischof Neumann von Philadelphia läßt dort mehrere junge Leutezum Priesterstande vorbereiten.
In Marienstadt ist das Mutterhaus der Benedictinerinncn -für Nordamerika (gleichfalls von 0. BonifaciuS gegründet), welches bereits Filialen hat zu Erie , Ne-wark und St. Cloud .
Zu Newark wurden bereits vor einem Jahre die nöthigen Räume hergerichtetfür ein Knabenseminar; zn Covington wurde unter dem Tiiel: ,,8t. ilcmeplm klas-sierst Meristem)'" eine ähnliche Anstalt eröffnet, in St. Clond soll ebenfalls ein Se-minar für weiße, in St. Joseph ein solches für Judianerknaben errichtet werden.Gleiches wird hrff.ntlich in Marienstadt oder Erie , in Doniphan und 8mi 4osageschehen, falls eö nicht bereits geschehen ist.
An allen Orten ohne Ausnahme und meist noch in weiter Umgebung versehendie Beuedictiner die Scelsorge, hauptsächlich bei den Deutschen, häufig aber auchbei den englisch und französisch Redenden, wo diese keine eigenen Gemeinden bileen.Gewöhnlich haben sie gepade solche Gemeinden übernommen, die keinen eigenen Seel-sorger erhalten können, weil sie zu arm sind, wie in den Bergen der Alleghany's,in Minnesota, KansaS und Nebraska . WaS anderen Orden und Kongregationenunmöglich ist, könne» die Söhne des heil. Benedicius leisten, weil sie von einer be-trächtlichen Anzahl Laienbrüder (im Ganzen mögen ihrer dermal beiläufig 100, derPriester aber gegen 50 sein) unterstützt werden, die durch ihrer Hände ArbeitdaS reichlich ersetzen, was arme Gemeinden bei ihrem besten Willen nicht leisten können.
Wie hochgeschätzt die Brnediciiner sind, mag man daraus abnehmen, daß dieBischöfe von Convington und Leavenworth, beide aus dcr Gesellschaft Jesu , nicht