Ausgabe 
20 (15.1.1860) 3
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ruhten, bis sie solche erhielten, und daß der hochverdiente Bischof Odin von Gal-veston die weite Reise nach St. Vincent nicht scheute, um den Abt zur Uebernahmevon 8an lose zu bewegen.

Mancher mag vielleicht geneigt sein, dem unermüdlichen p. Bonifacins vorzu-werfen, daß er zu viel unternehme; aber wer sich die Mühe nehmen will, die kirch-lichen Verhältnisse in Amerika näher kennen zu lernen, der wird auf ganz andereGedanken kommen. So waren gegen Ende des Hörigen Jahres in Minnesota unter270,000 Einwohnern 50,000 Katholiken, und Priester 27! darunter 8 Benedikti-ner ; ohne diese also wären es gar nur 19 gewesen! Ja in Neu Mcrico warenfür 78,000 Weiße und 5000 bekehrte Indianer, also für 83,000 Katholiken nur26 Priester da. Aehnlich ist'S anderwärts.

Der im Ucbrigcn ausgezeichnete Ur. I'. Petrus Lechner von Schepern läßt ineinem Berichte, der in den Heften der Leopoldincnstiftung abgedruckt ist, erkennen,daß ihm das Leben der Trappisten in Kentuckp ungleich besser gefallen hätte. DieErfahrung hat aber bereits gelehrt, daß letztere, die zndem weder Scelsorge noch Se-minarien haben, abnehmen, während die Benedictiner sich so rasch vermehren undverbreiten ein Beweis, daß 0. Bonifaz den geeignetsten Weg eingeschlagen hat,um möglichst viel Gutes zu wirken. Möchten Alle, die am Gedeihen unserer heil.Kirche in Amerika , mithin auch an dem Anfblüh.-n des Benedi'ctiner-OrdcnS daselbst Antheil nehmen, ihn wenigstens mit ihrem Gebete fleißig unterstützen.

(Schluß folgt.)

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W

Die Pest der schlechten Wucher.

Von r. K. Clemens.

' , (Fortsetzung.)

Schon Mancher hat sich verleiten lassen, verderbliche Bücher zu lesen; er glaubtenur eine unschuldige Neugier zu befriedigen und spiegelte sich vor, er wollte dochauch auf der Höhe der Zeitbildung stehen und was ist daraus geworden? Erverlor noch das Fistikchen Glauben, welches er hatte und mit dem GlanbenSsünkleiuerstürben auch die schwachen Keime seiner Tugend. Daß dies nicht aus der Lastgegriffen ist, kann mau bald gewahr werden, wenn man die ungeheure Menge derHalbgebildeten betrachtet, welche in Privaikreiseu wie im öffentlichen Leben, in bürger-lichen Versammlungen wie in den Verhandlungen der Kammern mit vollen Backendie falsche Weisheit der neuen Zeitbildung aussprudeln. Woher kommt diese roheUnkenntuiß der einfachsten Rechtsgrundsätze? Woher kommt dieses hochmüthige undfalsche Aburtheilen über Zeitsragen und Zeitereignisse? Woher kommt eS, daß inganzen Gegenden und Ländern die öffentliche Meinung völlig irregeleitet und ver-kehrt ist? Woher kommt selbst bei den sogenannten Gutgesinnten dieses feige Lieb-äugeln mit Grundsätzen, die man einfach mit Füßen treten sollte? Ich weißwohl, daß unsere Zeit auf den faulen Fundamenten des sieben; Huten und achtzehntenJahrhunderts steht; ich verkenne auch nicht den ungeheuren Einfluß, den eine ver-kehrte Erziehung äußert aber das wird man doch zugeben müsssn, daß die schlechteLiteratur einen großen Theil der Schuld trägt. Ebenso ist eS eine Wahrheit, welchevon der täglichen Erfahrung tausend Mal bestätigt wird, daß viele unserer Zeit-genossen, die in religiöser und sittlicher Beziehung j tzt verwildert sind, anfangs Herz-gute Leute waren. Aber sie halten nun ei, mal das Unglück, der schlechten Presseznr Beule zu werden. Sie lasen täglich die nichtSwürdigstcn Zeitungen, sie schöpftenihre Fortbildung aus Gcschichlswcrke», Zeitschriften und ConversaiionSleriken derschlechtesten Art und hatten doch vorher noch keinen festen Grund im Guten gelegt.Sie lasen jene socialistischen und communistischen Teudcuzromaue und Broschüren uud

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