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nach Außen hin zu leben, aber ein Fremdling in deinem eigenen Herzen zu bleiben?Der Mensch ist ohnehin schon zu sehr geneigt für diese Richtung und du wolltestnur noch dies mehr befördern? —> Du gleichest einem Menschen, der eine reiche Erb-schaft angetreten hat und nun sich gleich ohne Weiteres auf die Reise macht, umfremde Länder zu sehen. WaS hilft es ihm, wenn er auch noch so viele fremdeLander nnd Völker kennen lernt, aber von seinen eigenen Besitzungen keine nähereKenntniß hat? ES kann ihm begegnen, daß, während er sich auf seinen Reisengut unterhält, seine eigenen Landgüter von schlechten Verwaltern nnd von Räubernverwüstet und verschleudert werden, so daß er plötzlich ein armer Mann ist. DiesesJahr ist vielleicht daS letzte Jahr deines Lebens. Du trägst vielleicht jetzt deinletztes Kleid und man wird dir kein neues mehr anmessen. Blicke nun in dein bis-heriges Leben und erforsche dich, ob du auch nur eine Spur von Selbstkcnntniß ent-deckst. Du warst bisher ein Welleuspiel der Zerstreuungen, deine ganze Frömmig-keit war von zufälligen Stimmungen abhängig. Du suchtest dich zu überreden, essei dir um eine wahre Besserung zu thun und doch hast dn nie über die Ursachendeiner Fthler nachgedacht, du kennst noch nicht einmal deinen Hauptfehler und deinevorherrschenden Leidenschaften, kurz: in deinem bisherigen Leben herrschte keine Ord-nung, kein Plan, und so lebst du Jahr aus Jahr ein dem furchtbaren Tage derEwigkeit entgegen. Damit will ich keinen Wermnth in dein Lcbeu mischen, sondernnur sagen: man überschätzt sehr leicht solche Bücher und man vergißt darüber dieSelbstkcuntuiß, welche doch von aller Menschenkenntniß die nothwendigste ist. —
(Schluß folgt.)
Christliche Wohlthätigkeit.
(Neue Wohlthätigkeits-Anstalt in Paris .) Einen überaus wohl-thätigen Eindruck muß auf die für das Wohl der leidenden Menschheit ernstlichbesorgten Katholiken die Ueberzeugung machen, daß in Mitte der sie allseitig um-gebenden Genußsucht wahrhaft edle für das Wohl und Wehe der leidenden Mit-brüdcr egnpsängliche Seelen sich finden. Den Beweis hiesür liefert eine erst neulichdurch Sammlung milder Gaben inS Leben gerufene WohlthätigkeitSanstalt in Paris. Durch amtliche Nachforschungen hat sich nämlich herausgestellt, daß in Paris bei derUeberfüllung der Spitäler viele der Unterstützung bedürftige Greise zurückgewiesenwerden mußten. Ihre Zahl soll sich in Paris allein auf 6000 belaufen. Diearmen hilflosen Menschen fallen nun ihren Kindern, die oft selbst kaum Brod fürdie Sprößlinge ihrer Ehe haben, zur Last. Krankheit und körperliche Gebrechenverhindern die Mehrzahl derselben den Gottesdienst zu besuchen, und so entbehren siein ihrem ohnehin erbarmenswerthrn Zustande auch noch des religiösen Trostes.Diesem Uebelstande abzuhelfen, hat sich eine Gesellschaft gebildet, welche in kurzerZeit durch Sammlung milder Gaben das Geld zum Ankauf nnd zur Ausstattungeines Hauses, dem auch eine Kapelle angebaut ist, zusammenbrachte, in welchembereits mehrere dieser Unglücklichen unter Leitung der barmheizigeu Schwestern Obdachund Verpflegung finden.
Vier Stücke, die großen Frieden bringen.
1. Befleiße dich, lieber eines Andern W llcn zu thun, als deinen eigenen.
2. Ziehe es stets vor, weniger als mehr zu haben.
3. Suche immer den untersten Platz nnd unterwirf dich gerne Anderen.
4. Wünsche allezeit und bete, daß der Wille GottcS vollkommen geschehe!
Redaciid» und Verlag: Oo. Mar Hultler. — Druck «ru 2. M. Kleinlc.