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Deutschen in 6a5troviIIo, 8an Antonio, Neu-Braunfels , FriedrichSbnrg, DhaniS,Kuihi n. s. w. zu pastorircn, da sich bis jetzt weder Weltpricster noch die deutschen Minoriten daselbst halten konnten. Diese Missionen der Deutschen allein würden10 bis 12 Priestern mehr als genug zu schaffen geben, besonders wegen der weitenEntfernung von einander; die Benediktiner muffen aber überdieß auch hier so baldals möglich Lehranstalt nnd Seminar errichten, und das nicht bloß für deutsche Jüng-linge, sondern auch für die spanisch und englisch Redenden. Ferner wäre eö schonlange der sehnlichste Wunsch der Missionäre wie des Bischofs, daß endlich aucheinmal für die Bekehrung jener Indianer etwas geschehe, die zwischen Teras undNew-Merico Hausen; und endlich hofft und wünscht der hochwürdigste Bischof Odin ,daß sowohl 8an lose als die benachbarte Kirche zur Unbefleckten Empfängniß Mariabald bedeutende Wallfahrtsorte werden sollten.
Somit auch hier Aussichten auf Arbeit und Mühe in Hülle nnd Fülle! Ganzähnlich steht eS in Kansas und NebraSka, nicht viel besser in den Diöcesen Covington,Erie, Newark und im westlichen Theile der Diöcese Philadelphia, nm von anderenStaaten und Sprengeln, wo die Bcnedicliner noch nichts übernommen haben, garnicht zu reden.
Doch Eine Hauptaufgabe, die — wie ich zuversichtlich hoffe — der Benediktiner wartet, muß ich noch kurz erwähnen: es ist die Bekehrung und allmälige Befreiungder Neger, deren es in den Vereinigten Staaten gegen >1 Millionen gibt. Esscheint mir sogar, daß eS besser wäre, zuerst mit allem Ernste an die Bekehrungdieser armen Verbannten zu gehen und aus ihrer Mitte dann mit der Zeit auchApostel für die Völker ihrer Heimath zu bilden, als fort und fort die wackerstenMissionäre nach Afrika zu schicken, wo sie gewöhnlich ein heißes Grab finden, ehesie noch recht ihre Wirksamkeit entfalten können. Die Sache scheint mir so wichtig,daß ich wohl bald ausführlicher darauf zurückkommen werde: für heute nur noch dieBemerkung, daß in Amerika beinahe einzig nur darum für die Bekehrung der Negernoch sehr wenig geschehen ist, weil die vorhandenen Missionäre noch lange nicht imStande sind, nur die bereits vorfindlichen weißen Katholiken gehörig zu versorgen —denn — offen gestanden — Nordamerika wird von Deutschland nnd Oesterreich vielzu sehr unterschätzt und viel zu wenig unterstützt — Dank besonders der Rührigkeitder Freimaurer und der Leichtgläubigkeit unserer kathol. Zeitblätter! U.
I.V.2
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Verschiedenes.
(Einfache Sitten.) Ein Brief von den Ufern des Ural in Rußland ent-hält denkwürdige Nachrichten von den Kirgisen in der Nähe von Orenburg . ImWinter erscheinen Taufende von Kirgisen bei den ersten Kaufleuten von Orenburg und nehmen in den Magazinen Alles, was sie brauchen können, heraus. Der Kauf-mann liefert dem Käufer, ohne ihn zu kennen, die Waaren aus, bestimmt derenPreis, schreibt den Namen desselben und die Anzahl der genommenen Gegenständeein, und entläßt ihn mit den Worten: „Du wirst mich bis Frübjahr oder Sommerbezahlen nnd mir dann Hämmel geben, welche ich zu dem Preise, in dem sie ebenstehen, annehme." Znr festgesetzten Zeit kommt der Kirgise und entledigt sich ehrlichseiner Schuld gegen seinen Gläubiger. Bleibt er aus, so wird der Kaufmann nichtunruhig: „Es gibt so viele Dinge, sagt er, die ihn zurückgehalten haben können!Er hat dieses Jahr nicht bezahlt, so bezahlt er nächstes Jahr; eine Schuld einesKirgisen ist niemals verloren." Uuv in der That ist kein Beispiel vorbanden, daßein Kirgise seine Verbindlichkeiten nicht gelöst hätte. Stirbt er, so bezahlen allemalseine Erben, Vater, Sohn, Bruder oder Verwandter, seine Schulden. Die Erbenbezahlen sogar die Interessen mit dem Kapital.
Reductivu und Lerlag: t)r. Mar Huttler. — Druck, vrn 3. M. Nlcinle.