Die Jesuiten und Rebemptoristen in den Bereinigten Staaten
(Fortsetzung.)
In den Gemeinden, die wir in 14 Kirchen mit 50 Patres versehen, habenwir z. B. im Jahre 1856 gegen 5700 Kinder getauft. Kommunionen haben wirin diesen Kirchen gespendet 280,500. Die erste heilige Kommunion empfingen 1444Kinder. Protestanten wurden im .Glauben unterrichtet und in den Schoß der Kircheaufgenommen 179. In unseren Schnless empfingen 6655 Kinder religiösen nndElementar-Unterrichr, größtentheilS unter der Leitung von Schnlbrüdcrn nnd derarmen Schulschwestern. Ueberdieß werden 130 schwarze Kinder von schwarzen Kloster-frauen unterrichtet, deren Leitung sammt der Besorgung einer Gemeinde von etwa500 Schwarzen ebenfalls einem unserer Patres anvertraut ist. Diese Gemeinde istseit Jahren die einzige in den Vereinigten Staaten , die ausschließlich anS Schwarzenmit einer eigenen kleinen Kirche besteht. Anderswo find die Schwarzen in den Kir-chen meistens auf einen Winkel, die Emporkirche angewiesen. Da in solchen Fällenkaum die Hälfte derselben Platz finden kann, so liegt am Tage, daß deren religiöserEifer wesentlich darunter leidet. Die Stühle sind von den Weißen besetzt. Kaumdarf es ein Schwarzer wagen, sich einen Sitz unter diesen zu nehmen. Hätte manPriester genug, nm sich mit den Negern eigens besassen zn können, so könnte manwohl in kurzer Zeit Gemeinden von Tausenden zusammenbringen. In den Sklaven-staaten hat mancher Herr Hunderte und selbst Tausende von Sklaven, die meistMethodisten und Bapiistcn — wenigstens dem Namen nach — oder Nichts find.Es wäre gar nicht schwer, gute Katholiken aus ihnen zn machen; aber eö ist Nie-mand da, der die. Sache in die Hand nehmen könnte. Meinem Vorgänger hat eineLady von South-Carolina den Antrag gemacht, 2 bis 3 Patres während der Winter-monate auf ihre Plantagen zu schicken, um dort ihre nnd ihrer Nachbarn Sklavenzu unterrichten, von denen bei tausend zusammenkommen würden. Einen ähnlichenAntrag machte mir der verstorbene Bischof von CharlcSton. Allein mein Vorgänger,wie ich konnte hier nicht entsprechen, denn es gibt in der Nähe und unter den Wei-ßen so viel Arbeit, daß wir mit den wenigen uns zu Gebot stehenden Kräften kaumdie Hälfte davon thun können.
Um wieder auf unsere Schulen zurückzukommen — fährt P. Rnland, Provin-cial der Nedemptoristen-Kongregation fort — so findet sich die zweitgrößte Zahl vonKindern in New-Orleans , wo 1100 derselben unterrichtet werden. Vierhundertdavon sind deutsche, nnd 700 englische, denn dort versehen wir auch eine englischeGemeinde. Die deutschen, wie die englischen Mädchen stehen nnter der Leitung derarmen Schulschwestern, deren Stammhaus in München ist. Die Patres haben mirmit großer Befriedigung die Aenderung zum Besseren gemeldet, die besonders bei denenglischen Mädchen unter ihren dermaligeu Lehrerinnen sich kund gibt. Die dritt-größte Zahl von Schulkindern, 1040 hatten wir in New-Nork. Philadelphia zählt800, Buffalo 690 n. s. s.
Außer den Schulen nehmen auch die Waisenhäuser unsere Sorge in Anspruch.DaS Waisenhaus in Baltimore ist im Stande, 200 Kinder und selbst 300 aufzu-nehmen, obgleich gegenwärtig nicht die Hälfte hiervon darin sind. Bei dem Baudieses Hauses haben sich die Deutschen selbst übertreffen; denn nur durch deren Frei-gebigkeit war es möglich, ein so geräumiges Gebände auszuführen, das in Zukunftvon großem Nutzen werden kann. Die Sorge für die Waisen haben gleichfalls diearmen Schulschwestern übernommen, während der Unterhalt der Kinder von denBeiwagen der deutschen Katholiken gewonnen wird. In PittSbnrg, Detroit, Bnffalo,New-Orleans bestehen gleichfalls Waisenhäuser. Auch diese werden von den Schul-fchwestcrn besorgt.