ihrer Königin seien; da sind angesehene Frauen, welche nm einige Dncati eine Hanbe,eine Halskrause oder ein Taschentuch, zierlich gestickt von unbekannter Hand, gekaufthaben und erst später erfahren werden, daß selbe von der Königin verfertigt waren.Wie kann man wirksamer dem Elend des Armen steuern und den Werth der Arbeiterhöhen? Um eben dies zu erlangen, ist es nothwendig, daß sich znr Nächstenliebedie Liebe Gottes als deren Seele und Leben zugeselle; ohne diese zweite hofft manvergebens auf Vollkommenheit, ja sogar auf die Hinlänglichkeit der ersten.
Wäre einmal die Trägheit und der Müssiggang bei den Höfen verpönt, so fielenwohl auch drei Vertheile jener unnützen Schwätzercien weg, womit die Hoflcnteviele Standen des Tages vergeuden, nm, wie sie sagen, „die Zeit zu tiftten." Eöist beinahe unglaublich, wie viel Christine durch ihre Mäßigkeit im Reden auf ihreUmgebung wirkte; sie war hierin ein so vollendetes Muster, daß die Damen inihrer Gegenwart sehr auf der Hut waren, besonders wenn eS sich um den Ruf An-derer handelte; denn sie duldete nie auch die entfernteste Spnr einer Verkleinerung,was doch in den Gesprächen bei Hofe so häufig vorkömmt, da man dort in Ein-kleidung fremder Fehler außerordentliche Gewandtheit und sogar Anmuth besitzt, wo-durch nicht selten die Verwundung noch schmerzhafter wird.
(Schluß folgt.)
Die Bedrückungen der Katholiken in Polen .
(Fortsetzung.)
Diese so vielfach thätige Missionsart hatte übrigens keinen weitem Erfolg, alsdaß ein Einziger wirklich von seinem Glauben abfiel. Dieß war ein Sattler, Na-mens Joseph, ein Mensch, der seiner entarteten Sitten wegen ohnehin schon der all-gemeinen Verachtung preisgegeben war.
So mußte also der Oberst Lvstew gleichwohl die Fruchtlosigkeit seines bisheri-gen Verfahrens einsehen. Er berief daher sämmtliche Familienvater, ohngefähr 80an der Zahl, zu einer öffentlichen Versammlung, erschien dabei, umgeben von denPopen, dem Polizeibeamten und seiner Mannschaft, in voller Uniform und sprachdann nach einigen Augenblicken feierlicher Stille:
„Se. Majestät will, daß ihr Alle der orthodoxen Kirche angehöret. Warumwollt ihr nicht zn unS übertreten?
„Hoher Herr," antworteten sich tief verbeugend alle einstimmig, „wir sind desKaisers Unterthanen, wir zahlen gerne die Steuern, wir weigern uns nie, daß un-sere Söhne der Armee einverleibt werden, wir sind bereit, Alles für ihn zu opfern,selbst unsers Lebens nicht zu schonen, unsern Glauben allein ausgenommen."
„Ihr widerstrebt also noch immer dem Kaiser," versetzte jetzt der Oberst. „Ihrseid Rebellen und gehet sämmtlich zn Grunde, wenn ihr nicht eure Vorstände an-gebt. Macht cnch gefaßt anf die Knnte und auf Sibirien . Nie werdet ihr danneure Weiber oder eure Kinder je wieder sehen. Wollt ihr also euch retten, so nennteure Vorstände."
Da riefen die Bauern: „Wir sind Alle Vorstände, denn wir Alle sind Katho-liken. Möge man uns peitschen oder nach Sibirien schicken; wir trennen uns dannwohl von unsern Weibern und unsern Kindern, nie aber von unserer heiligenKirche."
„Aber man bat euch ja doch auch in der unsrigen gesehen?"
Auf diesen Einwarf noch tiefer sich verbeugend, fuhren die Männer fort:„Nehmt unsere Worte nicht ungnädig auf, hoher Herr. Wenn die ganze Versamm-lung hier von zwei Compagnien Soldaten mit gefälltem Bajonnelt umzingelt wäre,so könnte man dieselbe ebenso gut in einen Schweinstall hineintreiben, wie man nuS