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mit sich führte, Unterdrückte zu trösten und zu beschützen. Zu diesem Zwecke machteer ihm den Vorschlag, er möchte sich selbst nach Dzierzanowicze begeben, die dortige»Bauern für das Schisma zugänglich zu machen und denselben beizubringen suchen,daß eS der Wunsch des Kaisers sei, sie der griechischen Kirche einverleibt zu sehen.Der Marschall aber lehnte solch eine feindselige nnd entwürdigende Zumuthung alsguter Katholik ab, und so sah sich der Senator gezwungen, die Mission selbst zuversuchen, die er auch wirklich damit begann, daß er den berüchtigten Obersten Losiewmit noch einem aus Petersburg mitgenommenen Herrn als seinen Vorläufer vor-ausschickte.
Unterwegs stiegen diese beide Herren im Dominicanerkloster ZabielSk ab, nm dendortigen Pater Prior , Namens Dziegielski zu sprechen.
„Man hat sie beschuldigt, sagte er zu ihm, daß Sie nicht etwa blos eine odermehrere Personen, sondern eine ganze Pfarrei zur katholischen Religion zurückgeführthaben, daß Sie, den Regiernngsvorschriften zuwider bandelnd, in der VolkssprachePredigten hallen und Leute Beicht hören, von denen Sie nicht genau wissen können,ob sie der katholischen Kirche wirklich angehören oder nicht. Es ist das ein StaatS-Vcrbrechen, wodurch Sie die Aufhebung und Wegnahme des Klosters verwirkt haben.Und dieser Strafe können Sie nur entgehen, wenn Sie den begangenen Fehler wiedergut machen. Lassen Sie die Gelegenheit nicht nnbenützt vorübergehen. Sie wissen,daß der vom Kaiser abgeordnete Senator in drei Tagen in Dzierzanowicze eintreffenwird. Schicken Sie daher sogleich einige Ihrer Patres, namentlich den PredigerMokrzecki, ab, mit dem Auftrage, daß sie den Willen Sr. Majestät kund geben unddaS Volk zum Uebrrtritte in die griechische Kirche veranlassen."
Der Vater Prior wies diesen Antrag kurzweg zurück. Nun stimmte der Obersteinen andern Ton an, und, als ob er für daß eigene Beste der Mönche ganz besorgtwäre, fuhr er fort:
„Sie haben da ein hübsches Kloster mit einem großen Garten und einer weitausgedehnten Fernsicht. Sollten Sie zur Erhaltung riues so schönen BesttzthnmSdem Kaiser zu Gefallen wirklich sich nicht zu dem verstehen wollen, was ich Ihnenso eben angeralhen?"
„Ganz gewiß nicht", war die trockene Antwort des Priors.
„Ihr seid also widerspenstig, rief jetzt der Obe. st entrüstet aas, und lehnt euch gegenden Kaiser auf."
„Wir gehorchen unserm Kaiser, versetzte der Prior, Gott aber vor Allem."
^ Nachdem hier der Oberst auf solche Weise seine V rsuche gescheitert sah, begaber sich eiligst nach Dzierzanowicze, um dem Senator daselbst einen feierlichen Empfangzu bereiten.
(Fortsetzung folgt.)
Der PeterSpfennig.
Seit den ältesten Zeiten der Kirche sinken wir unter den Gläubigen einen ed-len Wetteifer in der Kundgebung der Achtung und Liebe zu dem apostolischen Siuhle.Diese Kundgebungen erneuerten sich insbesondere bei Entbehrungen, Leiden, Unglücks-fällen, welche über den heiligen Stuhl hereinbrachen, und in allen Theilen der Welthätten eS die Gläubigen für eine Schmach gehalten, wenn das Haupt der Religion,der Stellvertreter Jesu Christi auf Erden, den Nachtheilen des Mangels ausgesetztund in seiner Amtsführung verhindert werden sollte. Und darum waren Fürsten und Völker beflissen, durch Gaben ihre hohe Achtung für den Nachfolger deS hl.Petrus auszudrücken und so zu der Erhaltung und Regierung der allgemeinen Kirchebeizutragen. Die englischen Könige, welche mit ihrem Volke von Rom anS die