Ausgabe 
20 (26.2.1860) 9
Seite
74
 
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ist eine Bedingung deS Bestandes der katholischen Einheit nnd weil es mehre kath.Großstaaten gibt nnd die romanischen Volker fast ohne Ausnahme, die demschen zumgroßen, die Slaven zum kleinen Theile Katholiken sind und jener unzerstörbarenEinheit angehören, so wird der Kirchenstaat bestehen bleiben trotz aller napoleonischenIdeen, trotz aller Congresse, trotz aller Mazzini und Garibaldi und trotz aller Be-schwerdeführungen deutscher und englischer Akalholiken." So spricht sich Menzel aus,ein Mann von Verstand nnd von klarem historischen Urtheil.

Kirchliche Nachrichten.

AnS der badischen Pfalz, 29. Jan. Es wird in der Pfalz ein sog.Himmelsbries" verbreitet, welcher so voll des abergläubischen, gotteslästeilichen Un-sinnes ist, wie wir noch selten etwas gelesen haben. Es heißt unter Andern: darin:Der Brief sei 1805 auf dem Grabe des Herrn gefunden worden, worauf ihn derPapst dem Kaiser geschenkt habe; ferner Goit selber habe den Brief eigenhändiggeschrieben, wer nicht da--an glaube, solle nicht selig werden; wer ihn bei sich trage,der sei ganz sicher vor Hauen, Stechen Schießen, Pestilenz u. s. w," Der Pilgererfüllt eine christliche Pflicht, wenn er darauf aufmerksam macht, daß alle die, welchesolche abergläubische Dinge drucken und verbreiten, von der katholischen Kirche mitstrengen Strafen bedroht werden. Daraus gebt auch unzweideutig hervor, daß solcheDinge unmöglich von katholischen Priestern ausgehen, wenn ihre F inde eS auchtausendmal behaupten. Gerade dieser unsaubere Himmelsbrief liefert den Beweis deSGegentheils, denn er ist aus einer frei maurerischen Druckerei in Mannheim hervorgegangen. Wir dürfen nun billiger Weise fragen: was veranlaßt die Gegnerder Kirche solches zu drucken? Der wahre Grund wird kein anderer sein, als dieSchuld der Sache den katholischen Geistlichen in die Schuhe, den Verdienst abec in dieeigene Tasche zu schieben.

Milde Gaben für die Mission in Perleberg.

Wir haben, nicht wie wir in Nro. 5 angekündigt haben, 126 fl. 11 kr., son-dern blos hundert Gulden an baarem Gelde und eine große Schachtel mitParamenten für die Mission in Perleberg an den Hrn. Misfions-VicarMüller in Berlin abgesandt; eS verbleiben also in Casse noch 26 fl, 11 kr., seit-her ist neu hinzugekommen 5 fl. und 1 fl., also in Summa 32 fl. 11 kr. baar Geld.

Herr Missions-Vicar Müller hat den richtigen Empfang der 100 fl. in demvon ihm redigirtenMärkischen Kirchenblatte" Nro. 7 abqnittirt nnd schreibt uns ineinem Briefe hierüber noch folgende Zeilen:

Gott vergelte tausendfach die schöne Sendung für Perleberg . Das Geldhat großen Trost gebracht und den armen Leutchen über den Berg hinweg geholfen,so daß die Mission daselbst gesichert ist. Selbst kirchliche Grwänder sind ziemlichausreichend, so daß man von der Augsburger Sendung auch andern, hung-riger» Staiionen Brocken zuwerfen darf."

Von H

Für den heiligen Vater.

1 fl. kr.

Redaction und Verlag: Dr. Mar Huttler. Druct von I. M. Kleinle.