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Hr 1«. 4. März 1860.
Das NugSburger SonntaaSblatt (Sonntags-Beiblatt rur AugSburger Post-Zeitung XX. Jahrgang) erscheint regelmäßig alle Sonntage. Der vierteljährigeAbonncmentspreis ist 20 rr«, wofür es durch alle k. bayer. Postämter und alle Buchhand-lungen bezogen werden kann.
R o,n.
Altes Rom, es ging oft sausend, brausend,Völkerfcgend durch die alte Welt;
Doch du stehst dein drittehalb Jahrtausend,Alles ist, nur du bist nicht zerschellt.
Standest einst an vieler Völker Wiegen,Deren Sein und Namen längst dahin.
Neue sind dann trotzig aufgestiegen,
Um auch schnell in's Meer des Nichts zu zieh'n.
Altes Rom, wie hat man dich gerüttelt!Zwei Jahrtausend heißt du schon verfault;Doch die Vielen, die an dir geschüttelt,Haben längst, ja längst schon ausgcmault.
Brechen wollten dich die nord'schen Stämme,Doch du brächest der Germanen Kraft,
Und wir stecken jctzo in der Klemme,
Aus der du dich lachend aufgerafft.
Ach seit unsern starken Hohenstaufcn,
Herrn der Freiheit, fast des neuen Lichts,Kommen nun die Knaben angelaufen,Raufen, zanken um ihr eitles Nichts.
Doch du, das die alte Welt durchschnobcrtUnd gefesseltdurch — wodurch? — deinHaupt,Hast die neue Welt dazu erobert,
Und es glauben, die noch nie geglaubt.
Altes Rom, dir brachte keinen SchadenKein Napoleon noch Attila.
Wir auch werden Fluch nicht auf uns laden,Attilas sind, denk' ich, auch nicht da.
Meiden d'rum werd' ich mit Rom zu brechen.Denn mir sagt es Der, der ohne Wank:Deine Segen wirst du lang noch sprechen,Wenn manch' jctz'ges Herrlein längst versank.
Neue Völker wirst du kommen sehen,
Deinem Blick' ein längst gewöhntes Spiel;Denn im Völkerglauben wird bestehen,
Was durch Völkerfehde halb zerfiel.
Fels bleibst du, an dem die Wogen brechen,Und des Heilands Wort blieb wahr bis jetzt.Und wie auch Kleinköpfe sich erfrechen,Haupt bleibst du, weil dich der Herr gesetzt.
Zwar wird einst auch deine Stunde schlagen,Altes Rom, im altgewordnen Zwist.
Doch wer wagt, ihr Klugen, eS zu sagen,Was dann von der Welt noch übrig ist?
Die ehrwürdige Maria Christina von Gavoyeu, Königin beider
Sicilien.
(Livillä cattolica.)
(Uebersrtzung ocr Katbol. Blauer aus Tirol.)
(Schluß.)
Diese zarteste Rücksicht für den fremden Ruf, obwohl oft durch die Gerechtigkeitgeboten, wird durch die Nächstenliebe eigentlich noch behutsamer, und führt so anfnatürlichem Wege zu jener Wohlthätigkeit, wodurch die fromme Königin nicht nurder Trost und die Hilfe der Armen, sondern auch den Reichen ein so nachahmuugs-