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ICr. LA. 25. Mär; 1860.
Das Augsburger Sonntaasblatt (Sonntags-Beiblatt rur Auasburger Post-Zeitung XX. Jahrgang) erscheint regelmäßig alle Sonntage. Der vierteljährigeAbonnementsprcis ist 20 er., wofür es durch alle k. barer. Postämter und alle Buchhand-lungen bezogen werden kann.
Nachts.
Wenn die Sterne aufgezogenllnd der Mond am Himmelszelt,Schweben lichte Gottesboten,
Heil'ge Engel auf die Welt.
Wandeln facht durch alle StraßenUnd in jedes Kämmerlein,
D'rin noch Sorg' und Kummer wachenTreten leife sie hinein.
Wägen all die stillen Seufzer,
Die Gebete ohne Zahl,
All' die Thränen, welche fließenAuf dem weiten Erdenthal.
Gießen aus den gold'nen SchalenFrieden, Trost nnv Schlummer aus,Und Verlagen, wie sie kamen,
Leise, segnend dann das Haus.
Niemand hört die stillen Tritte,Keiner ihrer Flügel Schlag,
Ihre Lichtgestalt kein irdischAuge je erschauen mag.
Doch ein Paradieses AhnenFüllt die Seele wundermtld,
Und in sel'ge Träume dämmertLeis hinein ihr himmlisch Bild.
Provinz Brandenburg in Preußen ,haben wir nachstehendes Schreiben erhalten:
Hochgeehrtester Herr!
12. März 1860. Im Juli v. I. baten wir Cw. Wohlgeboren um gütigeAusnahme eines Artikels: „die Leiden und Freuden der Misston Perleberg ."Diese Bitte muß wohl geneigtes Gehör gefunden haben, denn wir empfingenvor einigen Wochen durch den Herrn Missions-Vicar Müller zu Berlin von dorther den Betrag von 100 Gulden.
Diese Nachricht hat uns große Freude bereitet, sie war Charpie für wundeHerzen, die hier noch fortwährend unter der Ueberzahl der Protestanten kämpfen.Gott vergelt es daher den edlen Wohlthätern von Augsburg , da wir es nichtanders als durchs Gebet vermögen und das wird geschehen, so lange noch einerin der Gemeinde Gedächtniß für empfangene Wohlthaten hat.
Vorläufig unseren herzinnigen Dank auch Ihnen, hochgeehrtester Herr, fürIhre Bemühungen, die Sie für eine unbekannte arme Gemeinde angewendethaben. Wenn doch unsere entfernten Glaubensbrüder und Schwestern die Nothder Missionen im Norden des Vaterlandes in ihrem ganzen Umfange besserkennten, gewiß, dessen halten wir uns überzeugt, würde so manches milde Herzim Westen und Süden desselben sein Schärflein zur Linderung der kirchlichenNoth für die armen zerstreuten Katholiken gerne beitagen.
Am 1. October v. I. sind wir in das neuerworbene Haus eingezogen.Wenngleich noch nicht der Würde entsprechend eingerichtet, war doch aller-seits die Freude unbeschreiblich groß, nunmehr den lieben Gott in einem Eigemthum beherbergen zu können. Schnell wurde alles soviel, wie es die vorgerückteJahreszeit gestattete, in Stand gesetzt, das Fehlende bis zum Sommer diesesJahres ausgesetzt, am Allerheiligen-Feste, 1. November, Kirchweihfest gehalten,