Heiligung ihrer Oberhirten an der Begründung des Christenthums und derOrdnung des Kirchenwesens in Dänemark, Schweden, Norwegen ; selbst für dasferne Island wurde der erste ständige Bischof, Jslcf, im Jahre 1056 durch Adal-bert von Bremen geweiht. Ebenso ist bekannt, wie nicht allein dieser Adalbert,sondern bereits seine Vorgänger einen wesentlichen Antheil an den Angelegen-heiten des deutschen Reichs und seiner Nachbarländer genommen haben. Erz-bischof Adalach war ein vertrauter Freund des Kaisers Otto 1- und zog mitdiesem nach Rom; bei ihm verlebte auch der Papst Benedict V. , an der Fort-führung des Pontificats durch den mächtigen Herrscher gehindert, den Rest seinerLage. — Der Glanz und Einfluß, welchen die Erzbischöfe von Hamburg-Bremen durch die Errichtung eigener Metropolitanstühle in Scandinavien (zu Lund ,ilpsala und Drontheim) und die Verbindung der ältern, sowie der jüngern bischöf-lichen Kirchen dieser Länder mit letztem allmälig im Norden verloren, wurdeihnen wiederersetzt durch die Erweiterung ihres Metropolitansprengels nach Osten.Schon Otto l. hatte zu Aldenburg (oder Oldenburg — im äußersten Nord-osten des heutigen Holstein) ein Bisthnm gegründet, welches aber fast zweihun-dert Jahre hindurch das (früher erwähnte) Schicksal seines südlichen Nachbar-bisthums Havelberg theilen mußte. Erst dem kräftigen Arme Heinrichs desLöwen und noch mehr der apostolischen Ständhaftigkeit des heiligen Vicelin sollte es gelingen, die Ländergebiete des jetzigen Fürstenthums Holstein-Lauenburgund der beiden Mecklenburg für das Christenthum dauernd zu gewinnen. Vicelin, zu Hameln an der Weser geboren, zu Padcrborn durch den gelehrten Hartmannin den Wissenschaften ausgebildet*) und durch den heil. Norbert zu Magdeburg im Jahre 1126 zum Priester geweiht, hatte es durch die ausdauernde und uner-müdliche Thätigkeit, welche er dreiundzwanzig Jahre lang den wilden Volksstämmenin diesen Gegenden widmete, unterstützt durch die äußere Beihülfe der sächsischenHerzoge, insbesondere Heinrichs des Löwen, endlich dahin gebracht, daß das schonseit lange eingegangene Bisthum Aldenburg, und zwar mit Aussicht auf festenBestand, wiederhergestellt werden konnte. Er selber sollte die neue Reihe derOldenburger Bischöfe eröffnen und empfing im Jahre 11^49 durch die Hand desBremer Erzbischofs Hartwich die Conseeration. Im Jahre 1163 — neun Jahrenach Vincelins Tode — wurde auf den Wunsch Heinrichs des Löwen der Sitzdieses Bisthums nach Lübeck verlegt. Hier regierte um die Mitte des dreizehn-ten Jahrhunderts der Bischof Albert, vordem Glaubensprediger in Liefland undnachmals Erzbischof von Riga, während um die nämliche Zeit Gerhart, Grafvon der Lippe, der erzbischöflichen Kirche von Hamburg -Bremen vorstand; —der erstere durch seinen Namen**) und sein eigenes Wirken, der andere durchseine Abkunft***) auf die Verdienste hinweisend, welche der deutsche Norden inseinen edelsten Söhnen sich um die Bekehrung der jetzigen russischen Ostscepro-vinzcn erwarb. Auch noch kurz vor Ausbruch der kirchlichen Wirren des scchs-zehnten Jahrhunderts hatte wie Magdeburg an Friedrich, Merseburg an Thilo,so Lübeck an Nikolaus und Arnold, zweier ausgezeichneten Oberhirten sich zuerfreuen. Ersterer, ein großer Wohlthäter der Armen und strenger Wächter der
*) In dem Bencdictinerkloster Ubdinghoff zu Padcrborn bewahrte man eine Lebensbe-schreibung der heiligen Bischöfe Willehad, Änsgar und Nimbcrt, welche Vicelin in freund-schaftlicher Erinnerung an seinen frühern Verkehr mit den Benediktinern ihnen von Bremen aus zum Geschenk gemacht hatte.
**) Einige Jahrzehnte früher war ein anderer Albert (von Apeldern) der eigentlicheApostel Lieflands geworden.
***) Der Vater dieses Gerhart war in seinem scchszigsten Lebensjahre Cisterzienser undGlaubcnsbote in Liefland und endlich Bischof von Lehall geworden. Sein Sohn Otto, Bischofvon Utrecht, ertheilte ihm die bischöfliche Conseeration; er selber weihte darauf unter AssistenzDieses Otto seinen andern Sohn Gerhart zum Erzbischof von Bremen; und endlich weihtedieser Gerhart im Jahre 1228 einen dritten aus diesem Bruderkrcise, Bernard, zum Bischöfevon Paderborn. So trugen der Vater und drei Söhne die bischöfliche Jnfula.