Stadt blickt, schimmern Millionen Lichter in allen Farben entgegen. Ueberhauptkostet es hier wenig Mühe, die Pracht und den Glanz der großen europäischenStädte in weit höherem Grade zu reproduciren, worauf denn auch Engländer,Frauzosen und Deutsche kräftig hinarbeiten. (Fortsetzung folgt.)
Die heilige Messe.
* Es ist wahr, daß wir nach dem Gebote der Kirche nur alle Sonn- undFeiertage der heiligen Messe mit Andacht beiwohnen sollen, allein, mein Christ,frage Dein Herz:
Was thut der göttliche Menschenfreund in der heiligen Messe für Dich?Er erneuert unblutiger Weise sein blutiges Kreuzopfer. — Und Du? Erneuerstnicht Du Christi Leiden und Sterben, aber blutiger Weise und nicht im gött-lichen Sinne? Deine Hartherzigkeit gegen die Armen, Deine Unredlichkeit imHandel und Wandelberauben Jesum seiner Kleider, Deine Unkcuschheit geisseltihn, Dein Hochmuth hüllt ihn in einen rothen Mantel, Deine Glaubenslosigkeitsetzt ihm die Dornenkrone aufs Haupt und verspottet ihn als einen König derJuden, Dein unwürdiger Empfang des heiligen Altarsacramentes reicht dem amKreuze dürstenden Heilande Essig zum Tränke. Siehe, o Mensch! täglich, viel-leicht stündlich erneuerst Du das Leiden Jesu auf so blutige, Gott beleidigendeWeise. Warum willst Du dies heilige Leiden nicht auch unblutiger Weise undnach göttlichem Wohlgefallen täglich durch Anhörung einer heiligen Messe mit er-neuern? Zeugt Deine Lauheit, die dich streng festhalten lehrt am kirchlichenGebote, von Liebe und Danbarkeit zu Deinem Schöpfer? Und sollst Du nichtGott lieben aus ganzem Gemüthe, aus vollstem Herzen und aus tiefster Seele?
Welche Verdienste wirkt eine Messe, welcher Du mit Andacht beigewohnthast, für Dein eigenes Seelenheil? — Diese Verdienste sind dreifacher Art. Dieheilige Messe ist 1) nicht nur ein Opfer, sondern auch ein Vorbild des Opfers. —Christus opfert sich für uns seinem himmlischen Vater auf, und hierin beruhtdas Opfer. — Er zeigt uns ferner, wie auch wir uns unserm himmlischen Vateraufopfern sollen, nämlich mit gänzlicher Hingebung in den göttlichen Wil-len, und hierin leuchtet er uns als Vorbild vor. Diese ungeteiltesteHingebung ist freilich bei Christus und den Menschen entgegengesetzterArt. Christus verleugnet gewisser Massen seine göttliche Natur, indem Er, derReine, Schuldlose, die Schuld der Unreinen auf sich nimmt. Wir aber müssenunsre menschliche Natur möglichst verleugnen, indem wir abstreifen unsre Lei-denschaften, bösen Neigungen und Begierden. — Die heilige Messe ist: 2) einegvttesdrenstliche Feier und zwar die erhabenste, verdienstvollste. Wenn nun Gott schon durch die inbrünstige Verrichtung einer minder erhabenen Andacht zur Er-füllung jener Bitten bewogen wird, deren Gewährung unser Bestes bezielt, wirddiese Erfüllung dann nicht in doppeltem und dreifachem Maße bewirkt werdendurch die andächtige Anhörung einer heiligen Messe? — Das dritte Verdienstdes heiligen Meßopfers endlich besteht im Nachlasse der geringen läßlichen Sün-den. — Glaubst Du nun, o Mensch! wahrhaft Dich selbst zu lieben, wenn Duvon diesem Quell der Gnaden und Verdienste nur die Sonntage und Feiertageschöpfest, während er täglich für Dich fließt? Du darfst und sollst Dich aberselbst lieben. Denn es steht geschrieben: Du sollst Deinen Nächsten lieben, wieDich selbst. Wenn nun die Liebe zu Gott, welche das erste Gebot vorschreibt,keine sinnliche, aus irdischen Neigungen beruhende sein darf, sondern rein geistigsein muß, so wird auch die Liebe zu uns selbst eine rein geistige, über irdischeNeigungen erhabene sein müssen, indem ja sonst die Liebe in einer sich wider-sprechenden Auffassung: einmal als übersinnliche und dann wieder als sinnliche