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2. September 1860.
Das Augsburger Sonntagsblatt (Sonntags-Beiblatt zur Augsburger Post»Zeitung XX. Jahrgang) erscheint regelmäßig alle Sonntage. Der vierteljährigeAbonnementspreis ist 20 kr.» wofür es durch alle k. bayer. Postämter und alle Buchhand-lungen bezogen werden kann.
Brief des Hochw. k. Cuevas an ? Mendiat.
Manilla, 20. October 1859.
Hochw. Vater!
Die Geschäfte gehen hier nicht so schnell, als Sie sich etwa denken mögen;wir sind noch nicht in Mindanao , und wissen auch nicht, wann wir uns dortwerden ansiedeln können; jedoch ist eine Entdeckungs-Rundreise schon im Plane,welche nur wegen der schlechten Jahreszeit und der Nothwendigkeit meiner Ge-genwart in Manilla bis zu Ende des Jahres verschoben worden ist. Wir hoffensicher, diesen Ausflug machen zu können, und auch einen zur Errichtung einerMission passenden Ort zu finden, um die zahlreichen Heiden, welche in denBergen und längs der Küsten hernmirren, unter den Hort des Glaubenszu bringen.
Die Briefe nach Mindanao müssen die Aufschrift „über Manilla" haben,weil diese Stadt der Centralpunct aller Curiere für den ganzen Archipel ist.
Dieses Land ist sehr schön, und ohne Uebertreibung eines der reichsten imOrient; wenn die spanische Regierung es verstünde, sie recht zu verwalten, sokönnte ihr diese Colonie nützlicher werden als Cuba. Der Cacao, Zucker, Kaffee,Indigo gedeihen da im Ueberflusse; jedoch die einträglichsten Producte sind derTabak und der Abaca, eine Gattung Hanf, welche in großer Menge nach Europa und Amerika ausgeführt wird. In dem öffentlichen Schatze dieses Landes sindimmer viele Millionen, welche nach Spanien gebracht werden, und wohl dieAuslagen ersetzen, die seit drei Jahrhunderten zur Cultivirung dieser früherunfruchtbaren Insel gemacht wurden. Gott der Herr hat sicher das VertrauenPhilipp II - belohnen wollen, welcher, als ihm seine Rathgeber diese Inseln aus-zugeben riethen, weil sie keine Gold- und Silber-Minen enthalten, erwiderte:„Aber sie enthalten viele Seelen, welche man für den Himmel gewinnen kann."Jedoch ist es nicht wahr, daß diese Gegenden gänzlich dieser Art Reichthümerentbehren; denn wenn man auch keine kostbaren Minen entdeckt, so findet mandoch sehr viel Waschgold im Sande der Bäche und Flüsse.
Die Bevölkerung dieser unter spanischem Scepter stehenden Inseln über-steigt fünf Millionen. Die Mehrzahl sind Katholiken, und nur gegen Südenbei Mindanao und in den entlegensten Bergen des Nordens bei Leizon findetman Ungläubige. In dieser Insel, sowie in Jolo und Basilay und andernhängen die Küstenbewohner dem Mohamedanismus an, und sind daher, wie alleAnhänger des Korans, sehr schwer für das Evangelium zu gewinnen, während