Ausgabe 
20 (9.9.1860) 37
Seite
289
 
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9. September 1860.

DaS Augsburger Sonntagsblatt (Sonntags-Beiblatt zur Augsburger Post-Zeitung XX. Jahrgang) erscheint regelmäßig alle Sonntage. Der vierteljährigei Abonnementsprets ist kr., wofür es durch alle r. bayer. Postämter und aste Buchhand-lungen bezogen werden kann.

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Aus den Misfionsbriefen der Gesellschaft Jesu .

Philippinische Inseln.

Brief des u. Bellarte

Hochw. Vater!

an den Hochw. U. Novizenmeister vonLoh ola.

Fernando-Po, 10. Decbr. 1859.

Sie werden sicher schon die zwei Briese erhalten haben, die ich Ihnen nachmeiner Ankunft in dieser Colonie schrieb. Am 3. dieses Monats habe ich diejährlichen Exercitien in Gesellschaft von 3 Vatern nnd 3 Brudern gemacht; daaber k. Dalmaser und k Aranjo selbe zu unterbrechen gezwungen waren, sohaben sie am 19. selbe wieder begonnen, und zwar mit den übrigen Vatern undBrudern. Sobald Alles vollendet war, verfügten 0. Aeövc-do und ich uns zumKönige der Bubis nach Ba-na-pa. Unser Zweck war, ihm anzukündigen, daßwir wünschten, mitten unter seinen Unterthanen wohnen zu dürfen, um ihnenGutes thun zu können. Ein Portugiese bot sich an, uns zu begleiten und alsDolmetscher zu dienen. Da der erste Tag nicht hinreichte, um an's Ziel unsererReise zu gelangen, so mußten wir in einer großen Hütte Unterkunft suchen, wowir sehr freundlich aufgenommen wurden, denn diese guten Inselbewohner be-trachten uns alsMänner Gottes", welchen Namen sie uns stets auch geben.

Wir waren gleich anfangs von den einfachen Sitten dieses Volkes ange-nehm überrascht; sie versammeln sich zu 20, 30 oder 40 in einer dieser großenHütten, und sprechen ruhig unter einander, die Männer auf der einen, dieFrauen auf der andern Seite, unermüdlich mit der Verfertigung von Strohhütenbeschäftigt, ohne sich um die Männer zu bekümmern. Alle horchten begierig aufuns, obwohl unser Wort erst durch einen langweiligen Dolmetscher zu ihnengelangen konnte; und als wir ihnen den Zweck unserer Reise eröffneten, so wur-den sie erst recht aufmerksam, und verlangten sogleich, daß wir ihnen von demneuen Gotte, den wir verkünden, erzählen sollten, was wir auch sogleich zu ihrergroßen Befriedigung thaten. Da wir nun den Weg nach Ba-na-pa nicht kann-ten, so bot sich der Häuptling des Stammes als Begleiter für den nächsten Tagan; aber der Schlaue spielte uns einen Streich, den wir ihm in Rücksicht derfrommen List, die er Hiebei anwendete, gerne verziehen. Sobald wir seine Hütteverlassen hatten, durchlief er in aller Eile die ganze Umgebung, um allen seinenStammesgenoffen anzukünden, daß Männer Gottes angekommen seien, welcheihnen Allen die frohe Kunde und die himmlische Botschaft dieses neuen Gottesmittheilen würden. Als wir am folgenden Morgen in seine Hütte kamen, um Abschiedvon ihm zu nehmen, sagte er uns, daß er während der Nacht beim Könige vonBama-pa gewesen sei, um ihm den Zweck unserer Reise zu eröffnen, und daßPunct 8 Uhr der König selbst, seine Kinder und ein großer Theil seines Volkes