Ausgabe 
20 (23.9.1860) 39
Seite
305
 
Einzelbild herunterladen

AilgMgtt SmtajMiilt.

Mr. 3S.

23. September 1860.

Das Augsburger Sonntagsblatt (Sonntags-Beiblatt zur Nugsburget Post-Zeitung XX. Jahrgang) erscheint regelmäßig alle Sonntage. Der vierteljährigeAbonnementspreis ist 20 kr., wofür es durch alle k. bayer. Postämter und alle Buchhand-lungen bezogen werden kann.

Aus den Misstonsbriefen der Gesellschaft Jesu .

Schreiben des k. D. Smet aus der Gesellschaft Jesu an den hoch-würdigsten u. General derselben Gesellschaft.

(Fortsetzung.)

Die Entfernung von Panama nach St. Francesco beträgt mehr als 3000Meilen. Das Dampfschiff legte in der prachtvollen Bai von Acapuca, einemkleinen Seehafen von Mexico an, um die Briefpost, Wasser und Kohlen einzu-nehmen. Am 16. Oct. Abends kam ich zu St. Francesco an, und schätzte michglücklich, in einem Hause der Gesellschaft und in der Mitte mehrerer meinerBrüder in I. Ch. mich zu befinden, welche mich mit Beweisen der Güte undder herzlichsten Liebe überhäuften. Man fühlt und schätzt es besonders, qusmlicmum et suecmäum Imlntaro lcMi'es in nimm, wenn man ein californisches Schiffverläßt, auf dem mau sich einige Zeit in der Mitte von 1400 bis 1500 Men-schen aus allen Nationen der Erde befunden hat, die Alle von dem Goldfieberangesteckt sind, und an nichts denken und von nichts reden und träumen, alsvon Goldminen und von den irdischen Freuden, welche ihnen das Gold später-hin verschaffen wird. Aber diese Hoffnung wird oft fürchterlich getäuscht.

Wir reisten am 20. von St. Francesco ab, und legten mehr als 1000Meilen in 4 Tagen zurück, um uns nach dem Fort Van Couver in Columbienzu begeben. Zu Van Couver erhielt man die Nachricht von der Einstellung derFeindseligkeiten und der Unterwerfung der indianischen Völkerschaften. Indeßmußte man den Wilden noch ihre Vorurtheile und Unruhe benehmen, und falscheGerüchte berichtigen und widerlegen, die ausgestreut waren und späterhin leichtneue Feindseligkeiten hätten herbeiführen können.

Mit den Aufträgen des commandirenden Generals 'versehen, verließ ich dasFort Van Couver am 26. Octbr., und begab mich unter die Völkerschaften derGebirge, die etwa 800 Meilen entfernt waren.

Auf meiner Reise besuchte ich die katholischen Soldaten in den festen Plä-tzen zu Dalle-city und Walla-Walla. Hier traf ich zu meinem großen Troste denhochw. U. Congiato auf seiner Rückreise von den Missionen und erhielt von ihmsehr beruhigende Nachrichten über die Stimmung der Wilden. Der würdigeCommandant des Forts hatte die ausgezeichnete Güte, auf mein Begehren allenGefangenen und den Geiseln der Coeurs d'Alönes und Spokanes die Freiheitzu schenken, und er vertraute mir es an, sie zu ihren betreffenden Völkerschaftenzurückzuführen. Diese guten Wilden, besonders die Coeurs d'Alenes, warenwährend ihrer Gefangenschaft der Gegenstand großer Erbauung in Mitte derSoldaten, welche sie oft mit Verwunderung umgaben, wenn sie Morgens undAbends ihre andächtigen Uebungen hatten und ihre frommen Lieder sangen.Gewiß fühlten manche der Soldaten Hiebei innerlich einen Vorwurf- Auf der