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Däter hat der Teufel manches Uebel unter ihnen angestiftet, indessen mit derGnade des Herrn ist der Schaden nicht unheibar. Ihre täglichen Gebetsübun-gen und die Besprechungen, die ich in diesen Tagen mehrmal mit ihnen hatte,geben mir die tröstliche Ueberzeugung, daß der Glaube sich unter ihnen erhaltenhat, und noch Früchte des Heils wirkt.
Ich wurde bei meinem flüchtigen Besuche der Mission in den steinigen Ber-gen überall von den Indianern mit Zeichen aufrichtiger und kindlicher Freudeausgenommen. Ich glaube, Eurer Paternität sagen zu dürfen, daß meine Gegen-wart in ihrer Mitte von einigem Nutzen war, sowohl in religiöser Beziehungals aus ihr zeitliches Beste. Ich habe mein Möglichstes gethan, um sie zu ermuntern,getreu und beständig zu sein in den Uebungen unserer heiligen Religion, unddie Bedingungen des mit der Regierung abgeschlossenen Friedens genau einzu-halten. Auf dieser Wanderung habe ich die Freude gehabt, mehr als hundertKinder und eine schöne Zahl Erwachsener zu taufen.
Am 16. April begab ich mich nach dem Auftrag des commandirenden Ge-nerals in das Fort Van Couver , und verließ die Mission St. Jgnaz. Auf meinVerlangen begleiteten mich alle Häuptlinge der verschiedenen Völkerschaften ausden Bergen, um den Frieden mit dem General und den Intendanten der india-nischen Angelegenheiten zu erneuern. Ich setze ihre Namen bei, und den Namender Völkerschaften, welchen sie angehören: Alexander Temploghetzin oder derMann ohne Haare, Häuptling der Pends d'oreilles: Victor Alamiken oder derglückliche Mann (er verdient diesen Namen ganz wunderbar, denn er ist ein Hei-liger), Häuptling der Totes Plates: Adolph Kwitkwisshapo oder die rothe Feder,Häuptling der Totes Plates; Franz Saxa oder der Fraguese, ein anderer Häupt-ling der Totes plates; Dionysins Sementietze oder Kleid des Donners , Häupt-ling der Schujelpi; Andreas Bonaventura, Häuptling unter den Coeurs d'Alönesoder Sleizonmich; Kamiatein der Jakomans und Gezzy, oberster Häuptling derSpokanes. — Diese zwei Letzteren sind noch Heiden, aber ihre Kinder habenbereits die Taufe erhalten.
(Fortsetzung folgt.)
Der katholischen Kirche Obsorge sür -as^Leibliche.
(Schluß.)
6. 3) Die Wirkungen der beiden vorhergehenden Segnungen erkennen auchchristliche Genossenschaften mit andern Glaubenssymbolen. Wir betrachten nunmehre göttliche Gnadenspendungen, welche fast ausschließlich oder doch zum grö-ßer» Theile im Schooße der katholischen Kirche sproßen. Hieher zählen die hl.Sacramente und andere Gnadenmittel. Die sichtbaren Zeichen mehrer dieserheiligen Gnadenmittel erinnern uns gleichsam an ihre sichtbaren Wirkungen fürdas zeitliche Wohl der Menschheit. Das Bekenntniß der Sünden, die Losspre-chung des Priesters in der heiligen Beicht sind von gleich fruchtbaren Einflüsseauf die Gegenwart, auf die Zukunft sür das irdische Wohl des Einzelnen, wieauf den ganzen Weltkörper. Menschen, deren Gewissen eine schwere Schulddrückte, waren schon oft der Verzweiflung nahe, und in der gänzlichen Zerrüttungdes Gemüthes keimte die Zerrüttung der körperlichen Gesundheit. Da wälzteihre reumüthige Schuldanklage, das gewichtige Wort des Priestirs „adsolvo te!"eine Zentnerlast von ihrer Seele, und Ruhe kehrte in das Herz und frischesLeben in den siechen Körper zurück.
Anders glaubende Christen, oder Katholiken, deren Glaube erloschen ist,kennen keine Linderung, keine Befreiung von der Gewissensfolter, und oft stei-