dienten zeitlichen Strafen, welcher an die Erfüllung gewisser äußerst gelinder unddem Seelenheils förderlicher Bedingungen geknüpft ist.
D Eine fernere Bürgschaft für unser zeitliches Wohlergehen gewähren dietrostreichen Glaubenswahrheiten der katholischen Kirche. Die Gemeinschaft derHeiligen versichert uns der Fürsprache uns'rer himmlischen Brüder, sowie dieGemeinschaft mit der leidenden Kirche diese Fürsprache von uns verlangt, damitsie auch uns einst zu Theil werde im Orte der Reinigung. Wenn wechselseitigesGeben und Empfangen schon die Seele und Seligkeit weltlicher Freundschaft undLiebe bildet, um wie viel mehr muß dies bei einer so rein geistigen, heiligenBrudergemeinschaft der Fall sein? Und wenn schon irdische Freundschaft Seg-nungen ausbreitet über Geist, Gemüth und irdisches Wohlergehen des geliebtenFreundes, wird dann dieses von Gott gestiftete himmlische Freundschaftsband un-berücksichtigt lassen eine dieser Beziehungen? Wir wissen, daß Christus dxnobersten Eckstein, das unsichtbare Haupt dieser von ihm gegründeten Gemeinschaftbildet, und daß wir also als Glieder dieser Gemeinschaft Verbündete Gottessein müssen. Durch diesen Bund mit Gott und der Kirche wissen wir, daß wirnicht allein stehen im Kampfe gegen das Böse, sondern im Leben und nach demTode durch liebende Brüder Fürsprache finden vor Gottes Thron. Dies tröstendeBewußtsein verleiht unserm ganzen Wesen eine ernste Heiterkeit, eine entschlosseneHaltung, eine richtige Schätzung aller irdischen Dinge, welche wir lieben, wennsie zum Guten, und hassen, wenn sie zum Bösen führen, eine Liebe welche nichtnur beim Gebete bleibt, sondern durch fromme Werkthätigkeit sich und den Brü-dern aus Erden, im Reinigungsorte Verdienste sammeln will. Der Protestant,welcher im Leben keinen Vermittler kennt zwischen sich und seinem Gott, nachdem Tode keinen Rettungsanker, wirkt nicht in Furcht und Zittern, sondern inVerzweiflung; nicht in demüthigem Gottverirauen, sondern im stolzen Selbstver-trauen das Heil seiner Seele und hat eine kalte Tugend ohne Liebe, oder ergibt sich auf im Kampfe gegen das Böse und hat eine brennende Liebe ohneTugend, eine Liebe zu allem Sündhaften.
5) Die heiligen Tugendübungen gelten in allen christlichen Religions-genossenschaftcn, in den meisten philosophischen Lehrgebäuden als mitthätige oderausschließliche Begründerinnen geistiger, wie irdischer Wohlfahrt. Jedes Lasterträgt in sich den Zerstörungskeim der menschlichen Gesundheit; jede entgegen-gesetzte Tugend entfernt nicht nur diesen schädlichen Keim, sondern befestigt auchdie menschliche Gesundheit.in der einem bestimmten Laster entgegenwirkendenRichtung. Wir erinnern an Völlerei und Mäßigkeit, an Zorn und Sanftmuth.Dies war schon die heidnische Anschauung, wie sie Senecca in seinen Büchernüber den Zorn darlegt. Unendlich höher steht die christliche Anschauung, soweitsie von der katholischen Kirche in die übrigen christlichen Genossenschaften über-gegangen ist. Sie lehrt uns nicht nur die Tugenden um Gotteswillen lieben,sondern sie hat auch viele den Heiden unbekannte Tugenden z. B. Demuth,Feindesliebe aufgestellt. Unerreichbar ist die Auffassung der katholischen Kirche ,welche nicht nur die vorerwähnte Anschauung in sich schließt, sondern auch durchAufstellung eines neuen Grundes die Liebe zur Tugend eine neue Tugend gegründethat. Es ist dies die Tugend der Gottinnigkeit, welche uns jede Tugend nicht nurihrer selbst willen, sondern als Ausfluß und Eigenschaft des höchsten Wesenslieben lehrt. Da nun durch die Tugenden jeder irdische Genuß seine dem Chri-sten allein geziemende Veredlung erhält, z. B. der Genuß von Speise und Trankdurch die Tugend der Mäßigkeit; so muß dieser durch die Tugenden auf Gott bezogene Genuß irdischer Güter von unberechenbarem Einflüsse sein auf unserzeitliches Wohl und zwar in doppelter Weise: für uns selbst, für unsere Mit-Lrüdcr. Keine Speise und kein Trank, kein Schlummer kann uns wahren Schadenbringen, wenn sie zur Verherrlichung Gottes dienen. Kein Verlust eines irdischen