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Ml. 41. 7. Oktober 1860.
Das Augsburger Sonntagsblatt (Sonntags-Beiblatt zur AugSburger Post»Zeitung XX. Jahrgang) erscheint regelmäßig alle Sonntage. Der vierteljährigeAbonnementspreis ist 20 rr., wofür es durch alle k. bayer. Postämter und alle Buchhand-lungen bezogen werden kann.
Aus den Missionsbriefen -er Gesellschaft Jesu .
Schreiben des ?. D. Smet aus der Gesellschaft Jesu an den hoch-würdigsten k. General derselben Gesellschaft.
(Schluß.)
Am 22. Juli verließ ich die Mission von St. Jgnaz, begleitet von ?.Congiato und einigen Führern und Jägern der Wilden. Das Fort Bentonliegt in einer Entfernung von beiläufig 200 Meilen. Das Land, welches manvier Tage lang durchzieht, ist schön und malerisch, und bietet keine Schwierig-keit dar. Es ist eine Reihe von freien Wäldern, schönen Wiesen, Strömen undBächen, und hie und da erblickt man Seen, die 3—4 Meilen im Umfange haben,deren Wasser klar ist wie Krystall, und das Auge des Reisenden entzückt. Demgrößten See haben wir den Namen Maria gegeben.
Am 26. Juli überschritten wir den Berg, welcher die Quellen der FlüsseColombie und Missouri von einander scheidet; er liegt im 48. Grade nördlicherBreite und im 3. der Länge. Der Uebergang über diesen Berg ist sehr leicht,selbst für Wagen, und dauert kaum 20 Minuten. Wir zogen dann im Thale des Sonnenflusses fort, säst bis zu seiner Mündung. Im Vorbeigehen besuchtenwir die größten Wasserstürze des Missouri . Der vorzüglichste hat 93 Fuß; dieandern machen zusammengenommen 400 Fuß aus aus einem Wege von 19Meilen.
Die U?. Höcken und Mogri kamen uns entgegen. Am 29. kamen wir indem Fort Benton an, eine Station der Pelzwaaren-Gesellschaft von St. Louis,wo alle Beamte uns sehr freundlich aufnahmen. Die Schwarzfüße bewohneneinen ungeheuren Landstrich. Sie zählen 10—12,000 Seelen in den sechs Völker-schaften, die ihre Nation bilden. Seit mehreren Jahren haben sie Schwarzröckebegehrt; dies ist ihr allgemeiner Wunsch. Als ich sie im Jahre 1846 besuchte,baten sie mich, ihnen einen Priester zu verschaffen, der sie unterrichte. In Folgedessen brachte damals der 1'. Point einen Winter in ihrer Mitte zu. DasResultat seiner Mission erhellt aus meinem 23. Briefe (kl-öcis Iiisloriquö). Ihrgroßes Verlangen scheint endlich erfüllt zu sein; U. Hocken wohnt in diesemAugenblicke bei ihnen, und ich habe,mit größtem Vergnügen in den Annalenzur Verbreitung des Glaubens gelesen, daß das Werk der Bekehrung der Schwarz-süße mit völliger Gutheißung Eurer Paternität begonnen hak.
Bei unserer Ankunft in diesen Gegenden lagerte eine große Zahl In-dianer in der Umgebung und in der Nähe des Fort. Es war die Zeit, woihnen jährlich von den Agenten der Regierung Geschenke ausgetheilt werden.Sie bezeigten ihre Freude und Zufriedenheit über die Anwesenheit des Mis-sionärs in ihrem Lande und hofften, daß Alle ihr Ohr und Herz eröffnen wer-den, das heißt nach ihrer Sprachweise, daß Alle seinen Unterricht gelehrig und