aufmerksam vernehmen werden. Der Häuptling eines großen Feldlagers, daswir besuchten, erzählte uns eine sehr merkwürdige Thatsache, die Erwähnungverdient. Die Kunde davon hatte sich in den Lagern der Schwarzfüße überallverbreitet, und machte bei ihnen den Eindruck einer großen Hochschätzung unsererheiligen Religion.
Als k. Point sich unter den Schwarzfüßen befand vertheilte er an einigeHäuptlinge mehrere Kreuze als besonderes Unterscheidungszeichen. Er hatteihnen die Bedeutung des Kreuzes und der Abbildung Christi erklärt, und sieermuntert, besonders zur Zeit der Gefahr den Sohn Gottes, dessen Bild sietragen, anzurufen und auf ihn ihr ganzes Vertrauen zu setzen. Der Häuptlingder dies erzählte, stand an der Spitze von 30 Kriegern, welche gegen die Rabenin's Feld gezogen waren. Als diese die Absichten ihrer Feinde erkannt hatten,versammelten sie sich eilends in großer Anzahl, um sie zu vernichten. Sie ent-deckten sie bald in einem Walde, durch trockene Baumstämme verschanzt, und um-gaben sie mit Kriegsgeschrei. Die Schwarzfüße waren bei dem Anblicke derüberlegenen Zahl ihrer Gegner, die sie unvermuthet überfielen, der festen Ueber-zeugung, daß sie alle zu Grunde gehen müssen. Einer von ihnen trug dasZeichen des Heiles, das Kreuz auf der Brust. Er dachte alsdann an die Wortedes Schwarzrockes, und theilte sie seinen Gefährten mit, und alle riefen aus:„Das Kreuz allein ist für uns noch Hoffnung des Heils." Sie rufen sodanndie Hilfe des Gekreuzigten an und verlassen die Barrikade. Der Träger desKreuzes zieht an der Spitze, die Andern folgen ihm. Die Raben schleudern einegroße Menge Kugeln und Pfeile gegen sie; aber Niemand ist ernstlich getroffen,und Alle entkommen glücklich. — Als der Häuptling diese Erzählung endigte,fügte er mit einem Tone des Vertrauens zu: Ja führwahr, das Gebet (die Re-ligion) des Sohnes Gottes ist Allen gut und mächtig; wir verlangen Alle sieanzunehmen und ihrer würdig zu sein.
Als ich den General Hearney verließ, hatte ich die Absicht, mit seiner Bei-stimmung, die ganze Reise bis St. Louis zu Pferd zu machen, in der Hoffnung,einer großen Anzahl indianischer Völkerschaften zu begegnen, namentlich derzahlreichen und kriegerischen Völkerschaft der Comanchen, um mit ihnen inBezug auf meine Mission zu verhandeln. Ich mußte jedoch auf diesen PlanVerzicht leisten, denn die sechs arme Pferde waren ganz erschöpft und nicht mehrim Stande, den langen Weg zurückzulegen, der noch übrig blieb; sie warenfast alle auf dem Rücken verwundet, die übermäßige Hitze vermehrte noch dasUebel; da sie nicht beschlagen waren, so waren ihre Hufe durch die vielen Steineund Felsenwege sehr beschädigt. In der Verlegenheit, in der ich mich befand,ließ ich im Forte Benton ein kleines Boot zurichten, und der würdige HerrDanton , Oberintendant der Pelzwaarengesellschaft, hatte die ausgezeichnete Güte,mir drei Ruderknechte und einen Piloten zu bewilligen. Am 3. August nahmich von U Congiato und Höcken und vom lieben Bruder Mogri Abschied, undschiffte mich auf dem Missouri ein, welcher Fluß wegen seiner Felsen und Wasser-gefahren berühmt ist.
Auf unserm gebrechlichen Fahrzeuge fuhren wir beiläufig 2ä00 Meilenstromabwärts. Wir machten gewöhnlich 50 bis 60 Meilen des Tages, manchmalsogar bei günstigem Winde 80 Meilen. ^Sobald wir das erste Dampfschiff be-gegneten, schifften wir uns mit unseren kleinen Effecten aus demselben ein. Vonda aus machten wir 700 Meilen in sechs Tagen, und am 23. Sept., am Vor-abend des Mariensestes von der Erlösung der Gefangenen, liefen wir in denHasen von St. Louis ein.
Auf dieser langen Wasserfahrt brachten wir die Nächte unter freiem Him-mel zu, oder in einem kleinen Zelte. Oft blieben wir auf Sandbänken, umuns vor den Mosquiten zu schützen, oder am Sande einer Ebene oder in einem