ich Will euch erquicken! Ja kommet und empfanget mit Zuversicht,was ihr bedürfet!" Oder sollte vielleicht Jemand an der Möglichkeitsolch wunderbarer Dinge zweifeln, so möge er bedenken, daß ein Wunder jaimmer erwas Ungewöhnliches und Unerklärliches ist; daß man konse-quent entweder alle Wunder leugnen oder doch wenigstens jene annehmen müsse,welche man factisch und historisch nicht leugnen kann daß dem Allmäch-tigen nichts unmöglich sein kann er solle denken an das Wandeln Gottesim Paradiese, an seinen vertrauten Umgang mit den ersten Menschen andie Erscheinung Gottes dem Moses im Dornbüsche. In dem neuen Bunde andie verschiedenen Erscheinungen des auferstandenen und neu lebendigen Heilandesbei seinen Jüngern z. B. im Saale zu Jerusalem , aus dem Wege nach Emaus,am See Liberias , ja das Essen und Trinken des sonst vergeistigtenund verklärten Christus u. s. w. Dann auch noch an sein Wohnen in demTabernakel unserer katholischen Kirchen in der sacramentalischen Brodesgestaltund endlich an sein von Ihm selbst vorgesagtes Wiederkommen am letztenGerichtstage als Richter der Lebendigen und der Todten.

O lasset uns nicht ungläubig, sondern gläubig sein! Scheuen wiruns nicht im zuversichtlichen Glauben an die Heiligkeit jener ehrwürdigen Capellein der Kirche zu Einsiedeln , in diese zu wallfahrten im Dränge des Herzensund da aus dieser Heilesquelle zu schöpfen Gnade um Gnade und Heil für dieZeit und für die Ewigkeit!

Aus dem Leben einer Fürstentochter.

Zu den edelsten und ruhmwürdigsten Sprossen am Stamme des öster-reichischen Kaiserhauses zählt Anna Julian«, Erzherzogin von Oesterreich,1566 zu Mantua geboren. Ihr Vater war Herzog Wilhelm III. von Mantua,und ihre Mutter Eleonora, des Kaisers Ferdinand 1. Tochter, beide hangend mitinnigster Zärtlichkeit an dieser letzten zartesten Frucht ihres Ehestandes, die inihrer ersten Jugend lange hoffnungslos krank darniederlag, eine vielbestritteneHimmelsblüthe, kaum gewöhnbar an die Schärfe der irdischen Luft, nur mühsamdem frühzeitigen Verwelken abgerungen.Jesus und Maria!" war das süßeWort auf ihrer kaum gelösten Zunge, oft wiederholt mit heiligster Andacht derLeitstern ihres Lebens, das, abgewandt von den Freuden dieser Welt, in reinsterGottesliebe emporschlug in die Wonnen himmlischer Betrachtung. Kaum sechszehnJahre alt geworden, völlig unbekannt mit den Reizen der prangenden Sündendieser Welt, für alle reinen Seelen überaus liebenswürdig in ihrer harmlosenUnschuld, wanderte sie nach Innsbruck , und trat im Jahre 1582 an die Stelleder gefeierten Philippine Weiser als zweite Gemahlin des Erzherzogs Ferdinand,geziert mit den Erinnerungen an ihre fromme Mutter, daher dem Volke Tirolsals Sprosse des österreichischen Kaiserhauses höchst wohlgefällig, in aller Ueber-macht der italienischen Glaubensinnigkeit, unerbittlich der Irrlehre vom Nordenher. Mit allem Feuer ihrer herzlichen Frömmigkeit, mit aller Aufopferung einerhimmlisch gesinnten Seele ehrte und liebte sie ihren Gemahl, der bereits bejahrtmit der sinkenden Flamme seines Lebens athmete und wirkte für die Rechtgläu-bigkeit der Tiroler, für sein eigenes ewiges Heil, und bewog ihn, überall dieEhre des Erlösers und seiner Mutter Maria zu befördern, und dadurch die Glutder katholischen Andacht im Volke anzufachen. Mit emsiger Sorgfalt linderte sieseine Negierungssorgen, wie ein Engel Gottes betete sie neben dem Nachtschlummerihres Herrn und Vaters denn so pflegte sie ihn zu nennen daß der guteGeist von Oben ihn durchdringe zur Heiligung des Vaterlandes im wahren Glau-ben, in unverfälschter Tugend. Alle irdischen Begierden waren in ihrer reinen