zu an den Dictator Garibaldi wandte, derselbe Minister gezwungen war, öffent-lich seine Verordnung zurück zu nehmen."
Dieß sind die hauptsächlichsten Umstände bei der Abreise der sicilianischenVäter. Von 308 Mitgliedern, welche die Gesellschaft Jesu daselbst zählte, warennur 8 wegen Kränklichkeit und Schwäche von der Verbannung ausgeschlossen.Ein Greis von 84 Jahren mußte gleich den Uebrigen sich der Acht unterziehen,und unter einem andern Himmelsstrich die Freiheit suchen, welche durch die Re-volution auf Sicilien vernichtet ward, wie dies überall geschieht, wo die Revo-lution zur Herrschaft kommt. —
Die katholische Kirche in den Bereinigten Staaten Nordamerika s.
Bei den Stürmen, die jetzt von allen Seiten den Felsen Petri umtobenund das Herz des getreuen katholischen Christen mit Trauer und Bangigkeit er-füllen, muß eine so ausfallende Erscheinung, wie sie die großartige äußere wieinnere Entwickelung der katholischen Kirche in den Vereinigten Staaten Nord-Amerika's darbietet, von einer um so erfreulicheren und wahrhaft trostreichenRückwirkung sein. Der Hinblick auf das wahrhaft wunderbare Wachsthum derKirche in einem Lande, in welchem die unbeschränkteste Freiheit in politischer undreligiöser Beziehung herrscht, wo jeder Einzelne nach Maßgabe seiner indivi-duellen Geistesrichtung eine neue Religion zu verkünden und als deren Messiasaufzutreten berechtiget ist, wo der L>taat als solcher keine Religionsform begün-stigt oder unterdrückt; in einem Lande endlich, wo jede Leidenschaft sich nachjeder Richtung und in der ungezügelsten Weise geltend machen darf, der Hin-vlick aus alles dieses liefert aufs Reue den schlagenden und unwiderleglichenBeweis, daß die Kirche keine veraltete und verrottete menschliche Einrichtung sei,aus der der göttliche Geist des Stifters gewichen und die sich dadurch zu einemstarren, äußerlichen Formenwerk krhstallisirt habe.
Wenn es je des Beweises bedürfte, daß die katholische Kirche als ein gött-liches Werk nie veralte, sondern, unberührt von dem Zeitenstrom, in unwandel-barer, ewiger Jugend und Schöne sortblühe, die Idee Gottes auf Erden überallverwirklichend, wo nicht die Menschen von Blindheit geschlagen ihrem Wirkengewaltsam hemmend entgegentreten, so liefert ihn ihre'Entwickelungs-Geschichtein dem genannten Lande, die wir hier in kurzen Zügen darzulegen versuchenwollen, auf das vollständigste und überzeugendste.
Als in den ersten Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts die Katholikenhetzeim freien England ihren höchster: Grad erreicht hatte, so daß das Verharren undFesthalten an der altenKirche gleich dem schwersten Verbrechen mit den härtestenStrafen, selbst Tod und Verbannung, belegt wurde, da verließen im Jahre 1633zweihundert katholische Familien ihr Vaterland, um sich im neuen Welttheil eineneue Heimath zu suchen, in welcher sie, frei von jedem Zwange und jeder Ver-folgung, ungestört ihrem alten Glauben anhangen und der Gewissensfreiheit ge-nießen könnten, die ihnen daheim nicht gewährt wurde. Unter Leitung vonLord Baltimore ließen sie sich im heutigen Maryland (Marienland zu Ehrender heiligen Jungfrau von ihnen genannt) nieder und begründeten daselbst dieStadt Baltimore . Hier nun genossen sie eine Zeitlang des mit so vielen Opfernerkauften und errungenen Friedens, während ringsherum unter den schon damalszahlreichen protestantischen Secten Haß und Verfolgungsgeist wütheten, dergestaltdaß, je nach dem augenblicklichen Siege der einen oder andern Partei, die Siegerdie Anhänger der unterlegenen Secte von ihren Sitzen vertrieben. Einzelnedieser Flüchtlinge wandten sich nach Maryland, wo sie von den Katholiken freund-lich ausgenommen wurden und sich der vollkommensten Glaubensfreiheit erfreuen