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Jesu, einen allgemein verehrten, und auch Lei Protestanten in hoher Achtungstehenden Mann, bei dem die Gründer der amerikanischen Freiheit sich Rathserholten, um den Grundsatz der Religions-Unabhängigkeit in die Constitutioneinzuführen, und der mit ihnen die feierliche Bundes-Urkunde unterzeichnete.Als Bischof Carrol im Jahre 1791 die erste Diöccsan-Synode hielt, der seinesämmtlichen Priester beiwohnten, waren ihrer zwei und zwanzig, bei einer Gläu-bigenzahl von 24,500. Mit Ausnahme eines einzigen Klosters, das von Schwe-stern der hl. Theresia bewohnt war, gab es im ganzen Lande weder Klöster)noch Collegien, noch Seminarien, noch endlich katholische Schulen; ja, mit Aus-nahme der katholischen Kirche zu Baltimore , auch keine Kirchen. Was als solchebezeichnet wurde, bestand in kleinen Hütten oder Privathäusern. Das war derBestand der katholischen Kirche in den Vereinigten Staaten im I. 1791.
(Fortsetzung folgt.)
Der Pfarrer von St. Agatha.
Eine rührende Geschichte aus den Zeiten der französischen Revolution.
(Schluß.)
6 .
Die Rückkehr des Pfarrers nach St. Agatha.
Indessen war in St. Agatha alles in großer Besorgniß, wie es doch ihremalten Seelsorger gegangen, und wo er hingekommen sei. Man vermutheteirgend ein Unglück, und einige Männer traten zusammen und beriethen sich aufoffenem Felde über die Mittel, den Verlornen wieder in ihre Mitte zu bringen.Der eine glaubte, jeder Versuch dieser Art wäre überflüssig, da gewiß ihr Pfarrerschon verrathen und verurtheilt sei; andere dachten, er könnte sich in irgendeinem Schlupfwinkel aushalten, wo es ihm an der nöthigen Nahrung und Unter-halt fehlte; wieder andere meinten, er sei nur für kurze Zeit fort, und nachseiner großen Liebe zu seinen Pfarrkindern zu schließen, werde er bald wiederzurückkehren. Man wurde indessen einig, aus jeden Fall einige Männer nachverschiedener Richtung auszusenden, um den gnten Priester aufzusuchen und zubitten, wieder nach St. Agatha zurückzukehren.
Aber während sie sich also beriethen und die bezeichneten Männer schonbereit waren, ihren Weg zur Aufsuchung des Pfarrers anzutreten, sah man vonWeitem Staub aus der Straße wirbeln, bald zeigte sich ein kl iner mit Ochsenbespannter Wagen, der sich dem Orte näherte, wo die armen Abgebrannten ausdem Felde beisammen waren. Wie freute sich nicht die ganze Gemeinde, alsder Wagen ankam und man aus demselben den geliebten Pfarrer erkannte.Zwar erschracken viele Anfangs bei dem Anblick der vier bärtigen Soldaten,die bewaffnet zu seiner Seite waren; denn sie erkannten, daß dieselben auch beidem Brande und der Plünderung ihres Dörfchens unter den Thätigsten gewesenwaren, aber bald erkannten sie an den frohen Mienen und den Begrüßungendes Pfarrers, daß es diesmal sich um etwas anderes handle, als ihr Unglück zuvermehren.
Also lief Alles eilends herbei; man hob den Greis von seinem hartenWagensitze herab und Jung und Alt drängte sich um ihn, küßte ihm die Hand,bat ihn um seinen Segen und bestürmte ihn mit tausend Fragen, wo er gewesen,wie es ihm gegangen, wie es komme, daß diese Soldaten bei ihm seien. Erwollte reden, konnte aber lange nicht zu Worte kommen, da besonders die Kin-der ihn umringten, seine Hände tüßten und ihre kindliche Freude auf mancherlei