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verloren, wahre llour» >le Nai'ie, die sich immer rein und unbefleckt erhaltenund die in ihrem niederen Lebenskreise glänzende Beispiele liefern der helden-müthigsten, christlichen Tugenden.
Der größere Theil unserer katholischen Bevölkerung besteht aus ungelehrtenBauern, armen Handwerkern, Dienstmädchen und Taglöhnern aus verschiedenenTheilen Europa's; wenn auch an sich ganz schätzbare Leute und brauchbare Kräftefür das Land, können sie doch, wenigstens von einem weltlichen und gesellschaft-lichen Standpuncte aus gesehen, nicht für solche gelten, nach welchen über dieKatholiken ihrer Heimat ein unbefangenes Urtheil zu fällen möglich wäre. Derkatholische Adel, die gebildeteren, wohlhabenderen Classen, die besseren Schichtenim Gcwerbestande sind nicht hierher gewandert. Zwei oder drei Millionen ausden niederen, ärmeren, weniger gebildeten, und oft weniger tugendhaften Classendes katholischen Volkes in Europa sind in einem verhältnißmäßig kurzen Zeit-raume an unsre Ufer geworfen worden, ohne oder fast ohne daß Vorsorge ge-troffen worden wäre für die Befriedigung ihrer geistigen, sittlichen oder religiösenBedürfnisse. Und dennoch sehen wir, was diese Bevölkerung ist und was mitjedem Jahre mehr aus ihr erwächst, so können wir nur staunen über ihre wunder-bare Willenskraft und ihre Fortschritte. Die geistige Thätigkeit der Katholikentritt, wenn man Alles erwägt, weit glänzender hervor als die unserer nicht-katholischen Landsleute, und im Verhältniß zu ihrer Anzahl und ihren Mittelntragen sie weit mehr als irgend eine andere Classe der amerikanischen Bürger-schaft zu Erziehungs zwecken, für niedere und höhere Bildungsanstalten bei, dennaus dem öffentlichen Schatze erhalten sie wenig oder nichts, und außer dem,was sie für ihre eigenen zahlreichen Schulen thun, haben sie ihren Beitragzu liefern für die Staatsanstaltcn.
Ich behaupte nicht, daß die katholische Bevölkerung unseres Landes lite-rarisch hoch stehe, oder daß ihr als einem Ganzen überhaupt nur in einiger-maßen strengem Sinne geistige Bildung zugeschrieben werden dürfe. Wie wäredas möglich, da die meisten dieser Leute sich abzuarbeiten hatten um das täg-liche Brod und alle ihre Kräfte in Anspruch genommen sahen durch die Sorgefür die dringendsten Bedürfnisse der Religion und ihrer persönlichen und häus-lichen Selstständigkeit? Gleichwohl ist ein achtbares katholisch-amerikanischesSchriftenthum im Aufblühen begriffen, und die Katholiken haben ihre Vertreterunter den ersten Gelehrten und wissenschaftlichen Größen des Landes. In derMetaphysik, in der theoretischen und praktischen Philosophie stehen sie bereits ander Spitze; in der Naturgeschichte und den physikalischen Wissenschaften bleibensie nicht weit zurück; und wird erst einmal die Schranke gefallen sein zwischenihnen und der nichtkatholischen Lesewelt, so werden sie in der gemeinnützigenund schönwissenschaftlichen Literatur bald die erste Stelle einnehmen. Noch istunser eigenes lesendes Publicum aus den oben erwähnten Ursachen leider nichtzahlreich genug, um den Schriftstellern aufmunternd entgegenzukommen, und dieübrige Lesewelt macht es sich zum Gesetze, unsere, der Katholiken, literarischeBemühungen zu übersehen*). Aber das wird nicht immer so fortgehen, dennes streitet mit den Vortheilen und dem Geiste aller edelfreicn Bildung, und diekatholischen Schriftsteller werden bald ein Publicum finden, das ihnen Gerechtig-keit widerfahren läßt. Die Nichtkatholiken thun sich selbst großes Unrecht, .indemsie nach dem Grundsätze handeln, von Nazareth könne nichts Gutes kommen;denn in dem, was wir selbst schreiben, was wir von den Werken unserer Brüderim Lrititschen Reiche abdrucken, und was wir an katholischen Büchern aus dem
*) Dieselbe Erscheinung macht sich auch bei uns täglich bemerkbar. Die hervorragend-sten Erzeugnisse katholischer Schriftsteller werden vornehm ignorirt oder nur erwähnt, umdurch geringschätzende Kritik und wegwerfendes Urtheil ihrem Eindringen in das lesendePublicum entgegenzuarbeiten. Ueberall doch dieselbe Tactik!