ranz protestantischer Staaten konnte es kaum fehlen, daß sie sich mancherlei an-gewöhnten, was nicht stimmt zu der Art nnd Weise solcher, die niemals verfolgtwurden und sich nie gezwungen sahen, um leben zu können, darauf zu sinnen, wie siegrausamen Willkürgesetzen oder den Launen eines Gewaltherrn ausweichen möchten.
(Schluß folgt.)
Misfionsberichte -es hochw. I*. Franz Xaver Weninger .
Ich begann das Jahr 1859 in Cincinnati , mit meiner eigenen Mission,d. h. mit den geistlichen Uebungen des hl. Jgnazius. Diese Ordnung hat kürmich eine ganz eigene Wichtigkeit und Bedeutung. Da mich nämlich mein Berufals Missionär dazu auffordert, Anderen aus allen meinen Kräften beizustehen,damit sie das Geschäft ihres Heiles in Sicherheit setzen, so thue ich wohl amBesten, wenn ich bei dem Beginne des Jahres zuerst bei mir selbst anfange.Denn „was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, und anseiner Seele Schaden leidet." Ueberdies sind Exercitien gerade das von Gott begnadigte Mittel, den Eifer für die Ehre Gottes und die Rettung der Seelenimmer von Neuem zu beleben. Bekannterweise ging die Stiftung der Gesell-schaft Jesu , deren mindestes Glied ich mich zu nennen das Glück habe, eben ausden geistlichen Uebungen hervor, welche der hl. Jgnazius einst mit sich selbst zuManrosa hielt. Ich thue demnach gut, wenn ich diesem Winke folgend jährlichdie ^geistlichen Uebungen in Cincinnati durchmache, und dann als Fortsetzungderselben die Missionen gebe. — Ich Pflege scherzweise mich eines Vergleiches zubedienen, den mir besonders Amerika überall vor Augen stellt. Ich Pflege näm-lich zu sagen: Zuerst heize ich die Locomotive und erhebe die Dampfkraft, dannhänge ich die Waggons der Misston an und fahre davon. Es versteht sich, daßman dabei auch während der Fahrt nicht unterlassen darf, nachzuheizen undnachzupumpen, aber vorerst hat nian die Dampfkraft selbst gehörig zu conden-siren. So eben, was den Seeleneifer für das Werk der Missionen, und über^Haupt der Seelsorge betrifft. — „Mich verlangt nicht, von deiner Armuth reichzu werden," so ruft der hl. Bernhard denjenigen Arbeitern im Weinberg desHerrn zu, die viel arbeiten aber wenig beten. Die erste Mission gab ich hier-auf in der Stadt Louisburgh, Cincinnati gegenüber. Die Mission kam um sogelegener, da so eben ein großes Vergehen des Pfarrers derselben Gemeindegewaltiges Aergerniß gegeben hatte. Jetzt befindet dieselbe sich wieder in einemvortrefflichen Zustand. — Ich gab hierauf noch vier Missionen in der DiöceseFort-Wayne , und entschloß mich, dieses Jahr Texas mit Missionen zubereisen.
Ich hatte bereits vor zehn Jahren dem hochwürdigsten Bischof von Gal-veston, Hrn. Odin, versprochen, seine Diöcese mit Missionen zu bereisen; alleines war mir nicht möglich, es früher zu thun, und so war es besser. DieMission konnte nicht gelegener kommen als gerade dieses Jahr, wo Texas bei-nahe alle seine deutschen Priester zugleich verlieren sollte. — Ich gestehe jedochdaß ich übergroße Beschwerden von dieser Mission befürchtete, wenngleich ichnicht wußte, woher insbesondere dieselben mir erwachsen würden. Ich wußtenur, daß es ein tropisches Klima habe und von unzähligen giftigen Jnsectenwimmle, und daß das gelbe Fieber an der Küste des Golfes von Merico in ent-setzlicher Weise wüthe. Indeß es gab andere noch größere Hindernisse zu über-wältigen, wie der Verlauf meiner Erzählung sogleich darüber Aufschlußgehen wird.
Ich reiste von Cincinnati mit Anfang des Monats März ab. Der Bischofwünschte, ich sollte die Mission in der Faste beginnen. Leider war damals die