Ausgabe 
20 (2.12.1860) 49
Seite
391
 
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gna gelegenen Stadt, ließ sich Graf Spada zum Deputirten wählen und warTags darauf eine Leiche. Salvagnoli in Florenz , der dort den Cultusministerabgab, hatte kaum durch ein Decret das Concordat mit dem heiligen Stuhlaußer Kraft gesetzt, als er vom Schlage gerührt wurde. Er ließ zwar einenPriester rufen, allein da er sich weigerte, sein Decret zu widerrufen, wurdenihm die hl. Sacramente nicht gereicht. Vor etwa zwei Monaten ging einDampfschiff auf dem Wege von Livorno nach der Insel Corsica in der Nähevon Bastia zu Grunde. Auf demselben befand sich eine Schauspielertruppe,die kurz zuvor in Florenz ein schändliches Stück zur Verhöhnung des heiligenVaters aufgeführt hatte. Eine freche Dirne hatte darin den Papst gespielt, waraber noch am selben Abend in Wahnsinn verfallen, in welchem sie sich ausdem Fenster auf das Pflaster herabstürzte und todt blieb; ihre übrige Gesellschaftfand danach den Tod in den Wellen. Als jüngst eine Abtheilung päpstlicherGendarmen unter Oberst Pimodan von dem Strerfzuge gegen die aus Toscana eingefallenen Freischärler heimkehrte, klagte ein Osficier über seine Erschöpfung,die ihm den Weitermarsch unmöglich machte. Oberst Pimodan überließ ihmdeßhalb sein Pferd, das jedoch der Unglückliche kaum bestiegen hatte, als er herabgeschleudert ward, wobei ihm die Hirnschale so schwer verletzt wurde, daß erdaran starb. Da fand sich unter seinen Papieren der schriftliche Beweis, daßdaß er bereits mit den Aufrührern in Unterhandlung getreten war und dieZusicherung von 2000 römischen Thalern im Fall seines Desertirens erhaltenhatte. Aus diesen wohlverbürgten Strafbeispielen geht hervor, daß Gottimmer noch der Herr ist über Leben und Tod und daß er schon dafür zu sorgenweiß, daß die Bäume nicht in den Himmel wachsen.

Unsere Hoffnung.

Eines Tages vor beinahe 1000 Jahren als die Raubschaaren derSaracenen ganz Italien bedrohten, erschienen neapolitanische Gesandte im Lagereines Emirs, um ein Bündniß zu schließen. Aber dieser würdigte sie nicht ein-mal einer Audienz, sondern ließ ihnen, nachdem er sie einige Tage in einerangstvollen Ungewißheit gehalten hatte, folgende verhöhnende Antwort geben:Diese Leute mögen in ihre Heimat zurückkehren und ihren elenden Herren sagen,daß die Sorge für das Abendland mir gebühre. Ich werde schon wissen, nachmeinem Gutdünken das Schicksal seiner Bewohner zu regeln. Sie mögen ab-reisen und es sich merken, daß ich nicht blos Neapel und seine ganze Umgebungzum Untergänge verurtheilt habe, sondern auch die Stadt jenes schwachen Grei-ses, den sie Petrus nennen."

Wenige Tage nachher, sagt die alte Legende, schlief dieser Fürst der Un-gläubigen in einer alten Capelle, als Plötzlich eine ehrwürdige Gestalt vor ihntrat. Der Emir ist unwillig, daß man so seinen Schlaf stört und stößt im Traumeheftige Drohungen aus, aber plötzlich fühlt er sich von einem Stäbe getroffen,den die Erscheinung in der Hand führte. Erschreckt fährt er aus dem Schlafeauf, ruft seine Wache und befiehlt, nachzuforschen, ob sich irgend ein Römer inseinem Lager befinde, und ihn dann herbeizuführen.Als man mich entdeckthatte berichtet der Erzähler führten sie mich vor den Emir ."Male mir,rief er, das Gesicht des Greises Petrus ."Ich kenne keinen Petrus," antwor-tete ich ängstlich.Aber, rief der Emir von Neuem, ich meine den Petrus vonRom." Als ich ihm dann die Gesichtszüge des h. Petrus hingemalt hatte, sagteer:Ja, ich erkenne ihn wieder; er ist es, der mich tödtlich verwundet hatwährend des Schlafes, gerade da, als ich so eben in Gedanken den Plan zurEroberung des Abendlandes und vor Allem zur Vernichtung Moms entworfenhatte."