Ausgabe 
(15.1.1897) 2
 
Einzelbild herunterladen
  

14

Dal, Dalcth, bedeutet eigentlich Thüre, wie assyrisch staltn,Thor , mit dem minder häufigen stnim synonym ist. Dervierte Buchstabe Delta, ist dafür die .Hieroglyphe undbildet die älteste THUrform im Zelte nach, steht aberebenso für Beth,Haus ". In anderer Zusammensetzungbezeichnete (tat, äit die Genossen oder Angehörigen z. B.Dilbeth, das Hausgesinde. Somit bliebe Mcnntha zuerklären."

Hier wird Verschiedenes zusammengeworfen, wasnicht zusammengehört, aber der Beweis, daß äat botstsei, daßdie Hieroglyphe" st, Delta, für BethHaus"stehe, fehlt, vul für änlstst Thüre kommt übrigensnur einmal vor, nämlich Psalm 141, 3, wo es sehrfraglich ist, ob eS nicht als Schreibfehler anzusehen ist.Dieses eint hat aber jedenfalls mit dem äil in äilbotst

Hausgenossen gar nichts zu thun. Letzteres Wort

ist zusammengesetzt: 1) aus äi, der Relationspartikel;2) aus I, dein Dativzeichen; 3) dem Hauptwort botst,heißt also wörtlich: die dem Hause so. Gehörigenoi Das nur nebenbei. Der Beweis, daß Dal

Beth sei, ist nicht erbracht; daher fällt die Identifi-kation von Dalmanutha mit Beth Maon.

Band I, 172 u. ff. und ausführlicher, allerdingsmit mannigfachen Wiederholungen, II, 160 u. ff. be-handelt Sepp die Heimath der hl. Magdalena. NichtMedschdel am Westufer des See's Genesareth, sonderndas heute Dschedar, einst Magdala Gadara, genannteBad in Peräa nimmt der Verfasser für die Stadt, auswelcherdie Sünderin" stammte. Man kann darüberstreiten, aber die Gründe, die Sepp gegen Medschdel an-führt, sind ebenso wenig stichhaltig, als die, welche fürMagdala Gadara sprechen sollen. Ebensowenig durch-schlagend sind seine Gründe für die Identifikation vonEphrem in der Wüste mit Tajibe, 2 Stunden südlichvon Dschedar. Damit will ich aber nicht behaupten,daß Medschdel als Heimath der hl. Magdalena gesichertoder daß et Tayebeh bei Bethel sicher --- Ephraim sei;ich behaupte nur, daß auch nach den Sepp'schen Auf-stellungen diese Fragen noch nicht endgiltig entschieden sind.

(Fortsetzung folgt.)

Chronik des Jahres 1896.

(Nachdruck verbot«».)

April.

1. Das deutsche Kaiserpaar in Palermo .

3. Schwere Niederlage des Cabinets Bourgeois im fran-zösischen Senat; Mißtrauensvotum gegen die äußerePolitik des Cabinets.

6. Beginn der neuen olympischen Spiele bei Athen .

6. Der italienische König ernennt für ein Jahr einenCivilcommissär für alle Provinzen Siziliens .

10. Im PistolendueÜ zwischen v. Kotze und v. Schraderletzterer erschossen.

11. Das deutsche Kaiserpaar in Venedig: Begegnung mitdem italienischen Königspaar.

13. Zusammenkunft des deutschen und des österreichischenKaisers in Wien .

14. General Baldissera ruckt zur Befreiung von Adigrat vor.

17. Deutscher Reichstag: Gesetz gegen den unlauteren Wett-bewerb genehmigt.

18. Dr. Lueger wird zum vierten Male zum Bürgermeister

. von Wien gewählt.

21. Deutscher Reichstag: Einstimmige Annahme einesAntrages, die Regierungen mögen mit Entschieden-heit dem Duellunwesen entgegen treten.

21. Der französische Senat verweigert dem Cabinet Bour-geois den Credit für Madagaskar .

23. Freiherr v. Hammersteiu wird zu 3 Jahren Zuchthausverurtheilt.

23. Das Cabinet Bourgeois erklärt, in Rücksicht auf dieMadagaskar -Credite, zurücktreten zu wollen.

24. Die ganze Matabele-Nation steht in Waffen; dieEngländer werden hart bedrängt.

28. Das ungarische Magnatcnhans nimmt das Gesetz betr.der Verewigung des tausendjährigen Andenkens derGründung des ungarischen Staates an.

29. Begnadigung der znm Tode verurtheilten Johannes-bürger durch Präsident Krüger.

29. Neues französisches Cabinet Möline.

Mai.

1. Attentat auf den Schah von Persicn Nassr-Eddin;der Tod in Folge des Revolverschusses tritt sofort ein.

1. Eröffnung der Berliner (Lokal-) Gewerbe-Ausstellung.

1. Deutscher Reichstag: Börsengesetz; Annahme des Ver-botes des Terminhandels ur Getreide mit großerMehrheit.

2. Musasfer Eddin Mirza, ältester Sohn des Ermordeten,Um Schah von Persien ansgerufen.

2. Eröffnung der ungarischen Millenniums-Ausstellung.

5. Die italienischen Truppen rücken in Adigrat ein undentsetzen die Garnison.

6. Joseph Strohdach wird nach dem Verzicht Luegerszum Bürgermeister von Wien gewählt.

8. Deutscher Reichstag: Gesetz gegen den unlauterenWettbewerb in 3. Lesung angenommen.

10. Die Feier des Frankfurter Friedens in Frankfurt a.Main in Anwesenheit des Kaisers.

14. Eröffnung der bayerischen Industrie- und Landes-Ausstellung in Nürnberg .

18. Die socialdem. Partei-Organisation alsVerein"verurtheilt.-

18. Großer, verheerender Cyklon in St. Louis; vieleTodte.

21. Beginn der russischen Krönungsfeierlichkeiten: Einzugdes Zaren in Moskau .

22. Leichenbegängniß des Erzherzogs Karl Ludwig vonOesterreich .

24. Internationaler Bergarbeiter-Congreß in Aachen .

24. Unruhen auf Creta.

26. Der französische Botschafter in Berlin , Herbette, über-reicht sein Abberufungsschreiben.

26. Deutsche Lehrer-Versammlung in Hamburg .

26. Zarenkrönung in Moskau .

27. Marquis Emmanuel de Noailles neuer französischerBotschafter in Berlin .

30. Schweres Unglück bei den Krönungsfeierlichkeiten inMoskau . Auf dem Chodynski-Felde werden bei derVertheilung von Gedenkbechern 5 10,000 Menschenerdrückt und getödtet.

Juni.

1. Der Osservatore Romano über die Intervention desPapstes beim Negus Menelik zu Gunsten der italien-ischen Gefangenen.

1. Der russische Finanzminister Witte zum Staatssekretärernannt.

3. Deutscher Reichstag: Gesetz betr. Vereins- und Ver-sammlungsrecht angenommen.

6. Anarchistisches Bomben-Attentat in Barcelona ; circa50 Opfer.

6. Deutscher Reichstag: Das Börsengesetz in dritterLesung angenommen.

7. Sieg der Engländer über die Derwische bei Firket(Aegypten ).

7. Abreise der Andree'schen Luftballon-Nordpol-Expe-dition von Gothenburg .

14. Empfang Li-Hung-Changs beim deutschen Kaiser.

15. General Baratieri vom Kriegsgericht in Massauahfreigesprochen.

15. Großes Erdbeben und Ueberfluthung an der Nord-ostküste Japans ; 27.000 Menschen todt, 25,000 ver-wundet.

17. Deutscher Reichstag: Interpellation betr. Aufhebungdes Jesuitengesetzes.

17. Untergang des englischen Dampfers DrummondCastle; über 200 Todte.

17. Denkwürdiges Zusammentreffen Nansens mit derJacksonffchen Nordpol-Expedition im Eise der Polar-weit; Nansen trifft zum ersten Male wieder aufEuropäer.

18. Einweihung des Kyffhäuser -Denkmals in Anwesen-heit des Kaisers.

-

-