Ausgabe 
(15.1.1897) 2
 
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für unsere Zeit nach jeder Seite hin passen, sind jeneLehrvunkte, welche die moderne Theologie eingehender oderals Theil für sich zu behandeln pflegt, in Ergänzungs-bänden auf die Principien und die Praxis des Agui-naten zurückgeführt; und zwar nach dem ersten Haupt-theile die Quellen der katholischenWahrheit (looitKeoloZiei), nach dem zweiten die unbefleckte Em-pfängniß der Gottesmutter, nach dem dritten dasVerhältniß des Natürlichen zum Uebernatür-lichen; alles geschrieben in mehr populärer, zum Herzensprechender Werfe, möglichst ohne allen gelehrten Apparat.Der Schluß- und Registerband dient zum Nach-schlagen und bietet zugleich einen kurzen Abriß der Lehredes Aguinaten. Aus Liebe zu St. Thomas ist diesWerk hervorgegangen; möge es Liebe zu dieser hellleuch-tenden Verstandessonne verbreiten! Ohne Zweifel wendetsich dann diese Liebe zum Urheber der großen Gnaden-aben, welche der Engel der Schule besessen, zu Gottein Dreieinen.

vortrefflich redigirte Zeitschrift Immergrün hat meinenvollen Beifall." Der Dichter Franz Eichert schreibt imVolksblatt für Stadt und Land":Diese Zeitschriftzeichnet sich durch große Billigkeit aus. Man glaube abernicht, daß diesem billigen Preise auch ein magerer undminderwertiger Inhalt entspreche. Ganz im Gegentheil!Wir finden neben hübschem Äilderschmuck eine Reich-haltigkeit des Lesestoffes, die fast für jeden Geschmack,für jedes Alter etwas Passendes bringt. Dadurch recht-fertigt .Immergrün' seinen Ruf als ausgezeichnete undbillige christliche Familienzeitschrift und wir schließen unsgerne den Empfehlungen an, mit welchen die christlichePresse die bisherigen Jahrgänge dieses verdienstvollenUnternehmens begleitete." Vaterland vom 22. Dezember1893:Das im christlichen Geiste geschriebene .Immer-grün' steht, ivas den Inhalt und den billigen Preis be-trifft, vielleicht einzig in Oesterreich da und berechtigt zuden besten Hoffnungen."

Der Liberalismus." Von U. Georg Freund0. 88. R. Wien , Heinrich Kirsch. 10 kr. 20 Pf.,per Post 12 kr. 25 Pf.

Zu den vielfachen von unserem bekannten Kanzel-redner Sr. Hochw. U. Rector Freund herausgegebenenherrlichen Schriften ist wieder ein neues Büchlein, be-titeltDer Liberalismus ", hinzugekommen. In gewohntertreffender Weise schildert der Verfasser den Liberalismusals den Feind Gottes, der Religion, der Heiligkeit derEhe, der Eltern, der Kinder, als auch des arbeitendenVolkes. Von den schönen Gedanken, welche wie Perlean Perle sich reihen, sei es gestattet, einen, die brennendstenZeitfragen berührend, herauszugreifen. Der Liberalismus,ein Feind des arbeitenden Volkes. Ihm ist der Arbeiterkein Ebenbild Gottes , nicht ein Mitbruder, der denselbenSchöpfer und Erlöser und dasselbe Endziel hat wie Jener,der nicht nöthig hat, ini Schweiße seines Angesichtes dasBrod zu verdienen. Er sagt dann genau dasselbe, wasein sehr bekannter Grieche des Alterthums sagte:DerHandarbeiter verdient nicht den Namen eines Bürgers,es ist kein Unterschied zwischen ihm und einem Sklaven,er hat keinen Adel der Gesinnung. Der Arbeiter ist nurKraft; wird als Kraft erworben, gebraucht, verbrauchtweggeworfen. Die Arbeiter find nur Wesen geringererKategorie, dazu auserwählt, die glücklichen Schemel-dienste für die hocherhabenen Capitalisten zu verrichten.Zur Zeit, wo der Liberalismus im Rausche des Glückesseine wilden Orgien feierte und Niemand ihn darin störte,weil die Regierungen liberal waren, die Volksvertretungund Alles, ia Alles, was Etwas sein wollte, liberal war,und wo das Volk künstlich gegen seine wahren Freundegehetzt wurde, zu dieser Zeit war die Ausbeutung undKnechtung des Arbeiters unbegrenzt: längste Arbeitszeit,geringster Arbeitslohn, Frauenconcurrenz, Kinderarbeit,willkürliche Entlassung. Im Unglücke und im Alterhinausgeworfen auf die offene Straße. Kein Ruhe- undFeiertag. Wenn in neuer und neuester Zeit durch dieGesetzgebungen die Ausbeutungswillkür des liberalen Ca-pitalismus etwas eingeschränkt wurde und das Loos derArbeiter etwas menschlicher sich gestaltete, so kommt dasnur daher, weil mittlerweile der Liberalismus seine Omni-votenz verloren und wirkliche volksfreundliche Factorenseine Tyrannei gebrochen haben. Unsere Leser werdenmit Freude dieses neue kleine Werk begrüßen. Möge es,aus Liebe zum Volke geschrieben, die größte Verbreitungfinden!

Die Kunst gut zu leben! Vom hl. Bernardus. Fürden allgemeinen Gebrauch bearbeitet und mit einemvollständigen Gebetbuche versehen von BernardSchmitz, Landdechant und Pfarrer zu Glandorf .Preis geb. in Calico 1 M.

Wie man sich nicht mit Mehl beschäftigen kann,"sagte die hl. Theresia, ,,ohne bestäubt zu werden, so kannman sich auch nicht mit dem Leiden Christi beschäftigen,ohne einigen Nutzen daraus zu ziehen. Dieses Wortfindet auch eine passende Anwendung auf die Beschäftigungmit den Werken der hl. Väter. In ganz besonderer Weiseglauben wir dieses von der vorstehenden Schrift des hl.Bernardus, des Honigfließenden Lehrers , sagen zu können,einer Schrift, in welcher wir von einem Kirchenlehrer undeinem der größten Heiligen aller Zeiten in seiner ganzunnachahmlichen, herzlichen und zugleich eindringlichenSchreibweise über alle Tilgenden unterrichtet werden,welche zum guten, christlichen Leben nothwendig find. Zueiner geistlichen Lesung ist vorstehende Schrift besondersgeeignet: ja, es kann dieses Büchlein der hochgeschätztenPhilothea des hl. Franz von Sales auch in Beziehungauf das praktische Leben ebenbürtig an die Seite gestelltwerden.

Historisch-politische Blätter. Jahrgang 1897.

119. Band. Erstes Heft.

Inhalt: Wieder Neujahr im Orient. Die Rettungder Familie durch Christus. Eine culturhistorische Weih-nachtsbetrachtung. Der Einfluß der Geschichte auf denVolkscharakter. Der Klosterwald. Karl Graf vonMontalembert in seiner Jugendzeit (18101836). Einneuer Lebensführer für Gebildete.

* Von Janssen's Geschichte des deutschenVolkes (Verlag von Herder, Freiburg ) ist zu Ende desabgelaufenen Jahres der IV. Band bereits in 15. und16. verbesserter Auflage ausgegeben worden. Derselbe istvon Professor Dr. Pastor, dem Fortsetzer des monumentalenWerkes, durchgesehen und verbessert worden; er umfaßtdie politisch-kirchliche Revolution seit dem sogen. Augs-burger Religionsfrieden vom Jahre 1555 bis zur Ver-künoung der Concordienformel im Jahre 1580 und ihreBekämpfung währmd dieser Zeit.

, Die ZeitschriftImmergrün" bringt jährlich 576Seiten Text und ca. 80 Bilder in 12 schön ausgestattetenHeften ä 48 Seiten (mit zweifärbigem Umschlag), Verlagvon A. Opitz in Warnsdorf (Nordböhmen) und Wien (Vm., Strozzigasse 41). Preis per Jahr nur 2 M. 80 Pf., Welcher Beliebtheit diese im 8. Jahrgange stehende,

.-.^ ^ besten

Anzeiger:

heimische Familienzeitschrift sich erfreut, durften am bestennachfolgende Urtheile beleuchten: Literarischer Anzeiger:Die Auswahl der Themata ist sehr sorgfältig, die Er-zählungen sind interessant, sittlich rein und Herz und Ge-müth veredelnd." Westung. Volksblatt:Immergrün istsehr interessant und nett." Der bestbekannte Schriftsteller IHr. Fr. Franziszi (Dechant in Grafendorf) schreibt:Die '

* Von demSendschreiben eines katholischenan einen orthodoxen Theologen", Augsburg 1895,chtet an Herrn Alexios von Maltzew, Propst anKirche der kaiserlich russischen Botschaft in """

gerichtet .

der Kirche der kaiserlich russischen Botschaft in Berlin , isteine französische Uebersetzung erschienen mit dem. Titel:ll. L. Röbw, Obanovins äs ksssau, 1,'LZIisöortboäoxs Krüoo-rs8ss. Oontroverss ä'un tbvo-loZisn oatboligus romain svso uu tk6olo§isu ortboäoxssobismotignö; trsäuit ps.r L. Ll. Ommsr. karis st Lrn-xsllss 1897. Das erwähnte Sendschreiben hat eine lesens-werthe Erwiderung gefunden in der Schrift:Antwortauf das Sendschreiben eines katholischen rk."von A. v. Maltzew, Berlin 1896.

Verantw. Redacteur r Ad. Haas in Augsburg. Druck u. Verlag des Lit. Instituts von Haas <L Grabherr in Augsburg .