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ponirt, Phantasien, eine kleine Oper, eine Messe, ja selbst- ,Symphonien und Sonaten, und so muhte man jetzt aufdas große Talent aufmerksam werden. Er wurde !Schüler des ersten Direktors der Wiener Hofkapelle. DesMaestro Antonio Salieri, der ihn zuerst in den Kontra-punkt einführte. Dem Lehrer sang er einmal ein selbstcomponirtes Lied vor, das ersterer lobte, worauf ihnFranz treuherzig anschaute und ihn fragte: „GlaubenSie, daß aus mir etwas werden wird?" Als der Meistersagte, er sei jetzt schon viel, fügte der jugendliche Com-ponist bei: „wer vermag aber nach Beethoven etwas zumachen?" Er schrieb damals eine Messe, ein SalveRegina und begann die „natürliche Zanberoper": desTeufels Lustschloß in drei Akten von Kotzebue , welcheer im Jahre 1814 beendete, zurückgekehrt aus dem Con-vikt in das väterliche Haus, wo er, um der Aushebungzum Militär zu entgehen als Lehrer in die Elementar-schule seines Vaters eintrat und in dieser Stellung bisEnde des Jahres 1816 verblieb. Komponist — undElementarlehrer bei den Anfaugsschülernl welch einKontrast! Und doch, er ermüdete. nicht, obwohl er
manchmal nicht genug zu essen hatte, im Gegentheil, ercomponirte mehr denn je, so allein im zweiten Jahreseines Aufenthaltes zu Hause: eine Symphonie, zweivollständige Messen, vier Sonaten, viele Klavierstücke, nichtweniger als gegen 140 Lieder, bei denen er gegen 50Gedichte Göthe's zu Grunde legte. Eines seiner be-kanntesten Lieder aus damaliger Zeit ist sein „Erlkönig ".Spaun schrieb damals an Göthe , machte den Dichterauf den jugendlichen Komponisten aufmerksam, Göthe aberertheilte eine Antwort — nicht. Spaun gab sich auchviel Mühe, Schuberts Werke, wenigstens die bedeutendern,in Druck zu bringen, umsonst, — die fünf Symphonienaus damaliger Zeit wurden erst 68 Jahre später, imOktober 1885, publicirt.
An der Musikschule zu Laibach in Krain war eineLehrerstelle zur Bewerbung ausgeschrieben mit einemGesammtgehalt von 500 Gulden. Schubert bewarb sichdarum» sein Lehrer Salieri empfahl ihn mit folgendemgewiß ganz und gar kaltem Begleitschreiben: „lo HuiLottooerito allerrnv, c^uanto nella, snppliea, ät1'rano6860 Lostubert in rixuaräo al posto unwioalsZj Imdiana. sta, espoato." Schubert fiel mit seinerBewerbung durch, Salieri hatte hinter seinen Rücken einenzweiten besser empfohlen, der die Stelle erhielt, seinName war Jakob Schaust. Rührende Doppelzüngigkeiteines Lehrers! Unser Schubert blieb vorerst der armeSchulgehilfe.
Ende des Jahres nahm ihn der bekannte Schoberin sein Haus auf und bald machte er die Bekanntschaftdes berühmten Tondichters und Sängers Michael Vogl ,der ihm treu blieb bis zu seinem Tode. In welch ärm-lichen, elenden Verhältnissen aber unser Komponist zuleben hatte, mag der einzige Umstand beweisen, daß erfür sich nicht einmal die Miethe für ein Klavier er-schwingen konnte. Buchstäblich bettelarmer reichbegabtergroßer Künstler! Man sollte annehmen, daß diese elendematerielle Lage auch den Schwung des Geistes beein-trächtigt hätte, doch nein, Schubert arbeitete unverdrossenweiter, und erwähnen wir aus jener Zeit unter vielenArbeiten nur folgende: Ouvertüren im italienischen Stil,Claviersonaten, sein „Gesang der Geister über denWassern", Sonetten, geistliche Lieder» Walzer — ersteVersuche —die sechste Sinfonie in 6, verschiedene Kan-taten — ein Beweis, daß er stets arbeitete nach dem
alten Satze: null» äiss 8wo linea, — ja sius ulla
ÜI163.
(Schluß folgt.)
Die Weltanschauung im Sinne des hl. Thomasvon Aqnin.
(Vortrug gehalten im akad. Görresverein in Münchens (Fortsetzung.)
st. 6. Nicht alle Welten, die in Gottes ewigemVerstände ideell existiren, haben auch reale Existenz ge-wonnen. Warum ist also gerade die jetzige Welt vonGott geschaffen worden? Die Antwort kann nur lauten:Weil Gott es frei gewollt hat?) Um diese Antwortrecht zu verstehen, müssen wir uns vergegenwärtigen,daß Gott ohne jede wirkliche Welt unendlich vollkommenist; denn sonst wäre Gott, um ganz Gott zu sein, vonetwas abhängig, was außer ihm und darum unterihm ist. Es war also Gottes freiester Wille, wenn ersich entschloß, überhaupt eine Welt zu schaffen. Ebe"sowar es aber auch Gottes freiester Wille, daß er ausder unzähligen Zahl möglicher Welten gerade die jetzigeerkor. Der Grund ist einfach der, daß absolut gesprochenGott überhaupt nichts so Vollkommenes schaffen kann,daß er nicht auch noch Vollkommeneres hätte schaffenkönnen, weil zwischen allem Geschaffenen und seiner Un-endlichkeit immer noch ein unendlicher Abgrund liegt.Welch wichtige Folgen ergeben sich nun aber wieder ausdiesem Ursprünge der Welt für unsere Weltanschauung!Was vom freien Willen eines Andern abhängt, ist, so«weit es davon abhängt, sein persönliches Eigenthum.Nun ist aber die Welt in ihrem innersten Sein, in allenFugen ihres Gebäudes vom freien Willen Gottes ab-hängig. Die Welt ist also auch durch ihre Natur ganzund gar Gottes absolutes Eigenthum?) Alles, wasdemnach in der Welt einen Platz hat, muß nach denKräften seiner Natur Gott dienstbar sein. Damit istaber auch zugleich die Aufgabe dieses Dienstes gegeben.Wenn nämlich Gott alles nach dem Vorbild seiner un-endlichen Vollkommenheit geschaffen hat, so ist es dieAufgabe jedes einzelnen Dinges in der Welt, sich nachMaßgabe seiner Kräfte Gottes unendlichem Vorbild ähn-lichzumachen. Gottähnlichkeit istdarum das großeZiel der Welt in ihrer Gesammtheit, wie injedem ihrer Theile?)
Wir können vom Willen Gottes nicht scheiden, ohnedem schönen Gedanken der christlichen Philosophie Aus-druck verliehen zu haben, daß gerade die Liebe und GüteGottes an der Wiege der Welt gestanden hat. Gott besitzt nämlich in sich selbst das höchste unendliche Gut,welches ohne alle Maßen vollkommen ist. Darum istGott auch durch den ganzen unbeweglichen Gang derEwigkeiten in sich selbst unendlich glückselig, absolut sichselbst genügend und unfähig, nur irgendwie eine St'eiger-
0 8. e. A. I eap. 81, 82; mo namentlich betont wird.daß Gott zwar alles wissen, aber nicht auch alleswollen muß; vk. oap. 87; 8. viom. 1 g. 19 a. 5. lieberdiese Fragen vgl. Oillol I. e. p. 226—239. „Onm äivinadovitas (Vollkommenheit) sit a oroLtvris xenitne inckspon-äens, st nillil oinnino ex eis aognirsre gueat, ssguitnreviäentsr, Osniv voll» ueesssitsrs volle all» a. se" (p. 226).
?) Sehr schön 8. o. K. lib. III oap. 1.
") „Kds oinnes oreatas suvt guasllaw imnAives prinnaZentis, se. Oei.. psrksdio iinaZinis sst, ut rexraeLsntetsnnm exvinxlar per siinilltuäineni all ipsnm..... 8nnt
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oonsegnenäain sient propter nltiwnm ünew? — 8,o. §. Ud. III esp. 19.