Ausgabe 
(6.2.1897) 7
 
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Hl'. 7.

Mge zur Aügskmger Weitung. ° E

Stilla von Abenberg .

Von Adam Hirsch mann.

(Fortsetzung.)

Dem Grafen Rapoto von Abenberg nud Schutzvogteder bambergischen Kirche hatte seine Gemahlin Mcchtild,die Tochter des Grafen Dedo von Wettin, eine reicheErbschaft in Meißen, nämlich die Grafschaft Altenburg und Leisnig , eingebracht, welche 1157 an den KaiserFriedrich um 500 Mark verkauft wurde. (Laug, Re-gelten des RezatkreiseS I. v. x>. 57.) Im folgenden Jahre1158 erschien Rapoto, Graf von Abenberg , der Burgund der Kirche von Bamberg Schutzvogt und durch derenVergabung Graf im Radeuzgau (eomes RutmnAuvionsis),auf dem Reichstage zu Bamberg vor Kaiser Friedrich I.und beklagte sich über die Schäden, welche ihm BischofGebhard von Würzburg im Umfange seiner Grafschaftzugefügt hatte. Daher übergab Friedrich dem BischofEberhard von Bamberg die Grafschaft Nadenzgan. Die-selbe umfaßte Herzogcnaurach, Langeuzenn, Höchstadt ,Oberhochstadt, Dachsbach, Uhlfeld , Mühlhausen, Wachen-, rode. Zufolge Urkunde vom 14. Februar 1160, ausge-fertigt von Kaiser Friedrich I. zu Pavia in einer Streit-sache zwischen Eberhard, Bischof von Bamberg , und Geb-hard, Bischof von Würzburg , war Rapotodes Reichesgetreuer Advokat der Burg Bamberg, deßgleichen durchVerleihung der Kirche von Bamberg Graf im Rangau."(Lang, Regesten des Rezatkreises Seite 59; Seefried,Grafen von Abenberg , S. 1617; Bauer, Die Grafendes Nangaues im hist. Verein von Mittelfranken 1860S. 37; Haas, Der Rangau, Erlangen 1853 S. 147.)")Im Jahre 1172 wird Graf Rapoto zum letzten Maleals Urkundenzeuge aufgeführt, und nach seinem Ablebenwird er 1176 als Vater der Aebtissin Bertha vonKitztugen genannt, welche einem jungen Swepherus (viel-leicht einem Schweppermaun) zwei Grundstücke zu Firn-bach bet Würzburg zum Geschenke macht. (Haas, 1. e.S. 151.)

Nach der Abeuberger Tradition hatte Rapoto einenBruder, Namens Kourad, welcher ihm Beihilfe leistetebei der Gründung des Klosters Heilsbronn .

In den Nekrologien des genannten Klosters aus dem13. und 14. Jahrhunderte, wie sie Dr. Kerler im 33.Jahresbericht des Historischen Vereins für Mittelfrankcn(1865) S. 124 ff. veröffentlicht hat, erscheint der NameCunrad von Abenberg fünfmal, aber die Ausscheidungnach Sterbe- und Lebensjahren ist noch nicht gelungen.

In der Urkunde vom 15. Februar 1163 erscheinenals Zeugen: Rapoto, Graf von Abenberg , und Cun-radns, sein Sohn, während im Jahre 1165 Cunradund Friedrich mit ihrem Vater Rapoto Zengschast leisten.(Lang, RoZ. eiro. Ikermt. p>. 60, 63.)

Nach der genealogischen Tabelle von Scefried in dem

") Haas (I. o. 102):Zu den östlichen Marken desRangaues gehörte die Münchcnaue mit der HerrschaftAbenberg . Diese umfaßte außer dem Städtchen und deinSchlosse Abenberg , mit dem dazu gehörigen, von einerabenbergischen Tochter, der nachmals z. Z. Bischofs Wil-helm vonEichstätt, heiligt?) gesprochenen Stilla , gestiftetenAngnstinerinneu-Kloster Marieuburg, welches auf einemHügel dicht (?) unterhalb der Burg lag, die Fischerei inder Rezat bei Mungeuau und zwei Fischteiche bei Ber-tholsdorf, dann zwei Weiher zu Steinbach und Bechhofen ,sowie wohl auch das kleine Dörfchen Kleinabenbcrg undLosenau in der Pfarrei Abenberg ."

Werke: Die Grafen von Abenberg (1869), S. 41 warCourad der Jüngere, der zweite dieses Namens als Grafvon Abenberg, als Burggraf von Nürnberg der erste,der Bruder Stillos, während der Bruder Rapoto zumAbte von Heilsbronn erhoben wurde. In derbe-richtigten Stammreihe" (der definitive Uebergang 1895)wird diese Geschlechtszusammcngchörigkeit beibehalten, nurmit dem Unterschiede, daß die Abkunft von Wolfram II.hergeleitet wird und Rapoto nicht bloß zum I., III. undVI. Abte von Heilsbroun, sondern auch zum II. Abtevon Ebrach 11641170 befördert wird.

Daraus dürfte ersichtlich sein, welche Unsicherheitüber die von der Tradition festgehaltenen Brüdcr Stilla'sherrscht. Ihre Mutter wird als Gräfin Sophia vonHohen-Trichendingen bezeichnet. Darunter ist ohneZweifel Hohentrüdingen ") in der Grafschaft Truhen«dingen im Sualafelde zu verstehen, deren Edle unterKaiser Heinrich V. gegen 1113 zum ersten Male alsSchntzvögte des hl. Sola d. i. des Klosters Solnhofen auftreten. (Englert, Geschichte der Grafen von Truhen-diugen, Würzburg 1886, S. 11 nr. 1.) Als BischofGebhard II. von Eichstätt am 1. November 1138 dasvon ihm und seinen zwei Brüden: erbaute Kloster Plank-stetten bei Bcilugries kirchlich einweihte und reichlicherdotirte, nahm aus dem Adel Friedrich von Truhendtugenals Zeuge die erste Stelle ein (Lefflad, Regesten derBischöfe von Eichstätt nr. 221); aber eine Gräfin Sophiavon Truhendingen, welche einen Grafen Zelchus vonAbenberg geheirathet haben soll, läßt sich nicht nach-weisen. (Vergl. die Stammtafel der Truhendingen betEnglert S. 158.)")

Wohl das Hauptgewicht der Abeuberger Ueber-lieferung über Stilln liegt in der Klostergründung zuHeilsbronn durch ihre beiden Bruder Rapoto undKourad.

Bei Hocker (Hailsbronuischer Antiquitäten - Schatz,Ouolzbach 1731, I, 55) findet sich ein sehr schönes De-dikatiousgemälde aus der Klosterkirche zu Heilsbronn .Bischof Otto mit sehr jugendlichen Zügen hält an derVorderseite eine Krenzkirche in den Händen, während einRitter mit wallendem Barte den Schlußtheil trägt. Hinterdieser ernsten Gestalt steht ein Knappe, des RittersSchwert haltend ; daran reiht sich eine Frau, die Händezum Gebete gefaltet, an welche sich ein jugendlicherRitter anschließt, dem gleichfalls eine Frau folgt, den

D Im Jahre 836 erscheint Truhendingen als Irubt-muntiga. N. d. 88. XV, 334; im Pontifikale des Eich-stätter Bischofs Gundakar II. als Irubsmuotinssn. Ll.d. 88. VII, 243.

") Die Grafen von Truhendingen kamen von Rhein-franken, wo sie ein Allod, aus 16V- Mausen bestehend,in Sulzheim, 6 Mansen in Sicherhausen, 8 Mansen inBreunchweiler besaßen. Wahrscheinlich wurden sie, un-bestimmt in welcher Zeit, 1050 ca., von Fulda mit derAdvokatie über Solenhofen und Heidenheim und dendamit verbundenen Pfründen betraut. (Englert l. o.pA. 140.) Die Grafen von Truhendingen scheinen einüppiges Hofleben geführt zu haben, wenigstens machtWolfram von Eschenbach bei der Schilderung der Hungers«noth in Pelrapeire eine Anspielung:

Lieb verlor: dL selten mit dem mstscksr 2uber oder ckiu Kanne:ein IrnbendinAaer xbannsmit krapksn selten cka ersebrei:in was der selber dun sntawsi,

(Parzival , herausg. von Bartsch IV. 160164.)