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Blick gesenkt, die rechte Hand auf die Brust gelegt,während die linke den Rosenkranz hält.
Zur Erklärung des Bildes dienen folgende Bcrse:
Hase «Ismus Ottousm calit st Oomitsm Kapotlmuemvessul kuuckavit, eomss bans oxibus eumulavitljul eomss ^.dsndsrK i'uit, die presul guogus Lunrber§.vis.junZAs coiuttem ckouriunm Orwrat.juulorsmlilselrtilckiu soeia eausuu^nturgno 8oplria.vost L1. 0. Olirtsts tiiAinta cluos soeius ists^.irnas knuckatur llaiisbruii, gut rlts voeatur,
Vw^tnis rrtgus pie matris sub Ironors ClarisrVe sairotl ckaeodi gui mchor vot 2sbs«1siDa voniam ennetis veus! die reguis tidi kuuetis.
Scefried (Die Grafen von Abcnberg S. 12) gibtfolgende metrische Ucbersetzung:
Otto verehrt die Kirche, sie verehrte den Grafen Rapoto,
Da sie der Bischof gebaut und der Graf mit Gütern
beschenkt hat;
Dieser ein Graf von Abenbcrg und jener auch Bischof
Ihnen magst du beizählen den Grafen Herrn Conrad
den Jüngern,
Mechtild rrnd im Verbände mit ihr die Gemahlin Sophia.
Tausend einhundert und zwei und dreißig Jahre nach
Christus
Stiftete jener Genosse Heilsbrunn, das so recht ge-nannt wird,
Unter dem Titel der Jungfrau und gütigen Mutter-
Maria
Auch zur Ehre St. Jakobs, des älteren, des Zebedäus .
Allen Gnade, o Gott! die hier in dir Ruhe gefunden.
Es erhebt sich mm sofort die Frage, welchem Jahr-hunderte gehört das geschilderte Dedikationsgemälde an?Stammt es aus der Griindnngszcit des Klosters oder istes spätere Arbeit? Für letztere Annahme sprechen dieBenennungen „Bamberg " und „Hailsbrunn"; beide ge-hören dem späteren Mittclalter an. Ueber letzteres be-merkt Mnck (I. e. I, 3): „Der Ort hieß bis gegen dasJahr 1400 nie anders als .Halsprun' oder,Halesprnncn';erst später begegnet uns der Name ,Hailsbronn' und ,Ior>8saintis'." Die Schreibart „Heilsbrun" zeigt daher, daßdie in Frage stehende Inschrift nicht aus grauer Vorzeitstammt; sie wurde vielmehr erst 1471 zur Zeit desAbtes Wegcl gefertigt. (Mnck 1. o. I, 13, 178 .)' 4 )Diese Tafel steht aber auch in Widerspruch mitder Stiftungsnrkunde des Klosters Heilsbronn , welche imOriginale sich dermalen im k. Neichsarchiv zu München befindet. Darnach gründete Bischof Otto von Bamberg ,
") Hocker (Hailsbr. Antig.-Schah 8uppl. I, 1): Ineiner vidimirten Kopie des Diplomes Kaisers Rnpert vornJahre 1403 kommt zum erstenmale „veilsprnn" vor; inzwei Schriften des Concils von Basel 1437 und 1430 hates den Namen voirs salutis. In der Stiftungsurkundevon Kloster Heilsbronn 1132 wird Otto von Bamberg :Otto badsuder^susis seclosias sxisoopus genannt (ibick.Snppl. I, 59). Eberhard von Bamberg nennt sich in derConfirmativnsurkunde einer Klosterherberge daselbst 1154:Dberlraickns, dabeirdsrAeusis spiseopus (1. o. 8upx1. I, 77).Der Verfasser des Zeitbildes „Der Renner" schreibt amSchlüsse:
vor cito?. vueli Ksticbtst linkVJttao cl'selml 20 tnrstatWol vierriA gar vor Labonborob175, Icke?. Iluk von T'rieuborvb. - - .vi bor ?.1t un bi äsn tao-onDa IZWebok leupolck bisobot' uasvsbenboreb an cko was lasO'aokto Loott'aeürsan ck'bullen.
Leopold 1. von Grnndlach leitete die Diözese Bamberg von1290-1303; ihm folgte der vom Papste ernannte Wuelfingvon «sliibenberg 1304-1316, ein Dominikaner. Kirchenler.Hergcurüthcr-Kaulen 1, 1019.
dessen Wiege höchst wahrscheinlich in Mistelbach bei Plein-feld gestanden (Mnck I. c. I, 5—6; Seesried, Die Fa-milie des hl. Otto, 1891; Kirchcnlex. IX, 1175), dasCistercienserklostcr Halcsprnnnen, nachdem er das leheu-freie Gut von dem Grafen Adelbcrt, dessen BruderChnnrad und ihren drei Schwestern preiswürdig cr-ivorbcn und dem hl. Petrus in Bamberg durch die HandAdelberos von Tagestcttcn geschenkt hatte: chuaproptor,heißt die entscheidende Stelle im Urtext, nuiversorumnoticio patsro voluwus, eiuaiilsr nos (Otto, sunotusIiahsnbsrKsnsis SLcIesiae Aratia Ooi sxisooxus) prno-äium apuck Ilaiesprumreu üb ^.äsldorto oowiks sta kratro 8uo Otiuuraäo atc^ns a tridus sororidussuis ckiZno xrstio oomxaravimua ickeJia h. kstro inbgchenhorAsnsi seolesin, eui auotoro Oeo clossrvirnus,per 1NNNN3 ^äsllisronis clo I'nZsstotton ckoimvimuZ.
Die Urkunde ist ausgefertiget zu Bamberg 1132in der X. Jndiktion des Kaisers (!) Lothar (derselbe wurdejedoch erst am 4. Juni 1133 durch Papst Jnnocenz II.zum römischen Kaiser gekrönt), und als Zeugen er-scheinen: Adelbero von Tagcstetten, Adclbrcht von Dahs-bach, Friedrich von Hergoltisbach, Heinrich, Eberhard,Megingoz von Otlohesdors, Otnant von Eskoowa, Ezzovon Burgelin, Uto von Wilehalmisdorf, Gernot und seinSohn Rudolf von Pntendorf, Macelin und Bcrchtold vonHufen, Wolfram von Stctebach, Chnnrad von fllinsaze,Dietmar von Hohcnekke, Egono von Chrigenbrunnen.Von den Bambcrger Kanonikern unterschrieben: Egilbert,Dekan; Cunrad, anstos; Dietpcrt; Udalrich der Lange;Volmar; SefridJ^)
Es entsteht nun die Frage: Welchem Geschlechte ge-hörten die Gutsvcrkänfer von Halcsprnnnen: die GrasenAdelbert, Chnnrad und ihre drei Schwestern, an? Warensie dem gräflichen Hause der Abenberger entsprossen?
Gemäß Urkunde vom 19. Mai 1108 übergab GrafWolfram von Abenperc, Bogt der Kirche zu Bamberg, sein Gut Hovehcim dem hl. Georins (d. h. dem Dom-kapitel) zu Bamberg " ) für sein und seiner Eltern Seelen-heil unter der Bedingung, daß Gerhilt und ihr SohnAdalbert, wenn er Kanoniker in Bamberg bleibt, eslebenslänglich besitzen und den Jahrtag des genanntenGrafen fromm feiern sollen.
Nach ihrem Ableben soll das Allodinm, über welchesder Sohn Adalbert bei Lebzeiten Gerhilts keine Gewalthaben soll, in die Gewalt der Bambcrger Brüder über-gehen. (Looshorn I. e. II, 65.)
Ist nun der hier genannte bambergische KanonikerAdalbert aus dem abenbergischen Geschlechte mit demGrafen Adelbcrt der Hcilsbronner Stiftnngsurknndeidentisch? Wir glauben nicht. Denn während Adalbert,Wolframs von Abenberg Sohn, ohne weitere Verwandt-schaft aufgeführt wird, besitzt Adelbert, der Verkäufer desHerrschaftsgntes in Halesprnnucn, außer einem BruderChunrad noch drei Schwestern, welche Miteigenthumsrechtsan diesem Prädinm ausweisen konnten. In der Heils-brouuer Gründungsurknnde selbst wird der Geschlechts-
") Hocker, I. 0 . suppl. I, 59: Muck, 1. 0 . I, 6; Loos-horn, Geschichte des Bisthums Bamberg II, 292; Lkcm.Osrm. 88. XV, 1151,1160; XII, 708; XX, 759,833,886,911.
Unter Bischof Graf Bertholt» von Leiningen 1258bis 1285 lösten die Kanoniker am Dome zu Bamberg, die„Georgen-Brüder" genannt, die vita Lammmus auf undwurden „Domherrn", welche den Chordienst hauptsächlichden zahlreichen Chorvikarcn überließen, während sie selbstaus Erhaltung und Mehrung ihrer Einkünfte und Rechtebedacht waren. Kirchenler. 1. 1918.