Ausgabe 
(6.2.1897) 7
 
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migehörigkeit der Verkäufer nicht Erwähnung gethan:daher kaun die aufgeworfene Frage bei dem Mangelanderweitiger Beweisstellen nicht genügend gelöst werden.

Haas (Der Nangau S. 109) hält den GrafenAdclbert, seinen Bruder Chnnrad nebst den drei Schwesternfür Hohenloy-Braunccke, während Muck die fünf Grafen-gcschwister abenbcrgischcn Stammes erachtet (1. e. I, 1),indem Otto gerade durch das Verwandtschaftsverhältnißmit den Abenbergern veranlaßt worden sei, in Heils-bronn ein Kloster zu gründen. Dann aber erscheint esnoch auffallender, warum der Geschlechtsabfolge der Ver-käufer und der verwandtschaftlichen Beziehungen derselbenin der Stiftungsurknnde nicht gedacht wird, dann ist esnoch unerklärlicher, warum nicht einmal unter den Zeugenein Abcnbergcr genannt wird.

Falckcnstein, das Gewicht dieses Einwnrfes wohlfühlend, glaubte in die Heilsbronner Stiftungsurknnde anStelle des Namens Adelbert jenen des Grafen Rapoto,dessen abcnbergische Geschlcchtszugehöriglcit außer Zweifelsteht, einschicken zu dürfen (Autici. Koräguv. II, 352);allein mit Recht wies schon Hocker diese unkritische Will-kürlichkeit zurück, indem auf diese Weise die Original-doknmentcn-Authentic in merklicher Gefahr stünde (Hcils-bronner Antig.-Schatz, suxpl. I, 5).

Es ist vielmehr sehr wahrscheinlich, daß der Ver-käufer des Heilsbronner Gutes Graf im Ratenzgan ge-wesen ist; denn zufolge Urkunde vorn 5. April 1130 hatKönig Lothar in Bamberg auf Verwendung seiner Ge-mahlin Richiza und für die treuen Dienste der Kongre-gation des heil. Georg im Dorfe Staffclstein, das imRatenzgan in der Grafschaft des Grafen Adelbert ge-legen ist, einen Markt abzuhalten bestimmt. (Looshorn1. o. II, 71.)

(Fortsetzung folgt.)

Santiago de Compostela

im Jubeljahr 1897.

(Fortsetzung.)

II. O. Eine natürliche Folge dieser zahlreichenPilgerfahrten zum Grabe desdran Fpvstol", wie derSpanier mit Vorliebe sagt, war, daß die Päpste diedem Heiligen geweihte Kirche in Santiago mit Gnaden,Ablässen und Vorrechten in reichstem Maße ausstatteten.

Eines der bedeutendsten dieser Privilegien ist dasnffubilso äs! Uno Laut»«, der Jubclablaß deshl. Jahres. Nach der Bulle des Papstes Alexander III. (1159 - 1181), ausgefertigt am 25. Juni 1179 zuVitcrbo, sind rröos snntos (heilige Jahre) solche, inwelchen das Fest des hl. Jakobns (25. Juli) auf einenSonntag füllt; während eines solchen Jahres können dieGläubigen, welche nach würdigem Empfange der heiligenSakramente die Kirche des hl. Jakobns in Santiago deCompostela besuchen und dort nach der Meinung des hl.Vaters beten, einen vollkommenen Ablaß gewinnen. Diesepäpstliche Bulle besteht noch in voller Geltung, und ausihr ergibt sich, daß das gegenwärtige Jahr 1897ein Jubeljahr ^no Konto" für Santiago de Com-postcla ist, denn im Verlaufe dieses Jahresfällt das Fest des hl. Apostels Jakobus desAelteren auf einen Sonntag. Der gegen-wärtige Erzbischof von Santiago, Msgr. JosephMaria Martin de Herrcra (geb. 26. August 1835zu Aldua in der Diöccsc Salamanca), früher (bis 14.Februar 1889) Erzbischos von Santiago aus Cnba,

erließ bereits am 8. Dezember 1896 einen Hirtenbriefsan seine Diöcsanen, worin er zu recht zahlreicher undeifriger Betheiligung an den Wallfahrten während diesesGnadcnjahres auffordert.

Am Tage nach Erlaß des erzbischöflichcn Schreibenssandte der Dekan und das Mctropolitankapitel von San-tiago , urvordcnklichcr Gewohnheit folgend, an sämmtlichePrälaten Spaniens ein Einladungsschreiben zum Jubiläumdes tliio sonto. Wir verdanken den Hirtenbrief derGüte des liebenswürdigen und gelehrten Don CandidoRios y Nial, der uns denselben mit der ausdrücklichenBitte zugesandt hat, ihn verdeutscht unseren deutschenLandsleuten in einer katholischen Zeitung unsers Vater-landes mitzutheilen, damit auch die deutschen Katholikensich recht zahlreich an der Pilgerfahrt zum Grabe desdran Axostol" bctheiligcn möchten. Mit Freudenwillfahren wir der für uns so ehrenvollen Bitte desHerrn im fernen Spanien und erlauben unS dem Textdes Hirtenbriefes zum besseren Verständniß für dendeutschen Leser einige erläuternde Anmerkungen geschicht-lichen Inhalts in Fußnoten beizufügen.

Der genannte Hirtenbrief hat nun folgendenWortlaut:

Wir Dr. Joseph Martin de Herrera u de la Jglcsia,durch Gottes und des hl. apostolischen Stuhles GnadeErzbischof von Santiago de Compostela , GroßkaplanSeiner Majestät, ordentlicher Richter der kgl. Kapelle, deskgl. Hauses und Hofes, Großnotar des Königreichs Le»n,Großkrenzritter des kgl. Ordens Karls m., Senator desKönigreiches sowie des Rathes Sr. Majestät u. s. w. u. s. w.

an den ehrwürdigen Dekan und das Kapitel der hl.apostolischen Metropolitankirche von Santiago de Compo-stela , an den ehrwürdigen Abt und das Kapitel des Stiftesvon Coruna, an unsere Erzpriester, Pfarrer und denübrigen Klerus, an die Ordenslente beiderlei Geschlechtesund an alle Gläubigen unserer Erzdiözese.

l?ax Vobis Friede sei mit euch.

Nachdem Theodomir, Bischof von Jria-Flavia,*) auf

') Qarta pastoral äel Lxemo. 5 Rovmo. 8ss,or ^.rro-bispo äs LantiaZo äs Oomxostsl», cov motivo äs äubilsoüsl Ttüo 8anto äs 1897. 8°, 32 pp. 8»uti »§o, Imp. xLuv. äsl 8smiii»rio O. Osntr»! 1696.

2 ) Jria-Flavia, das heutige Padrän, an dem schiff-baren, in den Meerbusen von Ärrosa sich ergießendenFlusse Ulla in der spanischen Provinz Galizien gelegen,ist ein uralter christlicher Bischofssitz, der später nachCompostela verlegt wurde. Bei Jria-Flavia landete nachspanischer Tradition in wunderbarer Weise der Leib desIst. Apostels Jakobus des Aelteren. Eine Frau, mit NamenLupa, gestattete den Jüngern des Apostels, die hl. Ueber-reste des Meisters auf ihrem Besitzthum zu beerdigen.Später errichteten jene über der Grabstätte eine kleineKapelle. Zwei der Schüler und Begleiter des Apostels,Athanasius und Theodor, blieben bei dem Heiligthum zurück,die anderen zogen zur Verkündigung des Evangeliums inandere Gegenden Spaniens . Nach ihrem Tode wurdendie beiden Jünger zu den Seiten ihres Meisters bestattet.Die darauffolgenden unruhigen, kriegerischen Zeiten ließendas Heiligthum ganz in Vergessenheit gerathen, bis endlichein wunderbares Ereigniß die Wiederauffindung desselbenherbeiführte. Im Anfange des neunten Jahrhundertsstellte sich nämlich bei dem erwähnten Bischof Theodomirvon Jria ein frommer Einsiedler Namens Pelagius (?swvo>ein und brachte die seltsame Botschaft, man könne aufdem nicht weit von seiner Klause gelegenen Berge Libre-Don jede Nacht himmlische Musik hören und ein geheim-uißvolles, den Sternen ähnliches Licht sehen. Auf dieseAussage hin begab sich Bischof Theodomir am 24. Juli 813in den am Fuße des Lebre-Dou gelegenen Ort Sän Fixde Solovio, las dort die hl. Messe, bestieg darauf mitseinem Klerus und vielen« Volke den Berg, ließ das Ge-sträuch entfernen und Nachgrabungen anstellen. Da fandman eine Höhle mit zwei Bogcnwölbnngen, einem Altarund drei Gräbern, von denen das mittlere am größtenwar. Man öffnete letzteres und fand den Leib des hl.