schieben, um den Eindruck bei den Lesern zu verstärken.Seine Stellung zu der Anschauung, welche in den vonihn, citirten Schriftstellern sich ausspricht, hat der Ver-fasser für den Leser an verschiedenen Stellen keiner Schriftangedeutet. Ucbcrhaupt darf nicht übersehen werden, daßdie Schrift der Hauptsache nach eine systematische Zu-sammenstellung dessen sein soll, was über Besessenheit undeinschlägige Fragen in der patristischen Literatur sich findet.Auch das Schlußwort in der bezeichneten Schrift hättedie „Frankfurter Zeitung " auf deir Gedanken bringenkönnen, daß sie den Verfasser unverdienter Weise herab-zuwürdigen sich mühe. Die in Rede stehende Schrift hat,wie wir bestimmt wissen, bei ihrem Erscheinenvon Männern,welche durch ihr theologisches Wissen und ihre Stellunghervorragend waren, und solche Fragen, wie sie in dergenannten Schrift behandelt sind. nüchtern zu beurtheilenverstanden, volle Anerkennung gefunden. Es sei nur, umdie noch lebenden zu übergehen, hingewiesen auf den hoch-seligen Bischof vr. Pankratius von Dinkel und den ver-storbenen Eichstätter Dompropst und Professor Dr. Thal-hofer, dessen Brief an den Verfasser wir gelesen haben.Hingewieien sei ferner auf die seinerzeitigen anerkennendenBesprechungen der betr. Schrift in der „Jnnsbrucker theo-logischen Zeitschrift", in der „Beilage der AugsburgerPostzeitung" und im „Augsburger Pastoralblatt". DiesenMännern und Zeitschriften lag aber auch ein anderesElaborat vor, als die „Frankfurter Zeitung " ihrem Publi-kum, das prüsungslos das Dargebotene als baare Münzehinnehmen muß, vorzulegen beliebte. -— Was man sogaraus Sätzen der hl. Schritt machen und wie man die LehreChristi als unchristlich lautend darstellen könnte, wennman nach Art der „Frankfurter Zeitung " verfahren würde,sei an einem Beispiele gezeigt. Man könnte sagen mitVerschweigen des in der hl. Schrift enthaltenen Beisatzes:In der Bergpredigt (Matth. 5,43) lehrt der Herr: „Hassensollst dü deinen Feind." —
Uebrigens hat Professor Leistle in seiner Schrift auchnoch andere Dinge behandelt, als nur die sinnlich wahr-
lassung, die Besessenen des Neuen Testamentes, der seg-nende und heilende Einfluß des Christenthums kommenin seinem Programme znr Sprache, lauter Gegenstände,die nicht bloß für den katholischen, sondern auch denorthodoxen protestantischen Theologen von Interesse sein. können. Allerdings die von Christus abgewendete Welt,der Rationalismus, welcher Satan und seinen EinflußHinwegdisputiren will und die Leugnung dieses Feindesdes Menschengeschlechtes (I. Petr. 5,8 f.) zu einem Postulatder Bildung macht, muß sich entsetzen, wenn man diesesdüstere Phänomen der Geschichte zu behandeln wagt.
Was die verdächtigende Bemerkung über die Lehr-thätigkeit des Rectors Leistle im Schlußsätze der „Frank-furter Zeitung " betrifft, so mag sich dieselbe beruhigen.Derselbe ist, wie das vor Jahresfrist in öffentlichen Blätternhervorgehoben wurde, ein hochgeschätzter Lehrer, der sichdie Liebe und Verehrung seines Auditoriums währendseiner 20jährigen akademischen Thätigkeit in hohem Gradezu erwerben wußte, so daß sie auch die Auslassungen der„Frankfurter Zeitung " nicht zu erschüttern vermögen, undseine Schüler können auch in den von ihm vorgetragenenDisciplinen sich mit denen jeder anderen theologischenHochschule messen.
Recensionen und Notizen.
Baedeker K., Spanien und Portugal : Hand-buch für Reifende. 8°. I-XXXII -ff 582 SS.,6 Karten, 31 Pläne, 11 Grundrisse. Leipzig, K.Baedeker, 1897. M. 16,— in Leinwandband.v Es war ein auffallender, schwer empfundenerMangel, daß in der Reihe der vorzüglichen Reisehand-bücher von Baedeker gerade eines der herrlichstenLänoer, das an historischen Erinnerungen, an kunst-vollen Prachtbauten wie an hervorragenden Naturschön-heiten überreiche Spanien, nicht vertreten war. Rath-los und vergeblich sah sich jeder Spanien- Reisende nacheurem Ersatz um, der diese Lücke ausfüllen konnte, denn der
Reiseführer von Hartleben, der einzige, den es überhauptgab, ist gar nicht zu gebrauchen. Das Erscheinen desoben genannten Buches wird daher allseitig mit großerund dankbarer Befriedigung willkommen geheißen werdenund sicher den Muth und die Zahl derer rasch vermehren,die sich entschließen, die iberische Halbinsel zu durchqueren,wenn sie sich einem so verlässigen Führer anverrraut sehen.Die Einrichtung des Buches ist ganz dieselbe, wie sie sichbei den übrigen Baedeker-Führern bewährt hat, die jaeinen Weltruf besitzen. Genauigkeit der Angaben undNebersichtlichkeit der Anordnung lassen nichts zu wünschenübrig; es wird sicherlich keinen Spanien- Touristen geben,der nicht diesen „Baedeker" als unentbehrlichen Geleiterin der Hand hätte.
Haberl Fr. K., Kirchenmusikalisches Jahrbuchfür das Jahr 1897. Reqensbnrg, Fr. Pustet,1897. 8°. IV -s- 141 -st 3 SS. M. 2,60.
Zum zweiundzwanzigsten Male bringt ein alter,stets willkommener Freund seine Neujahrsgabe. Leiderhat das diesmalige Jahrbuch den Tod eines ausgezeich-neten Mitarbeiters, des Professors Dr. Anton Walter(k 1. Okt. 1896), zu beklagen, dessen im Vorwort rühmendgedacht wird. Es folgt dann an erster Stelle die Fort-setzung des im Jahrgang 1896 begonnenen „Oküeiumhsbckoinaclas sanetas" (S. 29—72) von Ludovico daVittoria, der bekanntlich an Cardinal Otto Truchseß vonAugsburg einen Mäcenas hatte. Auf den musikalischenBeitrag folgen.Abhandlungen und Aufsätze historisch-kritischer Art, die von der staunenswerthen Belesenbeitund Gründlichkeit der Mitarbeiter Zeugniß ablegen. Re-censionen über kirchenmusikalische Novitäten beschließendas Jahrbuch, das an Reichhaltigkeit des Inhaltes senrenVorgängern in keiner Weise nachsteht und sich damit sicherdie alten Freunde erhalten und, wie wir hoffen, neue er-obern wird. _
Der hl. Antonius in Toulon und das Brod derArme n. Erzählung eines Augenzeugen von StephanJouve in Toulon . Autorisirte deutsche Ausgabenach der 9. Auflage des französischen Originals vonF. M. Laun, Kaplan in Stuttgart . 3. vermehrteAuflage. Mit einer Abbildung des Hinterstübchensin Toulon. Stuttgart , Jos. Roth'sehe Verlags-handlung. 250 Seiten Octavformat. Preis brofch.2 M., schön gehd. 2 M. 60 Pf.
Das Buch erzählt uns in ansprechender Form dieEntstehung des in kurzer Zeit über die ganze Welt aus-gebreiteten guten Werkes, welches unter dem NamenSt. Anton iusbrod die Unterstützung der Armen zumZweck hat. Wer nämlich den hl. Antonius in klemenoder großen, körperlichen oder geistigen Anliegen um seineFürbitte anfleht, verspricht ihm gleichzeitig einen Beitrag,der ausschließlich zu Brod für Arme bestimmt ist. Be-sonders eingehend werden die vielen Gebetserhörungengeschildert, die in neuester Zeit auf Anrufung des ivunder-thätigen Heiligen in Toulon erfolgten. Das Buch ist be-sonders geeignet, das Vertrauen zum hl. Antonius mächtigzu wecken und das schöne Werk des Antoniusbrodes weiterzu verbreiten.
Der hl. Antonius von Padua . Sein Leben undseine Herrlichkeiten. Von st. Maria-Antonius,Eapuclner-Missionär. Autorisirte Ausgabe nachdem Französischen von I. Müller, Pfarrer.2. sehr vermehrte Auflage mit Titelbild. Mitbischöflicher Approbation. Stuttgart , Jos. Roth'scheVerlagshandlung. 200 S. kl. 8°. Preis 60 Pfg.,hübsch gebd. 1 M.
Dieses St. Autoniusbüchlein des hochw. st. Maria-Antonius ist eine besonders dankenswerthe Gabe. Dererste Theil schildert in gedrängter Form den Lebenslaufdes Heiligen und die Verbreitung der Andacht zu ihm.Im zweiten Theil finden sich die schönsten Gebete zumhl. Antonius, die neundinstägige Andacht, das Respon-sorium u. s. w. Der dritte Theil enthält die gewöhnlichentäglichen Andachtsübungen. Mit Rücksicht auf seine volks-thümliche Sprache ist dies Büchlein, das dem Lieblings-heiligen des katholischen Volkes gewidmet ist, deßhalbauch für das katholische Volk besonders zu empfehlen.