Ausgabe 
(24.4.1897) 22
 
Einzelbild herunterladen

eors,; vaclemgu« esse xvtcsb acl gormauam seienti-arnm äi§vitat6M non minus guam catliolicas

siäci xracsiäium krugikcra.Vcstri okücii

doo utiguc xutctis esse, aäiuinenta ciisoiplinarumvestrarum velnt arm» guaeclam ad es tuendamtkrcologiLs mruistrars." Der Papst billigte das ganzeProgramm, namentlich auch den Satz, daß Glaubens-lehren und streng theologische Gegenstände ausgeschlossensein sollten; denn die göttlichen Dinge seien zu hoch undzn heilig, als daß man sie mit Würde auf einem Kon-greß behandeln könne. Auch fehle es manchen Mit-gliedern an der nöthigen Autorität, und sollten dieselbensich auf ihrem eigenthümlichen Gebiete bewegen, in derGeschichte und Physik in der Philologie, Mathematik,Kritik :c.

Zum ersten Male wurde demzufolge der Congreßvom 8. bis 13. April 1888 in Paris unter der Präsi-dentschaft des Msgr. Perraud, Bischofs von Antun, Mit-glieds der französischen Akademie, abgehalten; der zweitefand ebenda vom 1. bis 6. April 1891 unter dem Vor-sitz des gelehrten Bischofs Freppel von Angers , ehemaligenProfessors an der Sorbonne , statt. Der dritte ver-sammelte sich in Brüssel vom 9. bis 8. September 1894unter dem Vorsitze des Cardinais Goossens von Mechcln.Theologen und Laien, Bischöfe und Priester» Männer derverschiedensten Berufszweige, Juristen, Aerzte, Advokaten,besonders Lehrer an Hochschulen, Gymnasien, Seminarienund wissenschaftlichen Instituten nahmen persönlich Theil;andere hatten als Mitglieder ihre Beiträge oder Abhand-lungen eingesandt. Hatten die Deutschen auf dem erstenCongreß in Paris (1888) ganz gefehlt, so waren aufdem zweiten Congresse von den 19 subscribirten Mit-gliedern aus dem deutschen Reiche (abgesehen von Elsaß-Lothringen) erschienen: die Universitätsprofessoren Dr.Freiherr von Hertling, Dr. Graucrt, Dr. Bach vonMünchen, Dr. Hüffer von Breslau , Dr. Kihn von Würz-burg, Dr. Koschwitz von Greifswald . In Brüssel aberwaren von den 150 Mitgliedern anwesend: DompropstDr. Scheuffgen-Trier, Dompropst und päpstl. HausprälatDr. W. Schneider-Paderborn , NeichstagsabgeordneterDr. Porsch-Breslau , die Professoren Dr. Grauert-München, Dr. von Funk-Tübingen, Dr. Kihn-Würzbnrg,Dr. Clemens Bäumker-Breslau, Pfarrer Dr. WilhelmBäumker -Rurich. Außer den Generalversammlungen^)fanden Sectionssitzungen statt, in denen ein großer Theilder Abhandlungen vorgetragen und im Ideenaustausch derBesprechung unterzogen wurde. Im Jahre 1891 gab essieben, im Jahre 1894 acht Sectionen. In Freiburg hat das Organisationscomitc zehn Sectionen gebildet:

1. Religionswissenschaft; 2. Philosophie; 3. Rechts-wissenschaft, Nationalökonomie und Socialwissenschaft;4. Geschichtswissenschaft; 5. Philologie; 6. Mathematik,Physik und Naturwissenschaft; 7. Biologie; 8. Medizin;9. Anthropologie; 10. Christliche Kunst.

Zur Entgegennahme von Anmeldungen sind die Vor-sitzenden der Diöcesancomitcs bereit, die wir hiemit inalphabetischer Reihenfolge angeben: Pros. Dr. Schlccht-Dillingen (für Augsburg ), Pros. Dr. H. Weber-Bamberg,Pros. Dr. Bäumker-Breslau , Gcncralvikar Dr. Lüdtke-Pelplin (für Culm), Prälat Dompropst Dr. Pruncr-Eich-stätt, Pros. Dr. Dittrich - Braunsberg (für Ermeland),Se. Gnaden Dr. Knecht, Weihbischof - Freiburg i. Br.

. I 2" VrMel hatten sämmtliche belgische Staats-Mllnster ihren Beitritt erklärt und erschienen auch bei denvstentuchen Versammlungen.

(Stellvertreter Pros. Dr. Keppler), Domdcchant Pros.Dr. Braun-Fulda, Pros. Dr. I. Ernst-HildesHeim, Sc.Gnaden Dr. H. I. Schwitz, Weihbischof-Köln (Stellver-treter Kanonikus Dr. Hespers), Domcapitular Hilpisch-Limburg, Domcapitular Dr. Raich-Mainz, Chorherr undRegens O. Jeunhomme-Metz, Reichsrath Pros. FreiherrDr. von Hertling-München , Pros. Dr. I. Pohle-Münster»Pros. Dr. Middendorf-Osnabrück , Prälat Dompropst Dr.Schneider-Paderborn , Pros. Dr. Pell-Passau, Pros. Dr.A. Weber-Regensburg , Pros. Dr. Schütz-Trier, Pros.Dr. von Funk-Tübingen (für Rottenburg a./N.), Dom-propst Pfeiffer-Speyer, Regens Dr. Ott-Straßburg, Pros.Dr. Kihn-Würzburg.

Da wohl sämmtliche Bischöfe Deutschlands ihrenBeitritt zum Congreß in Freiburg erklärt und einigeselbst das Ehrenpräsidium ihrer Diöcesancomitcs über-nommen haben, läßt sich immerhin noch auf eine rechtzahlreiche Betheiligung deutscher Katholiken am IV. Cou-gretz rechnen, b)

Streifzüge durch die socialpolitifche Literaturder Renaissance.

Von Frz. Jos. Strohmeyer, Benefiziat in Oberstdorf.

(Fortsetzung.)

Aus derselben Veranlassung und in demselben Geistwie die Dranoo-Oallia geschrieben, entstanden wahr-scheinlich zwischen 1574 und 1576 dieVindiciac contrat^ramuos des angeblichen Ltexdanus drmius Lrutns".Nachdem bis in die neueste Zeit Hubert Laugnet als Ver-fasser dieser Schrift angesehen worden ist, hat Lostensehr wahrscheinlich gemacht, daß ein Philipp du Plessis-Mornay Verfasser ist.

Die Abhandlung setzt die Machtsphäre des Fürsten gegenüber der des Volkes durch Beantwortung von vierFragen fest:

1. Frage: Sind die Unterthanen zum Gehorsamverpflichtet, wenn der Fürst Befehle gibt, die gegen dasGesetz Gottes verstoßen?^)

Die Frage wird auf Grund der hl. Schrift ver-neint und die Verneinung aber auch allgemein-staats-rechtlich begründet. Von Anfang an besteht ein Vertragzwischen Gott einer- und König und Volk anderseits.Letztere haben Gott Treue versprochen, das Volk ist andiesen Eid gebunden, auch wenn ihn der König vergißt.

2. Frage: Soll man dem Fürsten Widerstand leisten,wenn er das göttliche Gesetz verletzt und die Kirche Gottesverheert" (aeclcsiam Dai vastanti, S. 43 st.)?

Der Verfasser besaht die Frage, und begründet esbiblisch und juristisch. König und Volk haben Gott ihre Treue gemeinsam gelobt, sie sind also beide, einessür das andere, verbindlich alscorrci pramirtandi".Beide können sich daher auch gegenseitig verklagen.^)

Wer aber soll Widerstand leisten? Nicht die ge-summte Volksmenge, zahllos an Häuptern und schwer-fällig, sondern die map Stratos d. h. die vom Volke oderauf andere Weise eingesetzten öffentlichen Beamten, unddie comitia d. h. die Ständeversammluiigen (S. 63).

°) Die katholischen Zeitungen werden um Aufnahmedes vorstehenden Artikels gebelen.

°') Max Losten in den Sitzungsberichten der königl.baner. Akademie der Wissenschaften zu München 1867.I. Bd. S. 215 st.

*") Ausgabe von 1660 S. 1 ff.

") ok. Treitzschke, Hubert Languet's Vinäioiao contraIzn'Liinos, Leipzig 1846, S. 62.