Ausgabe 
(8.5.1897) 25
 
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außen tritt. Wie Schmidümz ") bemerkt, ist in neuererZeit die bisher nicht anerkannte Odlehre Reichenbachsdurch die Untersuchungen des Pros. Hertz näher gerücktworden, da dessen ermittelte elektrische Welleuwirkungen inihren räumlichen Bestimmungen auffallend zahlenmäßigmit Neichenbachs Messungen der Odkräfte zusammen-fallen.

Sehr merkwürdige Forschungen über die magnetischeVerbindungskraft haben in Paris Dr. Luys , Mitgliedder französischen Akademie und Chef der Salpetriöre,sowie der bekannte Psychologe Oberst de NochaS, in Ver-bindung mit dem Chef des hypnotherapeutischen Labora-toriums der Charits, Dr. Gerald Encausse, gemacht.Nochas behauptet u. a., daß dieOd"kraft der magneti -sirten Versuchsperson von dem Experimentator auf ge-wisse Gegenstände, z. B. Wachs oder Wasser, später aufein nach Art der alten Zauberer verfertigtes Wachsbild (!)übertragen wurde; wenn man nun diese berührte, sohabe die Versuchsperson jede Berührung, wie wenn manauf sie selbst eingewirkt hätte, und zwar auch dann, wennsie in einem andern Zimmer sich befand, empfunden.(Siehe: Os Itoesiss, K'Kxteriorisation eis In Lsnsi-dilita. Karls, Ostamuel, 1895. Kaolins, I/Knvoüto-mont. Karls, ibici., 1893.) In anderer Hinsicht ist mitBezug auf magnetische Fernwirknng auch noch von Inter-esse das Werk:Du transtort L äistancs L l'niäo ässconronnos nironntoos par Dr. Oornrä Lnonusso oncoUadorntioil aveo 1o Dr. Knz-s. (Karls, 1893.)"

Ich entnehme hieraus folgendes Beispiel: EinemHypnotisirtcn wird ein magnetisirter Eisenreif auf denKopf gesetzt, den vorher ein an VerfolgungswahnLeidender getragen hatte. Die Versuchsperson, die biszu diesem Augenblicke ganz glücklich und vernünftig zusein schien, wird nun Plötzlich traurig und ängstlich undschreit, sie werde verfolgt und gequält und könne nichtmehr entrinnen. Kaum ist aber der Eiscnreifen wiederabgenommen, so wird sie wieder vollkommen ruhig. (?)Wie vr. Lnys versichert, können solche Ideen in einemmagnetischen Eisenring monatelang aufbewahrt werden. (?)Er behauptet ferner, daß er das Ningexperimeut inanderer Art bei seinen Kranken auch zu Heilzwecken mitgutem Erfolge benützte. Humoristisch fügt er bei, wasfür Ehemänner von höchster Wichtigkeit ist, daß maneinem Weibe durch solche Experimente die Gefühle derLiebe und Anhänglichkeit einverleiben und diese trefflichenEigenschaften von der ersten Frau auf die zweite über-tragen könne. (I)

Die Möglichkeit der magnetischen oder psychomagnet-ischen Uebertragnug durch einen Stoff, der mit demMagnetismus einer Person, eines Thieres oder einerPflanze geladen wird, ist in mesmerischen Kreisen übrigensbereits früher behauptet worden.")

°) Psychologie der Suggestion, Stuttgart , Erike.

°) Dr. Luys erwähnt übrigens noch einige ganz merk-würdige Fälle der Wirkung von Flüssigkeiten auf Hypnoti-sirte, die bei einiger Neigung zur Zweifelsucht unglaublicherscheinen dürften. Hier zwei Beispiele derselben: EinerHypnotisirtcn wird eine sorgsam verschlossene Phiole mitAlkohol aufgelegt, und sehr bald zeigt sie alle Erschein-ungen der Trunkenheit. Sie wird nun veranlaßt, einemhypnotisirtcn Manne die Hand zu reichen, und es wirdmit einem Magnet von ihr zu letzterem hingestrichen. Dastellen sich auch bei diesem alle Anzeichen eines Rauschesein.(!) Einem Hypnotisirtcn wird ein versiegeltes Fläsch -«yen mit,Baldrian auf den Hals gesetzt, und sofort zeigtsich jn seinem Gesichte große Bestürzung. Er wirst sich

In der erwähnten Studie du Prels wird nun dieFrage nach derKoroo nourlHus", der psychomagnetischenKraft, mit der nach der Lösung des schwierigen Problems,inwiefern Suggestionismus, Hypuotismus und Magnetis-mus verwandt sind, verknüpft. Dasselbe ist von größererWichtigkeit, zumal auch Hansen es nicht genügend auf-klären konnte.

du Prel weist vorerst darauf hin» daß, wenn derMagnetismus in der That sich in Suggestion auflösenwürde» d. h. wenn die Suggestion der einzige Wahrheits-kern des Magnetismus wäre, nur solche Objecte magneti-sirt werden könnten, die für Suggestionen empfänglichsind, also bloß lebende Menschen, welche eine Vorstellungaufnehmen können und es wissen, daß ihnen eine Vor-stellung eingepflanzt wird. Nun sei es aber Thatsache,daß nicht nur Schlafende magnetisirt werden können, son-dern auch Thiere, Pflanzen und leblose Gegenstände. VonSuggestion könne dabei offenbar keine Rede sein, sondernes liege ein magnetisches Agens vor. Ferner findet er»daß schon zur erfolgreichen Suggestion selbst eine Kraft,offenbar identisch mit der des animalischen Magnetismus,nothwendig sei. Er schreibt:Was ist Suggestion?Zunächst nichts anderes, als eine im Gehirn des Patientenerweckte Vorstellung. Als solche bleibt dieselbe offenbarauf das Gehirn beschränkt. Soll sie innerhalb des Or-ganismus physiologisch wirken, z. B. zunächst den hyp-notischen Schlaf erzeugen, so muß sie zu diesem Behufeerst eine Kraft auslösen, die nur wieder am Gezweigedes Nervensystems sich fortpflanzen und die von der Sug-gestion bezeichneten Aenderungen herbeiführen kann. DieVorstellung als solche ist also noch keine physiologischeDynamide, es bedarf noch einer von ihr ausgelöstenKraft, und diese Kraft ist eben identisch mit dem animal-ischen Magnetismus. Der Hypnotiseur, welcher den ani-malischen Magnetismus leugnet, leugnet also damit dieVoraussetzung seines eigenen Systems. Hypnotismns undMagnetismus bilden kein Entweder-Oder, sondern einSowohlAls auch. Der Magnetiseur benützt seine eigeneKraft und läßt sie auf den Patienten überströmen, derHypnotiseur setzt die im Patienten selbst liegende, mitjener wesentlich identische Kraft in Bewegung. Die Sug-gestion ist also nur der Hebel für Automagnctisation."

In seinen weiteren Erläuterungen bemerkt er sodannnoch:Man könnte sagen, daß in gewissen Fällen diemit Gedankenübertragung verbundene Suggestion dasResultat herbeiführe. Gewiß; aber die Gedankenüber-tragung kann doch nicht darin bestehen, daß der Gedankeals solcher die Wanderung durch den Raum antritt. Wirbrauchen noch ein Vehikel, eine Kraft, und zwar eine imAgenten (Wirkenden) liegende, von seiner Psyche beein-flußbare Kraft, und damit stehen wir wieder vor demMagnetismus. Daß diese fernwirkcnde Kraft mit dermagnetischen identisch ist, zeigt sich in der Identität derWirkung: der Patient wird eingeschläfert, und zwar trittnicht der gewöhnliche Schlaf ein, sondern der magnetische,in welchem der Patient solche Fähigkeiten zeigt, die nurdem Somnambulismus angehören."

(Fortsetzung folgt.)

sodann auf den Boden, kriecht auf allen Vieren und be-ginnt zu kratzen, zu springen, zu pfauchen und zu miauen,indem er den Anwesenden im Zimmer folgtet?!), kurz, erglaubte, in eine Katze verwandelt zu sein. Nach der Hyp-nose konnte er sich aber an nichts mehr erinnern.