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sophie! Was nicht alles zu sagen von den arabischen undden indischen Philosophen, von der Philosophie der scho-lastischen Zeit,, von einem Scotns Erigena, von Nomina-lisinus und Realismus, vorn hl. Anselm, von den Victor-incrn, von Alexander von Hales , von Albert d. Gr., vonPerer dein Lombarden, vom hl. Thomas, der von Leo XIII. 'sts vmnnun princsxs ot maAistsr, als Fürst und Führeraller Lehrmeister der scholastischen Philosophie bezeichnetwurde, vom l/.. Bonaventura , von Duns Scotns, von denTbünusten und oen Statisten, vom neueren Nominalisniusund der neueren Philosophie überhaupt! „Was haltenSie von Herbart ?" soll die Frau eines bayerischen Re-gierungspräsidenten einen jungen Priester gefragt haben,der dem Präsidenten einen Besuch machte. Was haltenSie von Positivismus? was halten Sie vom idealistischenAkosmismns, vom Skepticismus, vom Sensualismus, vomLocke'schen Empirismus, vom neueren Ontologismus. vomMonismus, vom Rosminismus u.s. w., u.s.w.? SovieleRainen, soviele irrige Systeme, aber sie beherrschen da unddort die Anschauungen weiter Kreise und beeinflussen selbstoie Gesetzgebung. Welch einen Einfluß die neuere Philo-sophie aus die Pädagogik zu gewinnen suchte und sucht,;u bekannt. Sollen all diese Richtungen dein Priesterunbekannt bleiben dürfen? Wenigstens in den Hanpt-zügen wird er sie kennen lernen müssen, so daß iin Lehr-programin für die Vorbildung des Klerus auch für dieGeschichte der Philosophie mindestens zwei Wochenstundenin jedem Semester anzusetzen sind. Rechne ich sechs bisacht Wochenstunden für Philologie und Geschichte, fünffür Naturgeschichte und Chemie, so bleibt.. wie
für Physik, sechs für.
immerhin noch einige Zeit für facultative Fächer
zugt
ch mit derischen Dis-
auf ihren Resultaten fortbauen, welchePhilosophie die Grundlage der übrigen theologisciplinen bilden. Daß der Apologetik oder, wie sie meistgenannt wird, der Generaldoamatik heutzutage eine be-sondere Bedeutung zukommt, braucht nicht näher ausge-führt zu werden. Sie ist geradezu von größter Wichtig-keit und iinifaßt zahlreiche und schwierige Materien. Sinddie Candidaten der Theologie gründlich in der Philosophieunterwiesen, so dürste es für sie indeß unter gewöhnlichenUmstände!!, d. h. wenn der Lehrer mit der Thatsache rechnet,daß seine Schüler nur einen einjährigen philosophischenCursns hinter sich haben, daß ferner die Speculationsgabemr selten einem Jünger der Wissenschaft zu Theil wird.nicht besonders schmierig sein, den Vortragen zu folgenund den Gegenstand zu erfassen. Zudem sind mehrerewichtige, in die Apologetik und Dogmatik einschlägigeFragen, welche besonders die Schöpfung und die Bestand-theile der menschlichen Natur betreffen, theils in derMetaphysik, theils in der Naturgeschichte (Anthropologie)zur näheren Darstellung gekommen. Bei dieser Sachlagedürfte der einschlägige Stoff innerhalb eures Semestersbei fünf Wochenstunden zu bewältigen sein. Im nächstenSemester wird sich bei ebensovielen Wochenstunden dieLehre von der Kirche daran schließen, und an diese diespecielle Dogmatik, für welche mindestens 200 Lectionenanzusetzen sind. Verfügt der Lehrer noch über eure längereZeit, um so besser; hat er vielleicht für die specielle Dog-matik zwei Jahre zur Verfügung, so weiß er die Zeitauszufüllen etwa mit Disputationen oder mit dogmatischenUebungen, etwa auch mit der Erklärung des viel zu wenig
Literaturgeschichte, Astronomie, griechische und römischeAlterthümer, Aesthetik, Landwirthschaftslehre rc., welcheindeß nicht alljährlich zum Vortrage gelangen sollen, son-dern so auf mehrere Jahre zu vertheilen sind. daß auchCandidaten der Theologie, wenn sie hiefür Interesse haben,diese Vorlesungen belegen und hören können. Insbesonderewäre auch zu empfehlen, daß die Candidaten über Archiv-lehre, über die Quellen der Geschichte, über die Geschichteder Diözese und ihrer Bischöfe orientirt, daß sie fernerhinangewiesen wurden, wie sie selbst später eine Pfarr- oderLocalchronik anlegen oder fortführen sollen. Ebenso wärees eine schöne und lohnende Aufgabe für einen Lehrer,die Candidaten in die Werke unserer christlichen latein-ischen Dichter, der altchristlichen stowohl (Damasus , Pru-dentius :c.) als der späteren (Bälde rc.), in etwas wenigstenseinzuführen, auf daß sie später zuweilen einen dieserAutoren zur Hand nehmen zur Belehrung, zur angenehmenZerstreuung.
Wenden wir uns den theologischen Fächern zu.so ist es zunächst die Apologetik und die Dogmatik,welche sichrem die Philosophie unmittelbar anschließen und
leich mit
gewürdigten Oompsnännn tbooloZia« des heil. Thomasvon Aguin, das, so kurz es ist. doch ein relativ voll-ständiges theologisches System darstellt. Oder er wirddie eine oder andere einschlägige Materie, unter Um-ständen auch eine theologische Controverse, vielleicht ander Hand eines Suarez, der SalmanticenseS re., eingehenderörtern. Jedenfalls ist beim Vortrage der speciellenDogmatik eine Klippe zu vermeiden, wodurch der Unter-richt zuweilen unnöthig ins Breite wächst, nämlich dieBerührung mit der Moraltheologie und dem Kircheurecht,namentlich in Fragen, welche die Praxis betreffen, alsoinsbesondere in tue Lehre von den Sakramenten ein-schlägig sind. Daß in dieser Beziehung auch der Lehrerfür Moraltheologie, jener für Kircheurecht und jener fürPastoraltheologie oft allzusehr einander berühren, kannman aus den Lehrbüchern ersehen. Auf die Kirchen-geschichte- freilich wird der Dogmatiker oft ganz unver-meidlich verweisen und zur Erklärung einer These wenig-stens in Kürze vortragen müssen, was der Kircheugeschichts-tehrer ausführlich darzustellen hat.
Reihen wir an die Dogmatik die Exegese mit derEinleitungswissenschaft und den übrigen Hilfswissenschaftender Bibelforschung, so dürfte der Satz keinen Widerspruchfinden: Je mehr in der hl. Schrift gelesen wird, destobesserest es. Manche wichtige Stellen der hl. Schriftwerden auch in der Dogmatik, andere in der Moral-theologie erklärt. Zudem bildet die hl. Schrift jenes Buch,das der Priester das ganze Leben hindurch neben demBrevier am öftesten zur Hand nehmen wird: bei derSchriftlesung, bei der Vorbereitung für die Predigt unddie Katechese: jenes Buch, von dem es schon in den soge-nannten Hippolytscanones heißt: „Am Morgen sehe dieSonne das Buch auf deinen Knieen!" Aber das Selbst-studium wird in der Regel den mündlichen Vortrag desLehrers nicht ersetzen. Zu eifriger und gründlicher Er-forschung der hl. Schrift muß den katholischen Theologenauch das Beispiel der protestantischen Eregeten ermuntern,welche entsprechend der Bedeutung, welche der Protestan-tismus der Bibel zuweist, insbesondere auf dem Feldeder Eregese gearbeitet haben und arbeiten. Da es un-möglich ist. die gesammte hl. Schrift mit den Schülerndurchzunehmen, muß sich der Lehrer auf die Erklärungder wichtigsten Theile beschränken. Es dürfte sich em-pfehlen, drer Jahre hindurch bei vier Wochenstunden dieeigentliche Bivellesung zu betreiben, etwa im Winter-semester die hl. Schrift des Alten, im Sommersemesterdie des Neuen Testamentes. Zu den wichtigsten Theilen,welche der Lehrer vortragen soll, sind zu rechnen: dieGenesis» die Psalmen und die wichtigeren Partien ausden Propheten, ferner die hl. Evangelien, der Nömerbriefund der Hebräerbrief. Da innerhalb der angegebenen Zeitnicht alle vier Evangelien, sondern wohl nur eines zumVortrage gelangen können, muß es dem Privatfleiße desCandidaten überlassen bleiben, auch die nicht vom Lehrererklärten Evangelien an der Hand eines guten Com-mentars durchzunehmen, in jedem Jahr eines. Der Lehrerwird die Anleitung hiezu geben und beim Examen dieErfolge dieser „kursorischen Leetüre" controliren. Stehtnoch weitere Zeit zur Verfügung, ist der eine oder andereder kleinen Propheten, ferner die übrigen Briefe des hl.Paulus und der Jakobusbrief ins Auge zu fassen. DieHilfswissenschaften der Eregese vertheilen sich also: imersten Jahre bei drei Wochenstunden des Wintersemestersund zwei des Sommersemesters hebräische und chaldäischeSprache und Lectüre; im zweiten Jahre biblische Her-meneutik und Einleitung' im dritten Jahre im Winter-semester biblische Archäologie in drei Wochenstunden, sodaß für das Sommersemester noch zwei Wochenstunden fürdie Eregese selbst übrig bleiben.
Für die Moraltheologie sind, einen zweijährigenCursns vorausgesetzt, vier Stunden im Winter- und fünfim Sommersemester anzusetzen, dazu im Wintersemesterdreimal wöchentlich Kasuistik. Noch günstiger gestaltetsich die Eintheilung und der Unterricht selbst erfolgreicher,wenn zunächst die allgemeine Moraltheologie in einemWintersemester zur Erledigung gebracht wird, und sodanndem Vortrage der speciellen Moraltheologie in drei wei-teren Semestern die Kasuistik parallel zur Seite tritt,wöchentlich zweimal. Hat der Lehrer nicht so viele Stun-den zur Verfügung, so muß er sich freilich auf dasWichtigste beschränken. Die Begründung der ethischenPrincipien ist ohnehin Aufgabe der Philosophie. Worauf