gestibel, (Wallonen 35—40 °/g), in Dänemark 20Schweden 26 «/,»Norwegen 20 °/g, Norddeutschland 20Süddentschland 30 «/„. Sachsen 35 «/„. Frankreich 35,in gewissen Theilen 80 «/,, England 31 «/§, Oesterreich-Ungarn 38 «/<>, Australien 30 °/,, in den Ländern amSüdufer des Mittelmeeres 37 «/,, in Südafrika (wonicht holländische Bevölkerung) 33 «/,. Diese Zahlen nunergaben sich nur durch die Experimente auf öffentlicherBühne. Diejenigen Forscher, welche unter günstigerenVerhältnissen Experimente anstellten, haben ganz andereProcentsätze für die Suggestibilität erwiesen. Nach denneuesten Zusammenstellungen kann man annnehmen, daßunter den richtigen Verhältnissen 94—97 «/„ der Menschenhypnotisch beeinflußt werden können. Schmidkunz-Gersterhaben ihrem Werke (Psychologie der Suggestion) eineTabelle über die Hypnotisirbarkeit des Menschen nach denBerichten von LiLbcault, Van Renterghem und Van Eeden,Sallis, Nonne» Forel, Wetterstrand, Ringier eingefügt,welche von großer Wichtigkeit ist. Bei den 97 «/<> Hyp-notistrbaren ist aber der Grad der Hypnose , eben ein sehrverschiedener. Der tiefste hypnotische . Schlaf, der Som-nambulismus. ist etwa bei 16 — 18 «/, der Menschenzu erzielen.
Man hat geglaubt, daß krankhafte Zustände derNerven günstige Vorbedingungen für die Hypnose seien.Schon Hansen hat mit Neurasthenikern, >vie er bemerkt,nicht immer günstige Resultate erzielt. Nunmehr habendiesem Glauben auch mehrere andere Fachmänner opponirt,z. B. Wetterstrand. Geister unterscheidet zwei Arten vonHysterikern. Die Hysteriker I find psychonenrotisch ver-anlagt und besitzen eine außerordentliche Empfänglichkeitfür Fremdsuggestionen.. Die Hysteriker II. dagegen sindpsychopathisch mrd für Fremdsuggestionen fast ganz un-zugänglich, dagegen äußerst autosuggestibel. Die Ver-nachlässigung dieser Unterschiede veranlaßte bisher diewidersprechendsten Berichte über die Hypnotisirbarkeit derHysteriker.
Niemals sollte- wie Hansen betont, ein Unerfahreneres wagen, auf eigene Faust zu hypnotisieren, besondersnicht zu Heilzwecken. Die Berufenen zur Feststellung undBehandlung der Krankheit sind die Aerzte, und erst aufihre Anordnung hin sollte auch ein erfahrener Hypnotiseurseiner Ansicht nach handeln.
Wir werden durch die Warnung Hansens auf einKapitel aufmerksam gemacht, welches in neuester Zeitviel umstritten wurde, Es ist das von den Gefahrender Hypnose, die theils unterschätzt, theils von Aerzten,die nur in Folge ihrer Ungeschicklichkeit schlechte Erfahr-ungen gemacht haben, übertrieben werden?) Sämmtlichebedeutende Forschers sind der Ansicht, daß man alsHypnotiseur nicht genug Vorsicht bezüglich der Auswahlder Versuchsperson gebrauchen könne, und daß speciellSubjekte hysterischer Natur mit seelischer Ueberempfind-lichkeit (psychischer Hyperästhesie) möglichst fernzuhaltenfind?«)
7 Siehe die Zurückweisung neuerer Angriffe auf denHypnotismus in der Schrift des Freiherr» Dr. v. Schrenck-Notzing: Der Hypnotismus im Münchener Krankenhause.Eine kritische Studie über die Gefahren der Suggeftiv-behandluna. Leipzig , Abel. 1894.
«) Siehe die grundlegende Darstellung der Gefahrender Hypnose in dem empfehlenswerthen Buche desDr. Schmidkunz: Der Hypnotismus. Stuttgart , Mohr-mann. 1892.
In einem vor kurzem erschienenen Druckhcft „vsI'expöiüuüutAtion ckaus 1'ötncls äe klrvpuotisnn? warnt-der Leiter des hypnothcrapischen Laboratoriums der
Ferner wird darauf hingewiesen, wie nothwendig esist, daß der Hypnotiseur die nöthige Klugheit auch in derAuswahl der Suggestionen anwendet. Er müsse sichganz in die suggestive Individualität des Einzelnen hinein-deuten können, zusehen, in welcher Eigenart jeder dieSuggestion aufnimmt, vor allem aber nie das Matzder nöthigen Suggestionen überschreiten. Ueberdies müsseer im „Desuggestionireii", in der Zurücknahme der Suggestion, deren Erfolg schwinden soll, sehr gewissenhaftsein. Moll hält sich darüber auf, „daß ein Desug.gestionircn überhaupt den meisten vollkommen unbekanntist". (Moll, Der Hypnotismus p. 252.)
Eine sehr ins Gewicht fallende Gefahr ist die immermehr wachsende Disposition zur Hypnose und für sug-gestive Einflüsse aller Art; auch kaun der künstlicheSomnambulismus, wie Winde (D. H. p, 63) bemerkt,schließlich zum Autosomnambulismus werden, der langeZeit hindurch andauern kann.
Ueberdies soll die Hypnose nach Anschauung mehrererForscher, unter andern auch Bernheims, die stärkste Ur-sache zur Entfaltung der Hysterie sein. Jedoch meintGeister: „Hysterie ist ein specifisches Produkt klinischerHypnotisirerei." (Schmidkunz puZ. 177.)") Ferner bc-
Eharitö. Gorard Encausse, entschieden vor den»häufigen Gebrauche derselben Versuchspersonen und be-sonders vor denen, welche, wie es ,ctzt besonders in Paris der Fall ist, sich als „suzst kz^uotjgns" für einige Francsverkaufen, indem sie sich dabei meist auf ihre frühere Ver-wendung zu Versuchen von Gelehrten berufen. Es könnebei Feststellung neuer hypnotischer Phänomene der Irrthumnicht vollständig ausgeschlossen werden, wenn immer nurdieselbe Versuchsperson geprüft iverde; bei Professions»medien sei überliculpt der Betrug viel eher annehmbar.
") Das dürfte auch der Inhalt der Schrift erweisen,welche vor kurzem Dr. Freiherr v. Schrenck-Notzing über die Experimente eines Assistenz-Arztes des Dr. vonZiemsfenim Münchener Krankenhause, Dr. Fr., heraus-gegeben hat. (Der Hypnotismus, im Münchener Kranken-hause. Eine kritische Studie von Dr. Frhr. v. Schrenck-Notzing. Leipzig . Abel. 1894.) Letzterer hat. wie derVerfasser nachweist, die Erläuterungen der Nancyer Schuleüber den Hypnotismus, auf denen er fußen will, gar nichtverstanden. Er behauptete in dem Berichte über seineErfahrungen oft gerade das Gegentheil von dem. was dieNancyer Experimentatoren sagen. Die Vorschriften derneueren Autoren, besonders Bernheims, scheint er garnicht zu kennen, da er sie nicht befolgte. Ich will deßhalbeinige der bezeichnendsten Stellen aus seinem Berichte, tue
Dr. v. Schrenck aufführt, wiedergeben. ,,Bei einem Ver-suche,—es handelte sich um eine Kellnerin, der man einZahnleiden vertreiben wollte, — gelang die Hypnotisirungdurch Einwirken arrf den Gehörsinn, 20 Minuten wurdedas Ticken einer Uhr mit dem Gehör fixirt, ein anderesMal hat Dr. Fr. eine Messingkugel 7- Stunde lang firirenlassen, obgleich von den rneisten Autoren auf die Schäd-lichkeit der Fixationshypnose im allgemeinen hingewiesenwird. Sodann ließ er den erhobenen linken Arm 7« Stundelang in kataleptischer Stellung, obschon er über den Zu-stand des Nervensystems und über die individuelle Sug-gestibilität der Patientin durchaus nicht genügend orientirtwar. Ehe er noch dazu kam, ihr irgend eine therapeutischeSuggestion beizubringen, wachte die Patientin spontanauf und- klagte über Schmerlen in der linken Schulter undim linken Oberarm. Die nicht absuggerirten Zahnschmerzenwaren erklärlicherweise geblieben. Es folgte eine unruhigeStacht, und in der folgenden Visite traten Krampfanfalleein, die zunächst das Fascialisgebiet ergriffen und späterdie Arm-, Rumpf- und Beinmuskulatur, so daß schließlichdie Bettstelle in zitternde Bewegung gerieft). Erst letzterfuhr Dr. Fr., daß die Patientin schon 8 Tage vor demEintritt in die Anstalt Zuckungen gehabt habe. Anstattnun wenigstens die Folgen des unvorsichtigen und vonso üblen Nachwirkungen begleiteten Katalepsie-Experi-ments durch beruhigende Suggestion wieder auszugleichen,snggerirte vr. Fr. der Patientin den Eintritt eines neuen