Ausgabe 
(20.11.1897) 66
 
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(S. 21) der Jesuit Aleni, der 25 Schriften in chinesischerSprache schrieb, von den Chinesen mit dem Ehrennamendes europäischen Confucius ausgezeichnet ward, so weißman, was das sagen will.

KeiserH. Al.. Heinrich Bon e. Lebensbild einesdeutschen Schulmannesu. Schriftstellers.Mainz 1897, Franz Kirchheim. gr. 8. (SO Seiten)M. 0.60.

Das erste Opfer des Kulturkampfes in Hessen warHeinrich Baue, Direktor am Grobherzoglichen Gymnasiumin Mainz. Dieser ausgezeichnete Schulmann und Schrift-steller wurde 1873 plötzlich und in schroffster Weise ausseiner Stellung entfernt, obwohl ihm noch kurz vorherdie volle Anerkennung seiner Behörde zu Theil gewordenwar. Im Juni 1893 starb Bone und fand seine Ruhe-stätte in dem Familiengrabs auf dem Friedhose zu Mainz. Dort soll ihm auch ein einfaches Denkmal gesetzt werden.Bone verdient aber sicher auch ein literarisches Denkmal,eine eingehende Darlegung seines Lebens und Schaffens.Diese Biographie wird leider nicht so bald zu erwartensein. Umsomehr werden die zahlreichen Schüler, Freundeund Verehrer Bone's über die Nachricht erfreut'sein, daßein Schulmann des Auslandes, H. A. Keiser, Rector inZug, eine kurze Biographie veröffentlicht hat. Dieselbeerschien dieser Tage bei Kirchheim in Mainz unter demTitel: Heinrich Bone. Lebensbild eines deut-schen Schulmannes und Schriftstellers. UnterBenutzung der Werke Bone's, der erschienenen biograph-ischen Aufsätze und der ihm brieflich gewordenen Mit-theilungen hat Keiser ein anziehendes Bild des verehrtenMeisters gezeichnet. Wir empfehlen die schöne Schriftauf das beste. Sie enthält nicht bloß eine kurze Dar-stellung der äußeren Lebensverhältniffe Bone's, sonderngibt auch einen lehrreichen Ueberblick über das Schaffenund Wirken auf literarischem Gebiete. Die Gegner habenihm gewaltsam die liebgewordcne Stellung ain Gymnasiumgenommen: seine Stellung in der deutschen Literatur-geschichte und den Ehrenplatz im Herzen seiner Schüler-werden sie ihm nicht nehmen können.

*Riffarths Mädchenbibliothek." Diese imrührigen Verlage von A. Riffarth in M.-Gladbach ^vor Jahresfrist herausgekommene Bibliothek fürjunge Mädchen ini Alter von 1216 Jahren wirdbekanntlich unter Mitwirkung unserer bedeutendstenJugendschriftstellerinnen von Rektor Karl Om-merborn (Schriftstellerpseudonym-. Remmo) besorgtund bat in der ganzen deutschen katholischen Leserweltlebhafte Anerkennung gefunden. Es sind von dieserBibliothek weitere 4 Bändchen in schmucker Ansstattnng,mit hübschen Bildern versehen, erschienen. Jedes zumPreise von M. 1,20. IV. Bändchen: Dorlie Werner. Rosels Geheimniß. Von Anna Hilden. Mitdrei ganzseitigen Tonbildern und 10 Textillustrationen vonO. Herrfurth . Die anmnthige ErzählungDorlieWerner" führt uns in ein von Klosterfrauen geleitetesPensionat, welchem der verwittwcte Baron von Werner-sein zartes Töchterchen Dorlie zur Erziehung anvertrauthat. Die handelnden Charaktere sind so recht nach demwirklichen Leben gezeichnet; die jugendlichen Leserinnenwerden mit immer wachsendem Interesse den freuden- undschmerzensreichen Erlebnissen ihrer ÄltersgefährtinDorlie folgen und derselben zu eigenem Gewinn innigsteAntheilnahme nicht versagen können. Das Ganze ist voneiner durch und durch kmdlich-religiösen Auffassung ge-tragen. Das Gleiche gilt von der kürzeren ErzählungRosels Geheimniß", die vor allem veranschaulicht,sich schon in früher Jugend in der Ausübung christlicherNächstenliebe zu üben. V. Bändchen: Aus MarfasJugendzeit. Von E. M. Hamann. Ein blüthcn-reicher Kranz von Ereignissen aus dem Leben eines14jährigen Mädchens, dem der unerbittliche Tod zu einerZeit die Mutter raubte, als es ihrer Stütze für die Jahreder Gefahr so recht bedurfte! Marfa findet aber imHause ihres Onkels zu Petersburg eine treffliche zweiteHeimath und im Umgänge mit gleichaltrigen edlenMädchenherzen passende Gelegenheit, ihre reichen Geistes-und Gemüthsanlagen zu bester Entwicklung zu bringen.Trefflich Angeflochtene geographische Schilderungen, na-mentlich über Petersburg und seine Umgebung, die er-

kennen lassen, daß die Verfasserin alles mit eigenenAugen geschaut, erhöhen den Werth des Ganzen. VI.Bändchen:Aennili". Von Carola vonEynattcu.Die geschätzte Verfasserin führt ihre jungen Leserinnen inBegebenheiten hinein, die in einer Zeit socialer Span-nung vor allem geeignet sind. hier und da sich nochhervorwagende Standesvornrtheile zu beseitigen. Diekleine Streichholzverkäuferin Aennili erregt das Mit-leid nicht nur christlich denkender, sondern auch christ-lich handelnder Damen, die sich ihrer gegen eine hart-herzige Pflegemutter, die nur auf die Ausbeutung desschwachen Mädchens bedacht ist, mit Erfolg annehmen. VII. Bändchen: Neue Lebenswege. In derFremde. Von Erna Velten. In vorliegendemBändchen kommt so recht die praktische Seite für denFrauenberuf zu ihrem Rechte. Im Gewände anziehenderErzählungen aus dem Leben einer mit mehreren Töchterngesegneten Beamtenfamilie zeigt die Verfasserin, wie jedesder dort auftretenden Mädchen zu einem Lebensberufekommt, der sich streng in dem von Gott gewallten Wirkungs-kreis der Frau bewegt. Die jugendlichen Leserinnen em-pfangen dadurch Winke und Rathschläge bedeutsamster Artfür ihr eigenes Leben. Die in ihrer Art klassischeLektüre wird für die Mädchenwelt hervorragenden Nutzenstiften!

Dbss u?'ork8 ok Viov^siu8 tb« ^rsoxa§its, notlret travAkttsä ivto LvAlwb Irow tbs oriZivalEreok b^ tbo Rsv. llobv ttarlcsr. ttovilcm auäOxkorci, 1687, lames ttacksr anä Oc>., paK. XVI, 208.

Trotz aller hyperkritischen Proteste erhebt sich auchin unserm aufgeklärten Jahrhunderte immer wieder eineStimme für die Echtheit des Werkes des bl. Dionysiusdes Areopagiten. Allerdings hat der Verfasser vorliegen«den Werkes nicht das Glück, sich als Theilhaber der sogerühmten modernen deutschen Wissenschaft vorstellen zukönnen. Aber Sachverständige kennen ihn bereits ausseinen beiden früheren Schriften:vionz'snw tlw ^rso-8srmcm xrsaebsll in ttari». Iwuäon 1993",und ,/Ibs Oslsstisl anä DoolosiastiogI ttierarob^ ok I)ic>-nz-sins tbs ^.rsopaxito, I-onäon 1894", als begeisterten,aber nüchtern kritischen Verfechter der Echtheit der Areo-pagitischen Werke. Hier bringt er des heil. Dionysius'Schrift über die göttlichen Namen, dessen mystische Theo-logie, 11 seiner Briefe und seine Liturgie. In der treff-i lichen Einleitung bringt der Autor interessante Neuig-! keiten. Unter andcrm erkennen wir durch einen jüngst im

> ttritisb LIussum zu London (Nr. 121512) entdeckten Ans-i zug aus einem Briefe des Dionysius von Alexandrien ,

! daß die Schriften des Areopagiten dortselbst gegen Ende^ des 2. Jahrhunderts wohl gekannt und geschätzt waren,i Dasselbe bezeugen die Schotten des Alcxandrinischcn Dio-i nysius zu der Äreopagitischen Schrift über die göttlichen! Namen. Das Chronikon des Imetas VM-vim Osxter (vgl.! LliAns I°c»v. 31) bekundet deutlich, daß die Schrift über! die göttlichen Namen vor den: Jahre 98 n. Chr. geschrieben

> wurde. Die Griechische Kirche hat die Echtheit der Werkedes Areopagiten nie bezweifelt (Hs8öinani Libttotti. Oiisnttrow. 4, PK. 399).

Schäfer Jak., Das Reich Gottes im Lichte derParabeln des Herrn wie im Hinblick aufVorbild und Verheißung. Eine exegetisch-apologetische Studie. Mainz , Franz .Kirchheim,1897. gr. 8°. (XVI u. 288 S.) M. 3,50.

Im dreizehnten Kapitel seines Evangeliums über-liefert der hl. Matthäus sieben Parabeln des Herrn überdas von ihm zu stiftende Reich Gottes. Mit wunder-barer Weisheit hat der Heiland den Plan und die Ver-fassung dieses künftigen Reiches seinen nicht bloß nnge-ehrten, sondern zudem - noch mit Vorurthcilen erfülltenZuhörern in diesen ebenso anziehenden als leicht verständ-lichen Parabeln erklärt. Dem Verfasser ist es trefflichgelungen, die tiefe Bedeutung dieser Parabeln sowohlrückwärts als Deutungen des wahren Sinnes der Weis-sagungen des Alten Testamentes über das Reich desMessias, wie vorwärts als Weissagungen der künftigenGestaltung der Kirche Jesu Christi wissenschaftlich ineiner Weile darzulegen, daß sein Buch auch dem prakt-ischen Bedürfnisse des Seelsorgers entgegenkommt, indemer es nicht an Fingerzeigen fehlen läßt,wie man ineiner glaubensarmen Zeit an die evangelischen Parabeln