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glaubenswarme Worte anknüpfen kann". Das apologet-ische Moment seiner Studien fasst der Verfasser im Schluß-wort in die Frage: „Wo ist das Bauwerk, das in allenseinen Theilen mit dem Bauplan harmonirt? DieserBau nämlich muß die wahre Kirche Christi sein." DieAntwort lautet: „Keine einzige Religionsgesellschaft paßtin das vom Heiland gezeichnete Bild, als nur die kathol-ische Kirche. Die katholische Kirche allein ist dieKirche der Parabeln und darum die wahreKirche Jesu Christi." Diese kurzen Andeutungenmögen genügen, um die Tragweite dieser gründlichen,von katholischem Geiste getragenen Arbeit zu charak-terisiern.
F-r. L. Wetzet. Die Lektüre. Ein Führer beimLesen.
2. Auflage 1897. 425 Seiten in 12°. Ravensburg,
Dorn'sche Buchhandlung (F. Alber). Preis brosch.
M. 2,40, gebd. M. 3.-.
L. Die Produktivität Wctzels könnte nachgerade un-heimlich erscheinen, denn alle Jahre erscheinen mehreregrößere und kleinere Broschüren und Bündchen. Unheim-lich wenigstens dem, der nicht weiß, daß der SchwererDecan schon seit Jahren seine Büchlein ausgearbeitet hatund darum jetzt so prompt an die Öffentlichkeit tretenkann. So legte er erst ganz kürzlich dem Publikum einGesundheitsbüchlein vor: „Bleib' gesund", in dem bekanntenGala-Umschlag der „Wctzelbroschüren" zu nur 35 Pfg.,ferner eine neue Auslage seines „Entweder kalt oderwarm", zu gleichem Preis. Seine Schriften alle, so z. B.„Laienapostolat", „Brave Kind", „Weg zum Glück",„Mann", „Frau", „Phrasen", „Daheim", „Sparen machtreich" usw., gehören bei ihrem klaren Gedankengang, vor-züglichen Stil und brillanten Inhalt zu den bestenPreßerzeugnissen der letzten Jahrzehnte, wurden sie ja vonbekannter, sicher unterrichteter Seite sogar über die vonAlban Stolz gestellt. Wenn nun Wetzet auch nicht überein so tiefgründiges Gemüthsleben verfügt, wie Stolz,so ist dieses Urtheil jedenfalls insofern richtig, als Wetzetein jedesmal abgegrenztes Thema aufs Korn nimmt, wasbei Stolz nicht der Fall war. Innerhalb dieser Grenzenschreibt aber Wetze! dann trefflich, taktvoll, edel (was vonStolz nicht immer gilt), zart, mit poetischem Anhauche,und ziert seine Büchlein mit werthvollen Äussprüchen undErfahrungen fremder Geister. Das ist auch zu sagen vondem vorliegenden Buche über die Lektüre. Führenwir kurz seinen Inder vor: „Lesewuth, Auswahl derBücher, Die richtige Lesemethode, Der hohe Nutzen derguten Lektüre, Gefahren schlechter Lektüre für den Glau-ben, für die gute Sitte, für Familie und Staat, Bedeut-ung der Zeitungen und Zeitschriften. Das Lesen derdeutschen Klassiker, Die größten Dichter der Weltliteratur."Also die gesammte Hreßfrage! Wer sich je unterrichtenwill über Romane, Colportage, Bibel, Legende. Werth-schätzung der Bücher, Excerpte u. ähnl., findet nichtsbesseres als dieses Buch, das auch für Vortrage nichtbloß Material, sondern vielfach die nöthige interessanteForm darbietet. Auch als Geschenk ist es sehr zuempfehlen.
„Das kirchliche Bncherverbot." Ein Commentarzur Constitntion Leo's XIII. „Oküeiornin ao mn-nsrum" von Oi'. Joseph Holt weck. 2. verbessertennd vermehrte Auflage. Mainz , Kirchheim, 1897.VIII u. 77 S. M. 1.-.
v Mit Recht sagt das Vorwort zur neuen Auflage:„In überraschend kurzer Zeit war die starke erste Auflagedieses Commentars vergriffen, ein Beweis, welch' leb-haftes Interesse unserem Gegenstand entgegengebrachtwird." Eine Vermehrung gegenüber der ersten Auflagehat sich ergeben durch Erweiterung des historischen Theiles,durch nähere Begründung der für die Interpretationwichtigen allgemeiner: Gesichtspunkte, sowie durch ein-läßlichere Besprechung einzelner Fragen (in den Anmerk-ungen) behufs erleichterter Anwendung des Gesetzes aufeinzelne Fälle. Es besteht kein Zweifel, daß diese Ver-mehrung, namentlich in letztgenannter Richtung, es auchiU rechtfertigt, die neue Auflage als eine „verbesserte" zu be-
I zeichnen. Möge die Schrift viele Leser finden, auch in
der gebildeten Laienwclt, und überall solche, die lesen —zur Darnachachtung!
Die drei Verschollenen vom „Sirius". Von G.Pries. Mit 24 Originalillustrationen von Ed.Zier. Stuttgart , Jos. Roth'sche Verlagshandlung.— Preis eleg. brosch. M. 3,20; in Hochs. Original-einband mit farbigem Deckenbild M. 4,20.
Unwillkürlich erinnert uns der „Sirius" an dieschönsten Erzählungen des Kapitäns Marrqat oder JulesVcrnes. Hier wie dort finden wir herrliche Seebilder,packende Schilderungen der Stürme und Gefahren, dieden Seemann auf Hoher See bedrohen. Gleich der Be-ginn der prächtig aufgebauten Erzählung führt uns anBord eines Admiralschiffes, das im Piräus vor Ankerliegt. Mit hochgespannter Erwartung folgen wir danndein Kurs des nach Osten in See gehenden „Sirins" biszu dem schreckliche!: Zusammenstoß mit der englischenNacht. Jetzt concentrirt sich unser ganzes Interesse aufdie drei Helden der Erzählung. Es sind das der tapfereCommandant des Kanonenbootes, der wackere Schiffsarztund der stets zu lustigen Streichen aufgelegte MatroseJean Quosch der selbst in den gefährlichsten, ja oft ver-zweifelten Situationen den Muth nicht verliert. SchöneIllustrationen, von Künstlerhand entworfen, veranschau-lichen den dramatisch belebten Gang der Handlung. DasBuch selbst präsentirt sich in hochfeiner Ausstattung undfarbenprächtigem Deckenbild. Wir kennen nicht leicht eineinteressantere und unterhaltendere Lektüre, als gerade den„Sirius". Als Festgabe wird er namentlich der jungenWelt ein hochwillkommenes Geschenk sein.
1. Raphael, von P. Frick. Stuttgart , I. Roth, 1893.
Preis gebd. 45 Pfg,:
2. Nachfolge des göttlichen Kindes Jesus , von
P. Raidt. 7. Aufl. 1898. Stuttgart , Süddeutsche
Aerlagsb. Preis gebd. 35 Pfg-
3. Neues Meßbuchlein von P. Raidt. Stuttgart
1897, Süddeutsche Verlagsb. Preis gebd. 30 Pfg.;
4. Meßbüchlein von G. Mev. Freiburg, Herder. 17.
Aufl. 1897. Preis gebd. 40 Pfg.
L. Vier Kindergebetbücher auf einmal sollen hier an-gezeigt werden. Die ersten zwei sind mehr für Kindervom 9. Jahre an, die letzten zwei, besonders das vonRaidt, für die Unterklassen berechnet. Nr. 3 und 4 sindauch illnstrirt. Die Illustrationen bei Nr. 3, von I.Bissinger-München , sind pädagogisch jedenfalls denen beiNr. 4 vorzuziehen, weil sie nicht so zahlreich sind unddaher die Kiirder nicht verwirren, und besonders weil siesich mehr an die Vorgänge beim Meßopfer und an dietrefflichen kurzen Gebete anschließen. Weiter darauf ein-zugehen, ist hier nicht der Platz. Nr. 2 hat seinen Wegbereits zu Tausenden von Kindern gemacht, es ist gutangeordnet, die Gebete schließen sich wie bei Nr. 1 anden Nottenburger Diöcesankatechismus an und find ganzdem Gesichtskreis der Kinder angepaßt. Das neue Büch-lein von Frick, splendid ausgestattet (XII u. 196 S. inganz Leinen L 45 Pfg.!), wird dem Büchlein Nr. 2 Con-currcnz machen. Jeder Katechet, der es prüft, dürfte esals eine willkommene Unterstützung seiner Thätigkeit be-grüßen. Wir meinen dabei besonders die ausgezeichneteBeicht- und Communionandacht. Letztere lassen die An-schaffung eines eigenen Erstcommunionbuches entbehrlicherscheinen. Auch stören nicht zahlreiche Verweisungen,, wie bei Nr. 2. Mögen die hochw. Herren Geistlichen dieBüchlein eiirer Durchsicht unterziehen und einen solchen„Raphael" ihren Katechumenen als einen Geleiter durchdie Jugendzeit mitgeben!
Monika. Zeitschrift für katholische Mütter und Haus-frauen. Verlag der Buchhandlung von L. Auerin Donauwörth . Jährlich 52 Nummern. Preismit der Gratisbeilage „Schutzengel" halbjährlich1 Mark. Zu bestellen durch jede Postanstalt undBuchhandlung.
- Deir katholischen Müttern und Hausfrauen, denendas Wohl ihrer Familie am Herzen liegt, kann dieMonika nicht warm genug empfohlen werden. Sie bringtihnen Unterhaltung m den Musestunden, Belehrung invielen wichtigen Fragen, Anregung und iAufmunterungin den Geschäften des Hauswesens und Trost in Wider-wärtigkeiten, Krankheiten und Leiden.