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unserer Zeit vorwirft, wirkliche Wahrheit? . . . Auchim Katholicismus?
Würzburg , 2-1. November 1897.
Gerhart Wcihrmut.
Recensionen nnd Notizen.
Kalender von Dcsclöc, De Brouwer L Cic. inBruces (Belgien).
V. Vor uns liegt eine ganze Reihe französischer Ka-lender, alle herausgegeben von der so verdienstvollen undopferwilligen Gesellschaft vorn hl. Augustinus, Desclöe,De Brouwer L Cie. in Bruges. Vielleicht ist eine kurzeParallele zwischen ihnen und unsern deutschen nicht un-interessant. schierst zu den Almanachs. Nicht wenigerals elf verschiedene Kalender in Buchform, mehrere sogarin Luxus- und noch in gewöhnlicher Ausgabe, im Preisvon 10 Cent. bis 5 Fes., erscheinen bei Desclöc. Siehaben fast alle stärkeres und besseres Papier, thcilweiscäuch bessere Typen, stehen aber weit hinter unsern deutschenkatholischen Kalendern zurück, was Anordnung und be-sonders was Illustration betrifft. Das gilt auch vonden vielgelesenen Alm»n»ob8 oatlwligue, A. lle» t'uwillos,tl. äs« siilnuts <Is LIarie, H. cls 8. Antoiuo etc. Dagegeirsind unsere Nachbarn weiter als wir voran in kathol-ischen Abreist- und Wandkalendern. In Abreiß-kalendern wären wir in Deutschland ja eigentlich nochganz in Abhängigkeit von, Jndifferentismus, wenn nichtAuer seinen wirklich trefflichen Abreißkalender ausgegebenhätte (und Rud. Barth in Aachen - D. R.). Die FirmaDesclöc dagegen bietet jedes Jahr 23 religiöse und 5 pro-fane Oalönclrisrs ü sk'euillsr. So z. B. Oal. ckn 8aorvOoour. äs In 8. VisvAe, Ool. clo 5. ^ugiiLtin, äo 3. Ibvrdso,>la 8. Paul, (Is 8. ^Ipbou8e, cls 8. lAunooi'b cko 8slo3, ckoIn Vis 0s8 8aiuts, cko Lo88uet eto., unter den profanenden Oal. clv8 Llaximo?, Onl. littörairs u. a. Die Preisewechseln von 40 Cent. bis 3,50 Fes. je nach Schönheitdes Blocks und des,Cartons. Auch die Wandkalender(okilöiulrisrs Pl5ts) »von Desc^e. besonders die größeren(55 X 44 Centimetek) wären nachahmenswert!), sie bietennämlich in der Mitte der Tafel trefflich ausgeführteChromobilder; es liegt uns z. B. ein solches vor mit demFarbenbild des Papstes, ferner mit einem köstlichen Bildeeiner Erscheinung aus dem Leben des hl. Antonius, ebensonoch andere, die um den billigen Preis von 40 Cent.,auf starke Pappe aufgezogen, eine hübsche Zimmerzierdcbilden.
Natur und Glaube. Naturwissenschaftliche Zeitschriftzur Belehrung und Unterhaltung auf positiv gläub-iger Grundlage. Herausgegeben von Dr. I. E.Weiß, k. Lucealprofessor in Freising. München ,Verlag von Rudolf Abt.
Diese Monatsschrift erscheint am 15. jeden Monats.— Abonnementspreis für den Jahrgang M. 3.— , mitPostzusendung M. 3.40. — Alle Buchhandlungen des Jn-und Auslandes nehmen Abonnements entgegen: auch kanndirekt bei der Verlagsbuchhandlung Rudolf Abt in Mün-chen abonnirt werden. Diese neue Zeitschrift hat den un-gethei lieft en Beifall aller positiv gläubigen Katho-liken gefunden, und sämmtliche bis seht erschienenen Be-sprechungen drücken sich hochbefriedig't über den Inhaltund die energische Haltung aus. In der That füllt dieseZeitschrift eine tiefgefühlte Lücke in der katholischen Literatur anZ: sie ist berufen, in dem gewaltigen Kampfedes Glaubens gegen den ungläubigen, die ganzeWeltordnnng stürmenden Materialismus eineführende Rolle zu übernehmen. Allen, welche indiesem Kampfe der Wahrheit mitkämpfen wollen, — unddas soll und muß jeder gebildete Katholik thun, — seidaher die Monatsschrift „Natur und Glaube" zum Abonne-ment angelegentlichst empfohlen. Aus dem reichen Inhalteder bis jetzt vorliegenden Hefte heben wir besonders her-vor nachfolgende hochinteressante Abhandlungen: Die Ka-tholiken und die Naturwissenschaft. — Wie man die Ab-stammungslehre beweist. — Hat die Annahme einer Ur-zeugung wissenschaftliche Berechtigung? — Naturwissen-schaftliche Agrarpolitik. — Nervöse 'Menschen, von Dr.mach Lechucr. — Neue Methode zur Erziclung neuerRassen von Cn ltur pfl anzen. — Der Kampf n . m's D asein.
— Wie oft dreht sich die Erde im Jahr? — Die Bibelund die Resultate der Natnrforschinm. — Albert derGroße und seine Bedeutung für die Naturforschung. —Sind Thiere im Stande sich unabhängig von der Pflanzen-welt zu ernähren? — Braucht die Abstammungslehrenoch Beiveise für die Abstammung des Menschen vomAffen? — _
Vita Domiul uootrickoon Oüristi o guatuor Lvau-->6lii^ip8i8 88. librorrnu vsrbi.8 voueüumt» » .loauusI-apt. I-obwann, 8. 3. Lckitio alter». I'aäsr-boruao (Ouut'ermaim) 1697. VIII, 250 p. LI. 3.60.
Wenn es schon für den Einzelnen gilt, sich durch dieNachfolge Jesu zu heiligen, so muß speciell für den zurSeelsorge Berufenen und namentlich für den in derSeelsorge thätigen Priester das Beispiel Jesu in seineröffentlichen Wirksamkeit der stete Gegenstand des Studiumsund der Meditation sein. Gerade durch die (tägliche)Betrachtung des gottmenschlichen Lebens Jesu wird derPriester seine Pflichten wie gegen sich selbst, so auch gegen-über der ihm anvertrauten Heerde immer besser erkennen.
Ein vortreffliches Mittel hiezn ist die von k. Lohmannhergestellte nnd von L. Cathrein ins Lateinische über-tragene Evangelieuharmonie, wovon jetzt die zweite Auf-lage erschienen ist. In fortlaufend chronologischer Reihen-folge wird das Leben Jesu mit den Worten der HeiligenSchrift selbst erzählt, nnd im Kleindruck sind nochmalsdie Schriftbcrichte nebst Angabe der Capitel und Versebeigefügt, so daß nicht ein Wort fehlt, das sich bei denEvangelisten rindet. In den Indices sind die Parallel-stellcn, speciell die des Matthäus, und die Sonn- undFesttags-Evangelien genau und übersichtlich verzeichnet.
Den Schluß bildet eine gute Karte von Palästina zurZeit Jesu. Dem Seelsorgsgeistlichen wie dem Studirendender Theologie sei das Diatessaron bestens empfohlen!
V. - A. L.
Geschichte des Kalvarienberges zu Tölz undder Eremiteu-Congregation im BisthumFreifing. (Selbstverlag des Verfassers. Preis1 M. 50 Pfg.)
/?. Der gegenwärtige H. H. Benefiziat am Kalvarien-berg zu Tölz , Michael Forner, ein sehr verdientes Mit-glied des historischen Vereins für das bayerische Ober-land in Tölz , hat unter obigem Titel ein Äuch verfaßt,das der Öffentlichkeit nicht unbekannt bleiben sollte.
Es möchte — nach dem Titel zu schließen — vielleichtscheinen, genanntes Werk könne nur lokales Interesse be-anspruchen oder sei wenigstens nicht über das ErzbisthnmMünchen-Freising hinaus von Bedeutung. Dem gegenüberdürfte richtig sein, daß obige Schrift allgemeine Beachtungbei der Gclehrtenwelt verdient. Abgesehen davon, daßder Verfasser mit unsäglicher Mühe zu seinem WerkeMaterial — zumeist bei Privaten — erst zusammensuchenmußte (es gelang ihm bei dieser mühsamen Arbeit, wiees im Vorwort heißt, mehr als 3000 Urkunden auszu-kundschaften), kostete es ihm nicht weniger Mühe, dieseDokumente zu studiren und entsprechend zu verwerthen;es ist ihm aber dieses schwere Stück Arbeit im Laufe derJahre vortrefflich gelungen, und er hat es verstanden,mit gutem Geschick nnd großer Objektivität die gesam-melten Beweismomente auch kritisch zu beleuchten;' dabeiist Form und Sprache gefällig. Bei Durchgchung derSchrift ist es wirklich interessant, zn sehen, wie eineStiftung fo allmählig ihrer eigentlichen Bestimmung ent-zogen werden konnte, so daß man später keine Ahnungmehr davon hatte, dckß diese Verwendung dein Stiftungs-zwecke in keiner Weise entspreche. Diesen Schneckengangin all' feinen Windungen aufgedeckt zu haben, ist dasVerdienst des eifrigen Verfassers; und am Schluß derSchrift angelangt, wünscht man gerne mit ihm, es möchtedas Unrecht, das am Kalvarienberg so lange Zeit hin-durch begangen worden, jetzt, nachdem es einmal aufge-deckt, auch beseitigt werden. Wer Interesse für derleiAbhandlungen hat, wird gewiß nickt unbefriedigt bleibenvon dieser Lektüre. Wer aber vollends den Kalvarien- ^ -berg aus eigener Anschauung kennt, wird nrit Spannungverfolgen die Geschichte dieses hl'. Berges, den ein vors-. -dieustvoller, längst Heimgegangener Verwalter, NiM'mitNamen, gewiß nicht mit Umreckt bezeichnet Pat als „einewahre Krone des M.arktes Tölz und eine Zierde desbayerischen-Vaterlandes".