Ausgabe 
(4.12.1897) 69
 
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den Genuß nicht voreilig abschwächen oder rauben zulassen. Didaktischer Werth sindet sich bis zum Endereichlich. Frauen aus besseren Ständen, namentlich ausdem Adel, und Mädchen über 18 Jahre werden ausder Lectüre reichsten Nutzen für das innere und äußereLeben schöpfen. Wem Unterricht oder Erziehung vonMädchen anvertraut ist, der nehme das Werk zur Hand.Es ist ein treuer Führer, guter Berather und mitleids-voller Tröster auf dem oft dornenvollen Pfade der christl.Erziehung. Der Verfasserin unseren herzlichen Glück-wunsch und die Bitte, mit ihrem umfassenden Wissen diekatholische Literatur durch weitere Arbeiten fördern zuwollen!

Bibliothek für Prediger. Herausgegeben von8. Scher er, 0. 8. 8. V. Auflage, durchgesehenvon 8. Witschwenter. Freiburg i/Br. 1897.Herder'sche Verlagshandlüng.s. Die neue Auflage dieses Werkes erscheint in' 8 Bänden, bezw. 16 Halbbänden, zum Gesammtpreis vonca. 60 Mk. Der I. Band, enthaltend die Sonntage desKirchenjahres vom 1. Adyentsonntag bis Septuagcsima(Wcihnachts-Cyklus). liegt in 6 Lieferungen mit 604 Seitenzum Preis von 90 Pfg. pro Lieferung bereits vor. DieFortsetzung soll sich in Halbbänden anschließen. EinPredigtwerk, das auf 8 Bande berechnet ist und dabei inIV. resp. V. Auflage erscheint, hat hiemit schon den Be-weis seiner Existenzberechtigung erbracht. Der Inhalt istein überaus reichhaltiger. Vorliegender Band enthält fürjedes Evangelium eine längere homiletische Erklärung;daran reihen sich für jeden Sonntag 16 bis 20 und mehrsehr ausführliche, wohlbearbeitete Skizzen. Der Umstand,daß dieselben zumeist bekannten und berühmten Kanzel-rednern entnommen sind, spricht von selbst für derenWerth. Den Skizzen folgen fast cbensoviele Themata,bei welchen kurz Haupt- und Nebenpunkte angedeutet sind.Wohlthuend wirkt die reiche Verwerthung von Schrift-stellen; auch Väterstellen finden sich nicht zn selten. DieVerwendung dieser Skizzen hat vor Benützung aus-gearbeiteter Predigten das voraus, daß bei Bearbeitungderselben das subjektive Gepräge leichter und entschiedenerzur Geltung kommt, und daß auch infolgedessen die Ver-arbeitung zweier gleicher Skizzen in gewissem Sinne dochzwei verschiedene Predigten gibt. Die Ausstattung isteine würdige und lobenswerthe.

Llanualo vrsoum in usuin IbeoloKorum. 8äitio altsra.

8riburFi UrisA. 8umptibus Hsrcksr. I8S7. XII.

552 p§. 3 U. 20 8k., liZat. 4 Ick. 40 8k.

o. Ein reichhaltiges Gebet- und Andachtsbuch fürTheologicbeflissene oder für Gymnasialschüler, die übertheologische Berufswahl schon im Klaren. Das Buchdürfte ein treffliches Mittel zur Festigung des erkanntenBerufes sein und zugleich eine Einführung in den priester-lichen Gebetspflichtenkreis. Eine größere Anzahl vorzüg-lich skizzirtcr Betrachtungen gibt Unterweisung auch mdiesem so wichtigen Gebiete. Die Aufnahme so vielerkirchlicher Hymnen für die Feste des Herrn und derHeiligen halten wir für einen Vorzug des Buches. Dieseherrlichen Gebetsperlen christlicher Poesie, welche hier derJugend vorgeführt werden, wecken sicher die Liebe undBegeisterung für die Kirche, die ja auch eine Mutter derschönen Künste ist. Ein Anhang enthält den liturgischenText für die sieben heiligen Weihen.

Eine Stunde beim heiligen Geiste. Betrachtungenund Gebete von Adalbert Huhn , Stadtpfarrer.München . 1897. I. Lentner'sche Buchhandlung.36 Seiten. Preis geheftet 20 Pfg.o. Die aufblühende asketische Literatur zur Verehr-ung des heiligen Geistes hat mit diesem Schriftchen einebegrüßenswcrthe, wenn auch kleine Bereicherung erfahren.Es enthält sieben kurze, praktische Betrachtungen über dieThätigkeit und Wirksamkeit des heiligen Geistes, auf-bauend auf den sieben Gnadengaben. Lxtra, tempuspasobalo conolnättur bxmnns: Xnuo at per omue«aeouluin. Linon.

Nach Wcber'sDreizehnlinden" von Dr. Joseph Faust.Priester der Diärese Limburg . 2. vollständig umgearbeiteteAuflage. Preis 1 Mk. Der Verfasser, der auf dem Ge-biete der christlichen Theater-Literatur sich durch andereStücke (Syra",Weihnachtsfest des Waisenkindes") be-reits vortheilhaft bekannt gemacht, hat mit Geschick undErfolg den Gedanken, Weber's unvergleichliches Evosweiteren Kreisen zugänglich zu machen, durchgeführt. Derrasche Absatz der ersten Auflage und die zahlreichen An-erkennungen, die das Stückchen gesunden, sprechen deut-lich dafür. Dem vielseitigen Verlangen, mich die edleHildegunde auf die Bühne zn bringen, hat der Verfasser-in so geschickter Weise entsprochen, daß das Ganze dadurchsehr gewonnen hat. die Ausführbarkeit in religiösen resp.katholischen Vereinen aber kaum erschwert wurde. Wirwünschen dem Werkchen die weiteste Verbreitung.

Weiter sind im gleichen Verlag das 2. BündchenDie Flavier" (Preis 1 Mark) und das 3. BündchenDie heilige Nacht" (Preis 50 Pfg.) erschienen.DieFlavier", in 5 Aufzügen, von 8. Longhaye, 8. 9.übersetzt von einem Äesellenpräscs, sind dramatisch rechtwirkungsvoll. Inhaltlich behandelt das Stück den christ-lichen Heldentod der Adoptivsöhne des Kaisers Domitian ,die dieser zn seinen Nachfolgern bestimmt hatte, späteraber sammt ihrem Vater hinrichten ließ, weil er sich durchein teuflisches Jntriguenspiel gegen sie und die Christenhatte aufbringen lassen. Das Stück eignet sich besondersfür Lehrlings- resp. Jünglingsvereine, denen es warmempfohlen werden kann. Das WeihnachtsspiclDie heilige Nacht" (in zwei Auszügen, von vr. M.Höhl er) läßt auch den erfahrenen Pädagogen undwarmen Jugendfreund erkennen, und ist überaus geeignet,die jugendlichen Herzen mit warmer Begeisterung für dasfreudenreiche Ereigniß der heiligen Nacht zu erfüllen,wirkt aber auch auf ältere Zuschauer wahrhaft erbauend

Das Princip des Protestantismus der Gegen-satz des Katholicismus. Von Aloys Redner.Mit kirchlicher Approbation. Mainz , Verlag vonFranz Kirchheim 1897. (265 S.) Preis geh. M. 3.

Einalter Lehrer" widmet dieseStrcifzüge in derGeschichte" seinen ehemaligen Schülern, welche er sichdurch die Begeisterung für die Wahrheiten und Lehrender Geschichte zuliehen Freunden" gewonnen. Hin-gebung für die Wahrheiten der Geschichte doknmentirtsich denn auch in diesen Studien. Frei vom Zwangemethodischer Behandlung werden folgende Themen er-örtert: 1. Martin Luther . 2. Der Pietismus und dasHerrnhuterthum. 3. Der Rationalismus. 4. Schleier-macher. 5. Der Protestantenverein. Der Verfasser ver-steht es insbesondere aus dem Schatze seiner ausgedehntenLiteraturkunde allenthalben die ichlageudsten und inter-essantesten Mittheilungen zu machen, die concentrisch zuder Resultante führen, daß der Protestantismus in allenseinen mannigfaltigen Gestaltungen den ursprünglichenSubjektivismus nicht abzuschütteln und niemals diefeste Hochburg der objectiven Wahrheit in Besitz zunehmen vermag. Und darin besteht der ausgesprocheneGegensatz zwischen Protestantismus und Katholicismus.

Reformation oder Revolution. Für Katholikenund Protestanten beantwortet von I. Die sen-il ach. Mainz , Frz. Kirchheim. 64 S. 1 M.

Das vielbesprochene Rundschreiben des Papstes überdie Canisiusfeier gab zu heftigen Erörterungen Anlaß.Die antikatholischen Organe führten thcrlweise eine sehrerregte Sprache darüber, daß die durch Luther herbei-geführte Umwälzung Revolution genannt werde. Daßaber thatsächlich das Werk desReformators" eine Re-volution im vollen Sinne des Wortes war, beweistDiefenbach in der vorliegenden Schrift auf Grund unan-fechtbarer Zeugnisse. Luther selbst wie auch seine Ge-hilfen lieferten durch Wort und That den Beweis, daßihr Vorgehen einen revolutionären Charakter hatte. Zahl-reiche Geschichtsforscher kamen nach langjährigen Studienzu derselben Ueberzeugung. Wir können unseren Freundenwie unseren Gegnern nur aufs beste obengenaunte Schriftempfehlen.

* Im Verlage der Limburger Vereinsdruckerei in Lim-burg a.L. erschien:Elmar". Schauspiel in 5Aufzügen.

* Wir wollen nicht verfehlen, an dieser Stelle aufdie im Verlage von C. Brügel L Sohn in Ausbach