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Jahre 1634, daß Rath und Bürgerschaft wieder katholischwerden. Die wollten nichts davon wissen. In der Hoff-nung, daß die kaiserliche Macht, welche eben die Donau heraufzog, eine schwere Niederlage erleiden werde, ge-brauchten sie allerlei Ausflüchte. „Das Spiel ist nochnicht aus", sagten vorlaute Rathsglieder. Nach demglänzenden Siege der Kaiserlichen bei Nördlingen mußtesich auch der „steiflutherische" Rath zur Umkehr bequemen,aber nur langsam und schwer vollzog sich die RückkehrHöchstädts zur Kirche. Erst als um die Mitte des 17.Jahrhunderts ein neues Geschlecht an Stelle des altengetreten war, war die Rückkehr zur Kirche auch innerlichvollzogen.
* In Folge der Aufhebung der alten Benefizien warnach Wiederherstellung der katholischen Religion der Prie-stermangel sehr fühlbar; darum stiftete der Rath imJahre 1720 das Benefizium St. Veit, dessen Inhaber
In allerliebster Gesellschaft.
Eine Humoreske von Element Kleeberg er.
(Fortsetzung.)
VI.
Langsam zu den Lüften hinauf, die RosenheimerStraße empor, fuhr ein Nachfolger des roß- und fahr-kundigen Ajax.
Ich stürze auf ihn zu, reiße den Schlag seinerKalesche auf und befehle: „Ostbahnhof und retour Central-Staatsbahnhof, aber rafcy." Die Ueberrumpelung gingso rapid schnell, daß der Epigone kaum Zeit hatte, denKragen zu drehen und seinen Gast zu sehen. Er ließalso seinen Bucephalus halten und erschien am Wagen-schlag.
„Ja, was ist's," fuhr ich ihn unwillig an, „habtIhr mich nicht verstanden? Halten auch noch."
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- 52.2
Schloß tzöchftädl.
Original-Ausnahme von Gustav Baader, Photograph in Krumbach. sBervielsaltigungSrecht vorbehalten.;
den Stadtpfarrer im Beichtsitzen, Predigen rc. unter-stützen sollte.
Im Mittelalter entstand in der alten Stadt einFrauenkloster, genannt die „Klause", das später dieRegel des hl. Augustin annahm. In der Reformationwurde dieses Kloster aufgehoben und seine Güter ein-gezogen.
Auch ein Kapuzincr-Hospitium war im Jahre 1740auf der Höhe der Stadt erstanden, erlag aber schon nach62 Jahren der Säcularisation. Sonst fühlte Höchstüdtim Jahre 1803 wenig von den revolutionären Wirkungenund Umgestaltungen der Säcularisation, da ihr die Re-formation zum Säcularisiren nichts mehr übrig gelassenhatte und Stadt und Amt Höchstüdt schon seit 535Jahren dem bayerischen Scepter unterworfen waren. (Aus„Bisthum Augsburg III. 660—680 von Dr. v. Steichele.)
-»S-SW-S,-
„So hitzig," antwortete der Roßlenker, „geht's g'rad'net, und damit Sie's gleich wissen, können S' gleich wiederaussteigen auch, ich bin schon bestellt. Muß 'n Passagierabholen, der kommt mit 'n Blitzzug."
Bei dem Wort „Blitzzug" blitzte es mir durch'sGehirn. — Treff' ich den Jungen, will ich — und imCoupä wird mir der Gesellschafter nicht durchbrennenkönnen — mit dieser Expreßgelegenheit nach Hause.
„Brav, mein Lieber," antwortete ich, die wohl-klingendsten Register meines Stimmkastens aufziehend,„brav, das lob' ich mir, und wenn ich wieder einmalfür eine Tagesrundfahrt einen Kutscher brauch', keinenandern als Euch würd' ich engagiren, brav, da ist einVerlaß. Ich will aussteigen, gleich aussteigen, wennIhr so wollt, doch da Euer Thierchen ohnedieß zum Ost-bahnhof trabt, könnte es mit Eurer Erlaubniß — ichbin ja ein ganz schmaler Mensch — mich mitnehmen."