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Das Glück.
„Im Glück nicht stolz seinUnd im Leid nicht klagen."
Das Glück des Menschen, was ist es eigentlich?
Dem einen ist es Hof und Haus, dem andern Geldund Gut, dem dritten Schönheit; dieser erblickt es inRuhm und Ehren,jener in stiller, menschenferner Einsam-keit, ein weiterer in Glanz, Kleiderpracht und üppigemLeben, und diesem ist die Gattin, jenem die Mutteroder Kind, Bruder, Schwester der Inbegriff seinesGlückes.
Und ist eins von all dem Genannten das wahr-haftige Glück?
Das irdische Glück — ja! Irdisch — vergänglich;Haus und Hof kann Feuer oder Wasserfluth über Nachtzerstören, Geld und Gut diebische Hand rauben, Schön-heit eine tückische Krankheit für immer vernichten, Ruhmund Ehre zerstiebt, und andere tauchen auf, die nochberühmter, noch mehr geehrt werden wie wir. Die Einsam-keit stimmt traurig und weckt Sehnsucht nach Welt, Le-ben und Menschen; üppiges Nichtsthun macht den Körpersiech, den Geist schwach und stumpf, und alle, alle, diewir lieben, kann in einer kurzen Stunde der Tod unsgrausam entreißen. Ist das Glück?
Nein, denn das wahrhaftige Glück ist ewig, un-vergänglich. Der Friede mit sich selbst, das Bewußtsein,Gutes gewollt, gethan zu haben, der Glaube an einhöheres Himmelswalten, an ein Wesen, das gerecht undbarmherzig uns alle regiert, der Glaube an Gott undseine Gesetze, die Ueberzeugung, daß nach dem Erden-dasein das ewige Leben folgt — das ist das Glück.
Die Thränen Armer zu trocknen, Kranke und Un-glückliche zu trösten, das Wohlergehen derer, die dasSchicksal in unsere Nähe gestellt hat, höher zu halten,als unser eigenes, für andere nur zu schaffen, nur zuleben und zu streben, das ist wahrhaftiges Himmelsglück,das nie vergeht. Denn ewig wird es Nothleidende undGramerfüllte geben, die wir mit Wort und That empor-richten können; immer werden wir einen Wirkungskreisfinden, dem wir selbstlos unsere Kräfte weihen können;oft und oft wird die Versuchung an uns herantreten,um uns die Sünde ins Herz zu pflanzen und den Glaubenan Gott und seine Güte zu rauben.
Da heißt es stark sein, muthig und tapfer kämpfen,die Sünde und das Laster verachten, und der Geist derFinsterniß wird uns verlassen. Das Herz aber fühltsüßen Frieden, und das Herz, das sich nicht an irdischeGüter hängt und Höherem, Besserem lebt, ist wahrhaftglücklich.
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Zu unseren Bildern.
Die Schweiz beklagt den Verlust des am 27. Januar inseiner Vaterstadt Aarau verstorbenen, hochverdienten und all-gemein beliebten Generals Hans Herzog. Im Jahr 1840 warderselbe zum Lieutenant der Artillerie ernannt worden. Nacheinigen Jahren Dienst bei seiner Waffe rückte er 1844 zumOberlieutenant, 1846 zum Hauptmann, 1850 zum Major imArtilleriestab und 1855 zum Oberstlieutenant vor. Als er imJahre 1860 vom Bundesrathe zum Obersten ernannt wurde,ward mit dieser Ernennung gleichzeitig auch die Wahl als In-spektor der Artillerie verbunden, und noch im gleichen Jahrewurde Oberst Herzog in ehrenvoller Mission nach England entsendet. In dieser Eigenschaft als Inspektor der Artillerieverblieb er bis zum Inkrafttreten der neuen Militärorganisationvon 1874, wo Herzog vom Bundesrathe neuerdings als Waffen-chef an die Spitze der Artillerie gestellt wurde, eine Stellung,
in der er bis zu seinem Tode verblieb. Als Inspektor undWaffenchef der Artillerie hat er seine Waffe auf eine Höhe ge-bracht, daß sie den besten Artillerien Europas an die Seitegestellt werden durfte. Welch hohes Vertrauen die Schweizer-behörden in seine Fähigkeiten setzten, beweist seine Ernennungzum Oberbefehlshaber der schweizerischen Armee bei der Grenz-besetzung im deutsch- französischen Krieg 1870/71, wo GeneralHerzog seiner schwierigen Aufgabe mit großer Umsicht oblag,so daß ihm damals und öfters Auszeichnungen zu theil wurden.General Herzog befand sich auch unter der bundesräthlichenAbordnung, die im letzten Mai das deutsche Kaiserpaar inLuzern begrüßte, bei welchem Anlaß Kaiser Wilhelm sich wieder-holt mit ihm unterhielt. Der Kaiser hat denn auch sein herz-licbes Beileid am Verluste des auch in ganz Deutschland hoch-geschätzten Schweizer Generals ausgedrückt.
Schneewittchen und die 7 Zwerge.
Gewiß kennst Du, lieber Leser, das Märchen von Schnee-wittchen, dem Königstöchterlein, so weiß wie Schnee, so rothwie Blut und so schwarzhaarig wie Ebenholz. Das Mägdelein,das die böse Stiefmutter umbringen lassen wollte, hatte sich imWalde verirrt und ist in das Häuschen der 7 Zwerge gerathen.Als diese von ihrer Tagesarbeit heim kamen, da fanden sieSckneewittchen in dem Bette schlafend. Die Zwerge schrieen vorBewunderung, holten ihre Lichtlein und beleuchteten Schnee-wittchen. „Ei Du mein Gottl" riefen sie, „wie ist das Kindso schön!" und hatten so große Freude, daß sie es nicht auf-weckten, sondern im Bette fortschlafen ließen.
Dildrr aus NalSstina.
Gethsemane. — Der Garten von Gethsemane liegt amFuße des Oelbergs, jenseits des Baches Kidron. Er wirdvon hohen Mauern umgeben und ist nur klein, aber seinBoden ist reich mit Blumenbeeten geschmückt, denen einFranziskaner die zärtlichste Pflege angedeihen läßt. Die ur-alten Olivenbäume, die hier stehen, sollen jene sein, unterderen Laubwerk der Heiland den schwersten Seelenkampf aus-gestanden hat. Sie können wohl so alt nicht sein, aber es istdurchaus gestattet, sie für die nächsten Nachfolger derjenigenBäume zu halten, welche zur Zeit der Kreuzigung Christi hierstanden. Die Tradition, welche diese Stätte für den Gartenerklärt, in den sich Jesus besonders gern mit seinen Jüngernzurückzog, läßt sich wenigstens bis ins 4. Jahrhundert ver-folgen. — AmUferdesJordan. Jordan, („der Herabeilende")ist in jeder Hinsicht einer der interessantesten Flüsse unsererErde. Seine Quellen liegen am Fuße des Hennon in einerHöhe von 520 Meter über dem Meere. Seine Wassermasse istnicht unbedeutend, und doch ist der Jordan nirgends schiffbar,sah niemals an seinen Ufern eine Stadt, welche sich in seinenWellen spiegelt, beschreibt zahllose Windungen, Krümmungenund Wasserfälle und endet, nachdem er einen kleineren undgrößeren See durchlaufen, im Todten Meere . Der Oberlaufdes Jordan bis zum See Merom führt durch wildes Sumpf-dickicht von Papyrusstauden, Rohr- und Wasserpflanzen, diefesteren Niederungen des Ufers im Westen und Norden dienenden nomadischen Beduinen zu Weidegründen. —
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Wikder-Wäthser.
Auflösung der Schachaufgabe in Nr. 17:
Weiß. Schwarz.
K. k3-s2 K. ä4-e4 (od. s4)
Sp. s8-ä6 K. o4—cl4
K. o2-ä l K. ä4—ä3
T b5-cl5 mat.
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